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Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

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Albrecht-Route XS

Michael und Andreas Pfeffer sind schon im Jahr 2014 auf der Albrecht-Route unterwegs gewesen. Damals war Andreas erst 10 Jahre alt. Wir lernten uns auf der Bodenalpe kennen. Die beiden waren parallel zu meiner Gruppe unterwegs. Eine tolle Leistung. Hier die beiden damals am Fimberpass.

fimberpass

Wie sich das alles entwickelt hat, kann Michael am bestens selbst beschreiben:


Ich kann mich noch genau an unsere „erste“ Albrecht Route erinnern: Ich fuhr mit meinem damals 10-jährigen Sohn Andreas rauf zum Eibsee und sofort waren wir im Abenteuerurlaubsmodus. Das Gefühl, dass sich einstellte: das ist genau unser Ding. Aber ganz von vorne: Wie kommt man dazu mit einem 10-jährigen die Alpen zu überqueren? Ganz einfach: Wenn man den Schwarzwald und die Schwäbische Alb überquert hat, Neckartal, Donautal und auch sonst schon beinahe alles in der Umgebung geradelt ist, dann fängt man an zu überlegen was es da sonst noch gibt. Ich hörte von der Via Claudia Augusta, der alten Römer Straße, die mittlerweile als Radweg jährlich tausende Radlerüber die Alpen führt. Kurzentschlossen habe ich eine 5 Tages Route von Augsburg an den Gardasee geplant. Nach 5 Tagen und über 600km am Gardasee angekommen erklärte mir mein Sohn, dass er sich unter Alpencross etwas Anderes vorgestellt hätte, da könnten wir das nächste Mal ja gleich wieder den Donau Radweg fahren.

Am nächsten Tag fuhren wir mit ein paar anderen Mountainbikern auf den Tremalzo Pass und schnupperten beide unsere erste hochalpine Luft. Das Strahlen in Andreas Gesicht sprach Bände. Ich, der ich als Mountainbiker ebenso unerfahren war wie mein 9-jähriger Sohn fing also an zu recherchieren wie wir einen „richtigen“ Alpencross fahren konnten. Im Zeitalter des Internet sollte so etwas ja kein Problem sein. Mein ursprünglicher Plan mit einem Guide über die Alpen zu fahren musste ich sehr schnell verwerfen: Wer nimmt schon die Verantwortung auf sich, einen 10-jährigen über die Alpen zu führen. Also suchte ich weiter und kam immer wieder auf diese Albrecht-Route.
Da hatte sich anscheinend jemand sehr viele Gedanken gemacht. Kurzerhand habe ich mir die GPS Tracks bestellt und auf meinen Garmin geladen. Wochenlang habe ich die Hauptrouten, Schlechtwetter Routen, mögliche Umkehrpunkte, Höhenprofile und Bilder auf Google angeschaut, um ein Gefühl für die Strecke zu bekommen. DieHoffnung wuchs, dass man auf so einer bekannten Route nie allein sein würde.

Am 23. August 2014 ging‘s los: morgens um 6 Uhr mit dem Rad zum 8 Kilometer entfernten Bahnhof und dann ab nach Garmisch. 6 Stunden später am Bahnhof in Garmisch, ein Passant macht noch schnell ein Bild von uns beiden, und dann wird geradelt. Eibsee, Hochtörle Hütte und dann bergab der erste Trail – puh, ganz schön knifflig. Knapp 8 Stunden später: Landeck, die erste Etappe ist geschafft – geht doch.

Am nächsten Morgen voller Vorfreude auf die richtigen Berge starten wir sehr früh. Immer wieder überholen wir eine Gruppe junger Männer und werden wieder zurück überholt. Kurz vor St. Anton erfahren wir, dass sie die Albrecht Route fahren, 4 junge Männer mit Guide. Später auf der Konstanzer Hütte sitzen wir am selben Tisch. Ich bin ganz überrascht als einer aus seinem kleinen Rucksack eine Spiegelreflexkamera holt. Er erklärt mir, dass er die Albrecht Route mit Gepäcktransport gebucht habe und außer einer Regenjacke ja nicht viel dabei hätte. So fuhren wir, die Gruppe vor uns immer in Sichtweite, weiter nach Ischgl. Nach einem letzten langen Anstieg kamen wir dann auf der Bodenalpe an und waren glücklich. Wir waren jetzt mittendrin: Alpencrosser! Noch am selben Abend lernten wir Andreas Albrecht kennen: Ein 10-jähriger auf seiner 10 Jahre Albrecht Route Jubiläums Tour. Das war auch für ihn etwas Besonderes. Ab da waren wir immer bestens versorgt mit Strecken-, Wetter- und Einkehr-Tipps und zwischendurch waren wir sogar ab und zu, obwohl nicht gebucht, mit Guide unterwegs. Ein paar Tage später saßen wir dann mit vielen anderen Alpencrossern und Andreas Albrecht im Ristorante Geier am Gardasee in Torbole und gehörten dazu: Transalp Finisher!!

Michael Andreas Pfeffer Costainas

Seither fahren wir jedes Jahr über die Alpen: Im 2. Jahr noch mal die klassische Albrecht Route aber diesmal mit Passo del Alpe anstatt Mortirolo wie im Vorjahr. Im 3. Jahr haben wir im Inntal anstatt dem Costainas Pass die Uina Schlucht eingebaut, natürlich nicht ohne vorher ein paar gute Ratschläge beim Profi einzuholen.

In diesem Jahr waren wir zeitlich ein wenig eingeschränkt, aber es war klar: wir wollen über die Alpen! Nach kurzer Rücksprache mit Andreas Albrecht kam dann eine Variante der Albrecht Route mit Teilen des Alpen Quickie heraus. Die Idee: Tag 3 und 4 kombinieren und von Ischgl direkt nach Bormio, indem wir vom Costainas Pass über die Alpe Buffalora und den Lago di Livigno, ohne Höhenmeter zu verlieren direkt zum Lago di Cancano fahren.

In 4 ½ Tagen die Albrecht Route zu fahren und trotzdem sehr viele Highlight genießen war super. Ohne die Rücksprache mit dem Profi hätte ich mich das aber nicht getraut. An dieser Stelle, im Namen aller die schon die Albrecht Route gefahren sind: Vielen Dank Andreas Albrecht, du hast den Alpencross auch für Normalos fahrbar gemacht und damit vermutlich nicht nur mich und meinen mittlerweile 14-jährigen Sohn glücklich gemacht. Klasse Leistung!!!


So ist dann diese Albrecht-Route XS entstanden - in 5 Etappen von Lermoos an den Gardasee.

Strecke:

Lermoos - Gardasee
Länge: ca. 403 km
Höhenmeter: ca. 10281 hm
Etappen: 5

map albrecht route XS perthes


1. Tag: 86,3 km, 1200 hm
Lermoos - Sankt Anton

01 map albrecht route XS


2. Tag: 54,9 km, 1935 hm
Sankt Anton am Arlberg - Heidelberger Hütte

02 map albrecht route XS


3. Tag: 100,5 km, 2589 hm
Heidelberger Hütte - Bormio

03 map albrecht route XS


4. Tag: 93,5 km, 2889 hm
Bormio - Madonna di Campiglio

04 map albrecht route XS


5. Tag: 97,7 km, 1670 hm
Madonna di Campiglio - Gardasee

05 map albrecht route XS

Alpen Quickie

map albrecht alpen quickie

2-Tages-Tour als hochalpine Rundtour (85 km, 2500 Höhenmeter)

imposanter Kurztrip durch das Herz der Alpen - geeignet für Mountainbike und eMTB

Start: Val Müstair - Hotel Al Rom

Ziel: Livigno - Hotel Astoria

1. Etappe:Tschierv - Ofenpass - Buffalora - Passo del Gallo - Lago di Cancano - Passo di Trela - Livigno (Hotel Astoria) - 43 km, 1500 Höhenmeter

Variante: Alp da Munt - Funtana da S-charl - Valbella - Ofenpass - 51 km, 1950 Höhenmeter

2. Etappe: Livigno (Hotel Astoria) - Passo di Alpisella - Val Mora - Val Vau - Tschierv (Hotel Al Rom) - 42 km, 1000 Höhenmeter

Gepäcktransport kann organisiert werden. Das Val Müstair Münstertal erreicht man aus Deutschland mautfrei via Fernpass und Reschenpass.

Perfekt für einen sportlichen Kurzurlaub in den Alpen mit dem Mountainbike oder eMTB. Verlängerungstage sind in beiden Hotels möglich. Auch kombinierbar mit dem Albrecht-Bernina-Loop.


Wie das in der Praxis funktionieren kann, hat Thorsten ausprobiert, nachdem ich ihn zur Route einer Kurztransalp ausführlich beraten hatte. Im Prinzip ist es die Grundidee des Albrecht-Bernina-Loops diesmal jedoch mit mit Start und Ziel im Münstertal wie beim Alpen Quickie.

Planung nach längerem Telefongespräch

tag 1 vom ofenpass (auto bleibt stehen) über buffalora, jufplaun, gallo und trela nach livigno - so ist der erste tag landschaftlich mega aber nicht allzu anstrengend. am tag 2 forcola di livigno und diesen poschiavino trail bis poschiavo und von dort hoch nach san romerio und runter bis tirano. (sicher harter tag weil 70km und ca 2k HM und viele pausen/fotostops/landschaft-genießen) dann an tag 3 über valle di rezzalo bis santa caterina und am 4. tag umbrailpass von bormio und boccheta di forcola und über val mora und jufplaun zurück zum ofenpass. die alternative mit piz umbrail halte ich mir noch offen für den 4. tag.
klingt nach einer mega tollen tour und für mich endlich mal 4 tage in dieser tollen region! wenn das wetter dann stabil aussieht gehts los. danke nochmal für deinen super input hierzu!

Und so hat er es dann gemacht:

hallo andreas, bin nun wieder zurück von einer sagenhaften tour. wie oben beschrieben - danke nochmal für deinen input.

ein highlight war sicher der trail von der forcola livigno rüber zum berninapass - genial, bei tollstem wetter. der poschiavino trail auch super, aber ehrlicherweise sehr fordernd nach ca 1000hm hoch, ist der zwar super bis ins tal aber nie so einfach flowig dahingleitend. musste man immer viel arbeiten. hoch nach san romerio war dann sehr hart, aber oben wars sehr schön. bin am nächsten morgen in tirano in den bus bis grosio und habe dort (wunderschön) erst mal gefrühstückt und mir so die gut 12km talfahrt etwas verkürzt. tolle gegend, muss ich vielleicht mal so für ein paar tage hin. val die rezzalo ist ab dem parkplatz echt hart gewesen, da war ich oben recht platt. aber sehr nette hütte wo ich richtig gute nudeln gegessen habe - sehr wichtig gewesen den gavia runter und die trails an der seite mitgenommen runter bis bormio.

habe mich dann am nächsten tag - nach langem hin- u herüberlegen entschieden ein taxi (50 euro) hoch zum umbrail zu nehmen und habe bei absolutem kaierwetter den piz umbrail gemacht. sensationell, wirklich einzigartig! auch wenn es ganz oben für mich eine spur zu geröllig, rutschig war gings ganz gut und der lai da rims ist natürlich mega. habe da (ganz alleeine) ein stunde verbracht, ein unfassbar schönes plätzchen. der trail runter zur forststraße ging - auch wenn ich ihn schon recht ausgesetzt fand und da ich keine spitzkehren kann hab ich in den kurven geschoben, aber ansonsten eigentlich gut fahrbar für mich. bin an der forststraße dann links hoch richtung dös rodand und als krönender abschluss rasend durchs val mora zur alp mora - pause und dann hoch zum jufplaun und über büffalora wieder hoch zum auto. mega genial, 3 tage top wetter, am ersten tag ok, alles bestens. Hatte ganz tolle 4 Tage.

Und das sind seine Bilder

 thorsten 1 500thorsten 2 500thorsten 3 500thorsten 4 500thorsten 5 500thorsten 6 500thorsten 8 500thorsten 9 500thorsten 10 500thorsten 11 500

 

Albrecht-Route v2

Die Albrecht-Route lebt - Version v2

Jede Transalp lässt sich noch optimieren, so auch meine Albrecht-Route. Auch wenn sie mittlerweile sogar in WIKIPEDIA zu finden ist, heißt das noch lange nicht, dass die Streckenführung statisch festgeschrieben sein muss. Mich hat zum Beispiel bei der Ur-Route die relativ lange Straßenpassage am zweiten Tag zwischen Landeck und St. Anton gestört. Deshalb habe ich mir die Zeit genommen und dort in Ruhe recherchiert. Dabei habe ich eine alternative schöne Strecke gefunden, die zu großen Teilen abseits der Hauptstraße verläuft. Inzwischen habe ich diese Passage direkt in die klassische Hauptroute übernommen,
Die verschiedenen v2-Strecken sind Optionen zur klassischen Route, die man nach Lust und Laune einbauen kann oder eben auch nicht. Siehe auch die Hinweise am Ende dieses Berichtes.
Dokumentiert wird der aktuelle Stand dieser Entwicklung hier im Internet. Das ist ein fortlaufender Prozess. Überprüfungen der Strecken führe ich regelmäßig durch. Es ändert sich immer etwas, weil zum Beispiel Teilabschnitte nicht mehr befahrbar sind oder Teilstücke nun in die Hauptroute eingeflossen sind. Wen es interessiert, dokumentiert werden die Änderungen hier.
Ansonsten präsentiere ich im Folgenden den aktuellen Stand.

La Grosina

La Grosina: Trail nach San Giacomo


Übersichtskarte Albrecht-Route mit v2

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten
blau: v2 (siehe auch die Detailkarten bei den Tagen 1 bis 7)
Albrecht-Route Hauptroute Nebenroute v2


Strecke:

Garmisch- Fernpass - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Galtür - Ischgl - Fimberpass - Scuol - Pass da Costainas - Münstertal - Val Mora - Passo Verva - Grosio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Ponte di Legno - Montozzo - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee

Länge: 455 bis 475 km (je nach Variante)
Höhenmeter: 12.700 bis 14.000 hm (je nach Variante)
Etappen: 7
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen über 2000 m verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis in den September hinein. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten.

1. Tag mit Eibsee, Kronburg, Trams: 83 km, 1984 hm
Garmisch-Partenkirchen - Eibsee - Ehrwald - Fern-Pass - Schloss Fernstein - Strad - Imst - Kronburg - Tramser Weiher - Landeck

1. Tag ohne Eibsee, mit Kronburg, Trams: 80 km, 1353 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - Fern-Pass - Schloss Fernstein - Strad - Imst - Kronburg - Tramser Weiher - Landeck

2. Tag: 76 km, 2292 hm
Landeck - Pians - Paznauntal - Strengen - Flirsch - St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür - Ischgl - Fimber-Tal - Bodenalpe

3. Tag: 61 km, 2057 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü - Münstertal (Tschierv)

4. Tag mit Eita, Fusino: 77 km, 1389 hm
Münstertal - Val Mora - Lago Cancano - Arnoga - Passo Verva - Eita - Trail nach Fusino - Grosio

4. Tag mit La Grosina: 79 km, 1846 hm
Münstertal - Val Mora - Lago Cancano - Arnoga - Passo Verva - Eita - Cigoz - S. Giacomo - Grosio

5. Tag mit Gallo Trail: 46 km, 2220 hm
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass -Valle delle Messi - Pezzo

5. Tag mit Pezzo Trail: 46 km, 2186 hm
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Pezzo Trail - Pezzo

5. Tag Nebenroute mit Val Grande: 40 km, 1751 hm
Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Val Bighera - Val Grande - Chiesa San Clemente - Ponte di Legno

6. Tag: 61 km, 2258 hm
Pezzo - Montozzo-Scharte - Pejo - Fucine - Dimaro - Madonna di Campiglio

7. Tag mit allen v2-Varianten: 69 km, 1411 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Passo Ballino - Tennosee - Campi - Pinza Trail - Bastione - Riva - Torbole


Vergleich der Höhenprofile

Albrecht-Route v2 mit maximal möglichen Varianten

Albrecht Route profil aktuell

albrecht route2004 komplett


Nachfahren der Tour

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Weiterhin ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Finisher Bikeshirt - im Webshop


Landkarten

KOMPASS: Digitale Karte Über die Alpen, Digitale Karte Schweiz, Wanderkarten: WK 5, WK 35, WK 41, WK 42, WK 072, WK 73, WK 94, WK 98, WK 101
Übersichtskarte: Kompass: Straßenkarte 358  Tirol - Trentino
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer




Infos zu den neuen Streckenabschnitten v2

Ohne Ziel ist der Weg auch egal.

Michaela Grünig 

Prolog

Transalp Roadbook 1 cover vorn 300px hochDie Albrecht-Route hat sich als Dauerbrenner in der Transalp-Szene entwickelt und etabliert. Das war von mir weder geplant noch gewollt. Es hat sich einfach so entwickelt. Wahrscheinlich liegt das an meiner Einstellung zum Mountainbiken in den Alpen. Ich will möglichst viel fahren können, auch und gerade im hochalpinen Bereich. Die Schiebepassagen sollen sich in Grenzen halten und Bikegeschleppe, besonders bergab, finde ich nervig. Das geht anscheinend vielen so.
Oft bin ich mit Gruppen unterwegs gewesen, so dass mir keine Zeit blieb, intensiv nach alternativen Wegen zu suchen an den Stellen, wo für mein Gefühl zu viel Asphalt als Untergrund vorkam. Das habe ich nun nachgeholt und einige alternative Abschnitte gefunden, die dem grundsätzlichen Charakter der Albrecht-Route entsprechen, ja eigentlich noch stärker unterstreichen. Einige davon sind bereits in die klassische Albrecht-Route eingeflossen. Die weitere Suche ist ein fortlaufender Prozess - auch aus dem Grund, da die Wege in den Alpen einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Das lässt sich am besten im Internet aktuell halten.


Transalp Roadbook in Papierform und als eBook (16. Auflage 2022)

  • berücksichtigt die aktuelle, verbesserte Streckenführung, mit Hinweisen zur 6-Tage-Variante und v2
  • v2-Strecken sind auf den Übersichtskarten markiert
  • Änderungen im Vergleich zu alten Auflagen sind hier dokumentiert
  • Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier

Warum fährt man überhaupt eine Transalp?

Zum Beispiel deswegen.

Trail von Montozzo Scharte zum Lago Pian Palu

Trail von Montozzo-Scharte zum Lago Pian Palu: schöner kann es kaum sein!




1. Tag: Fern-Pass

v2-Variante: 01-v2-a-Eibsee.gpx

  • ab Garmisch über den Eibsee und Hochthörle nach Ehrwald (Trails bei der Abfahrt)

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v2-Variante: 01-v2-b-Kronburg-Trams.gpx

  • ab Imst am Inntalradweg Wechsel am Bahnhof Imst-Pitztal auf die andere Flussseite und weiter auf dem Jakobsweg über Rifenal bis Tramser Weiher (Trail hinunter nach Landeck)
  • einige Wurzeltrailpassen, insgesamt anspruchsvolles Auf und An
  • Highlight: Kronburger Tobel

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Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

01 map albrecht route v2

01-ALR-v2 Garmisch-Landeck mit Eibsee


01-ALR-v2 Garmisch-Landeck ohne Eibsee, mit Kronburg, Trams


Übernachtungstipp in Rifenal:

WALLY Berg-Apartments A-6511 Zams, Rifenal 15 , Tel.: +43-5442-61240




2. Tag: Verwall-Tal

v2-Variante: 02-v2-a-Pians.gpx

  • ab Pians entlang der Sanna in Richtung Paznauntal, ab Trisannabrücke steil auf alter Piste zurück zur Straße Richtung St. Anton

v2-Variante: 02-v2-b-Zeinisjoch.gpx

  • Abfahrt von der Heilbronner Hütte - kurz nach Verbella-Alpe links auf Wanderweg direkt zum Zeinisjoch (Achtung! ggf. auf Wanderer achten)

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v2-Variante: 02-v2-c-Ischgl.gpx

  • beim Sägewerk oberhalb von Ischgl geradeaus auf Pfad und Schotterpiste zur steilen Auffahrt ins Fimbertal (gehörte bis 2012 zur Hauptroute)
  • wer in Ischgl übernachten will, nimmt nun diese v2-Variante, biegt aber sinnvollerweise kurz nach den Tennisplätzen auf dem Weg 302 links ab in Richtung Ortszentrum Ischgl
  • Hinweis: ab dem Sägewerk gibt es eine neue, weniger steile Verbindung ins Fimbertal. Diese trifft in der Nähe der Mittelstation auf den Weg zur Bodenalpe. Dieser Weg wurde als Kfz-Zufahrt ins Skigebiet gebaut und ist seit 2013 Teil der Hauptroute.

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

02 map albrecht route v2

02-ALR-v2-Landeck-Bodenalpe


Die alte Variante v2-02a1 auf dem Römerweg zwischen Grins und Strengen muss entfallen.

Grund: Hangrutsch im Bereich der Lärchenkapelle (Info zum aktuellen Zustand über Gemeinde Grins). Der Weg ist inzwischen für Wanderer wieder freigegeben worden. Die Situation kann aber nach jedem Starkregen wieder anders aussehen. Das Passieren mit einem Mountainbike ist nicht zu empfehlen.

Roemerweg Grins Strengen Hangrutsch

Römerweg von Grins nach Strengen: Hangrutsch mit ständiger Gefahr, dass weitere Muren bei Regen abgehen


  • diese v2-Variante verlief über Stans, nach Grins und weiter auf dem Römerweg nach Flirsch
    Hinweis: man kann theoretisch bis Grins fahren, muss dann aber über Quadratsch nach Pians abfahren und verliert dabei die mühsam erkämpften Höhenmeter wieder. Das ergibt keinen Sinn.

Panorama auf Grins mit Parseierspitze

Panorama von Tobadill nach Grins mit Parseierspitze


Übernachtungstipp St. Anton

Hotel Montfort: A-6580 St. Anton am Arlberg, Dorfstraße 57, Tel. 0043-5446-2310

Hotel Montfort

St. Anton: Übernachtungsmöglichkeit bei einer anderen Einteilung der Etappen  - Hotel Montfort am Beginn der Fußgängerzone


Übernachtungstipp Ischgl

Hotel Jägerhof
Direkt an der alternativen Route des 2. Tages gelegen. Niveauvolles, familiär geführtes 4-Sterne-Hotel im Ortszentrum von Ischgl (Nähe Kirche).
Adresse: Eggerweg 11, A-6561 Ischgl/Tirol, Tel.: +4354445206

Ischgl Hotel Jägerhof



3. Tag: Fimberpass, Pass da Costainas

v2-Variante: 03-v2-Alp-Campatsch-Trail.gpx

  • bei der Abfahrt nach dem Pass da Costainas an der großen Wiese rechts in Richtung Alp Campatsch
  • nach ca. 300 m zweigt links ein kaum erkennbarer Wiesenpfad ab in Richtung Tschierv
  • dieser Pfad umgeht Lü und erreicht oberhalb von Tschierv die Schotterpiste aus Richtung Lü
    Achtung: dieser Weg ist meist sumpfig und teilweise sehr schmal, so dass der Trail nicht immer mit Freude fahrbar ist

fimber103 kl DSCN1545


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

03 map albrecht route v2

03-ALR-v2-Bodenalpe-Tschierv


Übernachtungstipp in Tschierv

 Hotel Al Rom: Direkt an der Ofenpass-Straße gelegen. Bei Ankunft kann das Fahrrad gereinigt und über Nacht in der abschließbaren Bikegarage abgestellt werden. Wäscheservice (kostenpflichtig)

Hotel Al Rom in Tschierv

Hotel Al Rom in Tschierv im Münstertal




4. Tag: Val Mora, Passo Verva, Grosio

v2-Variante: 04-v2-a-Eita-Fusino.gpx

  • nach dem Passo di Verva in Eita: vor der Kirche links ab - sehr schöne Nebenstrecke (Schotter) in Richtung Fusino
  • ab Fusino weiter auf der Hauptroute
  • in San Giacomo ist ein Wechsel auf den unteren Abschnitt der v2- Variante 04-v2-b-La-Grosina möglich

04 verva kl eitaDSC00155eita

esel eitaFusino oberhalb


v2: Variante 04-v2-b-La-Grosina.gpx

  • La Grosina: 2. Variante ab Eita mit toller Trailabfahrt (wird allerdings mit rund zusätzlichen 300 Höhenmetern ab Eita hart erarbeitet - dabei ein paar deftige Rampen, die mit Schieben verbunden sind)
  • siehe auch Alta Rezia Trailguide - Tour 204 La Grosina
  • der Wechsel auf die unteren Abschnitte von La Grosina ist von der Hauptroute aus auch möglich in San Giacomo bzw. Ravoledo

LaGrosina003LaGrosina004

castel viscontigrosio


Meine Empfehlung

  • Tschierv - Eita: Hauptroute 4. Tag
  • Eita - Fusino: 04-v2-a-Eita-Fusino
  • Fusino bis Ravoledo: Hauptroute 4. Tag
  • Ravoledo - Grosio: 04-v2-b-La-Grosina (unteres Teilstück)
  • siehe auch eMTB-Route 3. Tag

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

04 map albrecht route v2

04-ALR-v2-a-Bodenalpe-Eita-Fusino-Grosio


04-ALR-v2-b-Bodenalpe-La-Grosina-Grosio


Übernachtungstipps:

Grosio: Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, ist das Geld wert; www.hotelsassella.it
Grosotto: Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624    www.garnilecorti.it




5. Tag: Val di Rezzalo, Gaviapass

v2-Variante: 05-v2-a1-Gallo-Trail.gpx

  • der Abzweig geht scharf rechts von der Gaviapass-Straße in Richtung Lago Nero ab bei ca. km 36,5 der Hauptroute
  • das ist ca. 400 m vor dem Tunnel und zunächst eine Schotterpiste bis zum See
  • der Gallo-Trail führt ins Valle delle Messi und war zunächst S1, max S2 - inzwischen ist er eher als S3 einzustufen und nach Einschätzung von Downhill-Spezialisten kaum noch fahrbar. Dadurch passt der Trail eigentlich nicht mehr so richtig zum Charakter der Albrecht-Route - es will also wohl überlegt sein, den Gallo-Trail einzubauen
  • am Ristorante Pietrarossa überquert diese v2-Route die Gaviastraße und führt auf Schotter direkt nach Pezzo

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v2-Variante: 05-v2-a2-Pezzo-Trail.gpx

  • ist alternativ zum Gallo-Trail, man kann nicht beide fahren
  • befindet sich bei der Abfahrt auf der Gavia-Pass-Straße auf einer Höhe von ca. 1800 m
  • in scharfer Rechtskurve geht es geradeaus aus auf Trail (Schild Cima Graole)
  • weiter auf Wiesenpfad, dann rechts auf Weg 53 Richtung St. Appollonia
  • Einmündung auf Hauptroute in Nähe der Gaviastraße ca. auf einer Höhe von ca. 1700 m
  • die Straße macht dort gerade eine scharfe Rechtskurve

Pezzo Trail 1Pezzo Trail 2


5. Tag Nebenroute: über Passo Foppa/Mortirolo, Val Grande, Val Bighera ins Val Camonica nach Ponte di Legno

v2-Variante: 05-var-v2-Val-Grande.gpx

  • durch die v2-Trailvariante über das Val Grande erhält die Nebenroute des 5. Tages der klassischen Albrecht Route von Grosio über Passo Mortirolo/Passo Foppa eine deutliche Aufwertung
  • dazu kurz vor dem Ristorante und Albergo Mortirolo links auf Almweg in Richtung Malga Varadega abbiegen
  • auf einer Höhe von rund 2100 m (Col Carette) links auf Schotterpiste in Richtung Malga Val Bighera
  • weiter Trail ins Val Grande
  • auf einer Höhe von ca. 1400 m die Talseite wechseln und weiter in Richtung Chiesa San Clemente
  • von dort grober und oft feuchter Trail/Karrenweg via Vedet ins Tal und Verbindung zum Radweg in Richtung Ponte di Legno

Hinweis: wie ich bei einer erneuten Recherche vor Ort feststellen konnte, gehört diese v2-Strecke inzwischen zum örtlichen MTB-Trailnetz und wird entsprechend signalisiert und vor allem auch gepflegt

val grandeval bighera1

val bighera2chiesa san clemente


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

05 map albrecht route v2

05-ALR-v2-a1-Grosio-Pezzo mit Gallo Trail

05-ALR-v2-a2-Grosio-Pezzo mit Pezzo Trail


05-var-ALR-v2-Grosio-Ponte di Legno mit Val Grande


Übernachtungstipp in Pezzo:

In Pezzo gibt es das "Da Giusy" mit 3 Zimmern, in denen bis zu 14 Biker übernachten können. Im "Da Giusy" kann man auch am Abend essen gehen. Sehr gute Küche.
Loc. Pezzo di Pontedilegno, Via Ercavallo 39 - Tel: (+39) 0364 92153

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Übernachtungstipp in Ponte di Legno

  • Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice auf Anfrage
    25050 Temu, Via Valeriana 46 - loc. Plazza (Vorort von Ponte di Legno)
    Tel. +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510
    Auf Anfrage bereitet Carla gerne ein Abendessen zu mit Produkten aus der Region und aus ihrem Bio-Garten direkt am Haus (siehe auch folgendes Bild).

Raggio di Luce




6. Tag: Montozzo

v2-Variante: 06-v2-a-Werk-Pejo.gpx

  • Trail ab Rifugio Fontanino zum Werk Pejo
  • der Trail hat ein paar verblockte Abschnitte und Gegenanstiege  und ist bei Nässe nicht sehr flüssig fahrbar
  • ggf. kann man schon nach ca. 1,5 km bei der Pont del Margollin wieder auf die Hauptroute wechseln

Werk Pejo


v2-Variante: 06-v2-b-Mezzana.gpx

  • bei Mezzana an der Seilbahnstation Marilleva 900 noch nicht auf den Radweg abbiegen
  • sondern noch ein Stück halbrechts auf Straße bergauf
  • nach dem Hotel rechts auf Schotterpiste, Trail und Pfad nach Daolasa
  • im Ort links bergab zum Radweg Val di Sole

P1010071 kleinP1010107 klein

P1010140 kleinP1010102 klein


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

06 map albrecht route v2

06-ALR-v2-Pezzo-Madonna


Hinweis: falls die Seilbahn in Daolasa fährt, gibt es noch eine Variante - diese ist Bestandteil der "Albrecht-Route Top of the Rocks"

  • mit Seilbahn bis Bergstation bei Rifugio Solander
  • weiter über Rifugio Rosa Alpina, Malga Dimaro und Malga Dare nach Campo Carlo Magno
  • weiter auf Trail neben Golfplatz zur Hauptroute oberhalb Malga Mondifra

Übernachtungstipps in Madonna di Campiglio:
Hotel Arnica
38086 Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa 32 - tel 0039-0465-442227
Chef ist Matteo, mitten im Zentrum, Supermarkt in der Nähe

Hotel Vidi
Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa, 50
TEL: 0039-0465-443344
Bed and Breakfast, mit Sauna und Restaurant, zentral gelegen, Supermarkt in der Nähe
Sonderpreis für Biker, Garage, Möglichkeit für Reparaturen und Bikewäsche, Wäscheservice für Bikeklamotten

Garni dello Sportivo
Madonna di Campiglio, Via Pradalago, 29 Tel.: 0039-0465-441101




7. Tag: Madonna di Campiglio - Gardasee

v2-Variante: 07-v2-a-Ballino-Tennosee.gpx

  • in Ballino bei Kirche links ab in Richtung Castil, Laghisolo
  • vermeidet dadurch die Straßenabfahrt von Ballino zum Tennosee
  • es gibt ein paar zusätzliche Höhenmeter, ab Castil dann Schotterpiste
  • bei der Abfahrt zum Tennosee ein paar Trailabschneider
  • erreicht Hauptroute wieder bei Ville del Monte
  • am Tennosee ist auch direkter Wechsel von der Hauptroute auf v2-Variante 07-v2-b-Tennosee-Bastione möglich

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v2-Variante: 07-v2-b-Tennosee-Bastione.gpx

  • ab dem Hotel am Tennosee ist auch Wechsel zurück auf Hauptroute möglich
  • ansonsten bei v2 ab dem Hotel am Lago di Tenno rechts abbiegen und über den Radweg entlang der alten Straße in Richtung Pranzo
  • noch vor dem Ort jedoch rechts abzweigen in Richtung Campi/Malga Grassi
  • in Campi links ab durch eine kleine Senke
  • dann auf dem legendären Pinzatrail steil bergab in Richtung Riva
  • Abstecher zur Bastione nicht vergessen

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Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: v2
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

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Hinweis zur Ankunft in Torbole

Das alte Strandcafe wurde im Winter 2011/2012 dem Erdboden gleichgemacht. Es hatte zwar einen etwas morbiden Charme, war aber für viele Biker immer ein willkommener Anlaufpunkt nach oder vor Touren. Es ist schon etwas anderes mit direktem Blick auf den Lago zu sitzen, als sich bei "Meckis" oder gar der unsäglichen "Winds Bar" die Abgase der Autos um die Nase wehen zu lassen. Das neue Strandcafe "bar alla sega" ist im Frühjahr 2012 in kurzer Zeit gebaut worden in modernem Stil. Manche werden sagen: Bauhausoptik. Andere vielleicht: Betonklotz. Wie auch immer.
Jetzt ist der klassische Endpunkt meiner Transalp wieder vorhanden.

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Transalp Roadbook 1 cover vorn 300px hochHinweise zur v2

  •  Hinweise zur v2 sind auch dokumentiert im Transalp Roadbook 1 - Die Albrecht-Route (16. Auflage 2022)

Die GPS-Tracks sind ergänzende Teilstrecken zur klassischen Albrecht-Route und müssen im Zusammenhang mit der klassischen Hauptroute betrachtet werden. Sie liegen in folgender Nomenklatur vor:

  • 01-v2-a-Eibsee.gpx bzw. 01-v2-b-Kronburg-Trams.gpx

01-v2:
Bezieht sich auf Optionen der Albrecht-Route v2, die man anstelle einzelner Teilstrecken der klassischen Albrecht-Route fahren kann. Die v2-Varianten zweigen jeweils direkt von der Albrecht-Route ab und münden auch direkt wieder dort ein.

  • „01“ steht für den ersten Tag
  • „a“ bzw. „b“ drückt aus, dass es an diesem Tag mehrere v2-Optionen gibt, die man alle fahren kann (wenn man will), aber nicht muss

a1 und a2:
bezieht sich darauf, dass hier zwei v2-Optionen vorhanden sind, die man nur entweder/oder fahren kann

  • 05-v2-a1-Gallo-Trail.gpx bzw. 05-v2-a2-Pezzo-Trail.gpx

05-var-v2:
bezieht sich auf eine v2-Variante bei Nebenroute der klassischen Route (hier am 5. Tag)

  • 05-var-v2-Val-Grande.gpx

Jeder kann und muss sich seine individuelle Variante aus den GPS-Tracks selbst zusammenstellen.

In den tabellarischen Roadbooks im Transalp Roadbook 1 sind jeweils Hinweise eingearbeitet, wo v2-Varianten möglich sind.
Beispiel: 1. Tag

Ort km Höhe Bemerkungen
Garmisch 0,0 708 m hinter Hauptbahnhof großer freier Parkplatz am Eisstadion, Riffelseestraße folgen in Richtung Zugspitze, am Ortsende weiter auf Radweg Richtung Grainau
Garmisch 2,2 714m links weiter auf Hammersbacher Fußweg                                                                                                                                        (ab: 01-v2-a-Eibsee)
... ... ... ...
Ehrwald 23,2 965 m an Tankstelle rechts, weiter durch Wiesengrund                                                                                                                              (an: 01-v2-a-Eibsee)

Bei den GPS-Tracks, Topo-Karten und Kartenscans gibt auch es eine spezielle Version mit der v2-Variante - siehe hier


Albrecht-Route XXL

Damit nicht alles doppelt erscheint, ist der genaue Tourplan bei der klassischen Albrecht-Route MTB zu finden, ebenfalls unter der Rubrik XXL.

 

Albrecht-Route

Trailer zur DVD Abenteuer Alpencross 2 - Transalp auf der Albrecht-Route - © Sebastian Runschke und Roland Schymik - SERU Film


Strecke

Garmisch- Fernpass - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Galtür - Ischgl - Fimberpass - Scuol - Pass da Costainas - Münstertal - Val Mora - Passo Verva - Grosio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Pezzo - Montozzo-Scharte - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Passo Ballino - Gardasee

Länge: ca. 469 km
Höhenmeter: ca. 12.000 hm
Etappen: 7, Hinweise zu Varianten bei den einzelnen Tagesberichten
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis in den Mitte/Ende September hinein. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten.


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004 (siehe auch die Detailkarten bei den Tagen 1 bis 7)

Albrechtroute aktuell Hauptroute Nebenroute versus Ur Route 2004


Hinweis

Basis des Tourberichts in Text und Bild ist die Ur-Route, wie ich sie im Jahr 2004 gefahren bin. Seitdem hat sich die Albrecht-Route zu meiner Überraschung und Freude zum Dauerbrenner in der Transalp-Szene entwickelt. Die grundsätzliche Einteilung der Etappen hat sich bewährt und wurde im Laufe der Jahre nur geringfügig verändert. Ansonsten habe ich immer wieder die Route überprüft und an den Stellen angepasst, wo man sie verbessern kann. Einerseits werden neue Wege gebaut. Andererseits habe ich gezielt danach gesucht, Straßenpassagen verschwinden zu lassen zugunsten von Schotterpisten oder noch besser Trails. Änderungen an der klassischen Route habe ich trotzdem nur sehr behutsam vorgenommen. Auf den Übersichtskarten der einzelnen Etappen kann man sich die Unterschiede anschauen. Auch der Vergleich der Höhenprofile zeigt die Entwicklung der Albrecht-Route. Die Ergebnisse resultieren auch aus meinen Recherchen zur Version v2 der Albrecht-Route, die von mir im Internet dokumentiert wird.
Die Ergebnisse der laufenden Recherchen sind in diesen Bericht eingeflossen, der den aktuellen Stand dokumentiert.


Übersicht Etappen der Hauptroute

1. Tag: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - alter Fernpass - Schloss Fernstein - Nassereith - Strad - Imst - Schönwies - Zams - Landeck

2. Tag: 76,6 km, 2262 hm
Landeck - St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür - Ischgl - Fimbertal - Bodenalpe

3. Tag: 64,3 km, 2063 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü - Tschierv

4. Tag: 77,7 km, 1370 hm 
Tschierv - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Arnoga - Passo di Verva - Eita - Grosio

5. Tag: 46,6 km, 2183 hm
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Pezzo

6. Tag: 60,3 km, 2169 hm
Pezzo - Case di Viso - Montozzo-Scharte - Lago di Pian Palu - Pejo - Fucine - Val di Sole - Dimaro - Madonna di Campiglio

7. Tag: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Passo del Gotro - Albergo Brenta - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Cure - Passo Ballino - Tennosee - Villa del Monte - Tenno - Deva - Riva - Torbole


Vergleich Höhenprofile der aktuellen Albrecht-Route mit der Ur-Route 2004

Albrecht Route profil aktuell

albrecht route2004 komplett


Nachfahren der Tour

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Weiterhin ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Finisher Bikeshirt - im Webshop


Landkarten

KOMPASS: Digitale Karte Über die Alpen, Digitale Karte Schweiz, Wanderkarten: WK 5, WK 35, WK 41, WK 42, WK 072, WK 73, WK 94, WK 98, WK 101
Übersichtskarte: Kompass: Straßenkarte 358 Tirol - Trentino
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer


Tourplanung:

Andreas Albrecht
Ur-Route gefahren vom 5.-11. September 2004

 Transalp Team Ur-Route 2004

Team Ur-Route v.l.n.r.: HaPe (Ulm - bis 3. Tag), Reiner (Arnstadt), Olaf (Mainz), David (München), Matze (Gräfenroda), Uli (Gelnhausen) ,  Andreas (Gotha), Christian (Deggendorf)



Tourbericht

"Und am Ende sind es nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen. Es ist das Leben in deinen Jahren."
Abraham Lincoln (1809-1865)

Vorbemerkung: Diesen Originalbericht habe ich kurz nach der "Erstbefahrung" der Albrecht-Route geschrieben. Ich habe ihn soweit als möglich unverändert gelassen. Das hat einerseits historische Gründe. Andererseits spiegelt er den Geist der Albrecht-Route nach meinem Empfinden gut wider.
Auch die Fotos stammen überwiegend von der ersten Befahrung. Ich habe sie nur sparsam ergänzt an den Stellen, wo ich kein oder deutlich besseres Bildmaterial zur Verfügung hatte.


Prolog

Transalp Roadbook 1 cover vorn Meine erste Transalp fuhr ich im Jahre 1994. Danach kamen Jahre des Ausprobierens, des Suchens nach einer optimalen Route. Seit dem Jahr 2000 bin ich auf der richtigen Fährte, Jahr für Jahr, Tour für Tour. 4 Jahre später - im September 2004 - bin ich endlich zufrieden. Alles passt zusammen. Die Strecke, die Truppe und auch das Wetter; es spielt mit. 7 Tage Sonnenschein, stahlblauer Himmel und nicht zu heiß; besser kann es gar nicht sein. Ich hatte mich im Vorfeld mit einem Augenzwinkern sogar an den Mondphasen orientiert, um den richtigen Zeitpunkt für die Transalp festzulegen. Wir sind am Ende einer Vollmondphase losgefahren, da ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es eine Schönwetterphase wird. In die Route habe ich schließlich alle Highlights einbauen können, die ich in den letzten Jahren erfahren habe. Viele Mountainbiker haben inzwischen Anregungen aus meinen Tourberichten aufgegriffen und sind verschiedene Varianten meiner Transalps ab Garmisch nachgefahren. Rückmeldungen aus dem Internet und aus den Hotels an den Etappenorten bestätigen mir das immer wieder. Zuerst war ich schon erstaunt über solch eine Resonanz, dann natürlich erfreut, dass so viele "meine" Touren nachfahren. Sie sind entstanden aus meiner Einstellung zum Mountainbiken in den Alpen. Ich will möglichst viel fahren können, auch und gerade im hochalpinen Bereich. Die Schiebepassagen sollen sich in Grenzen halten und Bikegeschleppe, besonders bergab, finde ich nervig. Das geht anscheinend vielen so. Von Anfang an habe ich darauf geachtet, für den Fall schlechten Wetters eine alternative Route zu haben, auf der die Transalp weitergehen kann. Zum Glück habe ich diese selten gebraucht. Bei dieser Tour hätte ich diesmal gut 2 kg Gepäck im Rucksack sparen können. Regensachen, Winterklamotten - alles nicht notwendig. Aber wer weiß das schon vorher.


Transalp Roadbook in Papierform und als eBook (16. Auflage 2022)

  • berücksichtigt die aktuelle, verbesserte Streckenführung, mit Hinweisen zur 6-Tage-Variante und v2
  • v2-Strecken sind auf den Übersichtskarten markiert
  • Änderungen im Vergleich zu alten Auflagen sind hier dokumentiert
  • Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier


1. Tag: Fern-Pass

Strecke: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - alter Fernpass - Schloss Fernstein - Nassereith - Strad - Imst - Schönwies - Zams - Landeck

  • 4 %: Straße
  • 49 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 42 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 01-ALR-Garmisch-Landeck.gpx

siehe auch Variante Biberwier: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, kein separates Höhenprofil notwendig

  • GPS-Track: 01-var-ALR-Biberwier.gpx

Gesicherte Trailpassage am Fernpass

Gesicherte Trailpassage zwischen Fernpass und Schloss Fernstein


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

01 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

01 ALR Garmisch Landeck


Panorama mit Zugspitze

Garmisch-Partenkirchen: Panorama mit Zugspitze - so richtig zur Einstimmung auf die Transalp geeignet


Inzwischen könnte ich meine Route aus dem Gedächtnis fahren, so hat sie sich bei mir eingebrannt. Aber sicher ist sicher; ich schleppe also die drei A4-Seiten des Roadbooks und die 18 Blätter gescannter Kartenausschnitte mit. Draufschauen muss ich nur selten, eigentlich nur, um zu sehen, wie wir in der Zeit liegen. Wir sind eine prima Truppe. Schon zu Ostern haben wir uns am Gardasee getroffen und sind gemeinsam Touren gefahren, menschlich passen wir gut zusammen. Das ist mir ganz wichtig, nach den überwiegend positiven Erfahrungen der letzten Jahre. Wieder geht es in Garmisch los. Wir treffen uns an einem sonnigen Spätsommermorgen im September am Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof. Es ist ein Sonntag. Das hat den Vorteil, dass wir in der Regel allein auf der Strecke sein werden. Viele starten ja am Samstag. Nur eine Gruppe fährt parallel zu uns. Und wie sich am Abend in Landeck herausstellt, nach meinen Roadbooks. Gemächlich setzen wir uns in Richtung Zugspitze in Bewegung.

Start unter der Zugspitze

Start unter der Zugspitze


Diese erste Etappe ist so richtig schön zum Einrollen geeignet. Jeder kann seinen Rhythmus finden. Von allen Streckenvarianten ist etwas dabei: grober Schotter, Trail-Passagen, einfache Strecken zum Rollen, bergauf, bergab. Aber nicht zu viel auf einmal; und natürlich der Blick auf die Wälder, die Seen und die Berge der Alpen.

Häselgehr Wasserfall

Auf dem Weg nach Ehrwald: Häselgehr Wasserfall


Bei dem herrlichen Altweibersommer ein Genuss für die Sinne und ein wohliges Gefühl auf der Haut, die von der Sonne gebräunt wird.

Ehrwald mit Zugspitze

Ehrwald mit Zugspitze


Das Panorama ist überwältigend.

Ehrwald Panorama mit Zugspitze IMG 1617

Ehrwald: Panorama mit Zugspitze aus einer anderen Perspektive, aber immer gewaltig


Bei diesem warmen Spätsommerwetter kommt ein Stopp am Weißensee wie gerufen.

Weissensee

Weißensee


Danach folgt die einzige größere Herausforderung auf der ersten Etappe. Der Anstieg zum alten Fernpass.

Auf dem Weg zum alten Fernpass

Auf dem Weg zum alten Fernpass


alter Fernpass

Alter Fernpass


Am alten Fernpass sehen wir auf die Autoschlange hinunter, die sich in Richtung Imst quält. Wir sind frei und ungebunden und rauschen die Schotterpiste hinab. Beim Überqueren der Straße müssen wir erst eine Lücke in der unablässig vorüberziehenden Autokarawane abpassen. Die beeindruckendste Passage auf der ersten Etappe ist ohne Zweifel der ausgesetzte Wegabschnitt der uralten "Via Claudia". Inzwischen ist er als S0-Trail mit einem Hauch von S1 einzustufen. In der Tiefe schimmert der Fernsteinsee zwischen den Bäumen hindurch.

Fernsteinsee

Fernsteinsee


Tief haben sich die eisenbeschlagenen Wagenräder der alten Römerkarren im Laufe der Jahrhunderte ins Gestein gegraben.

Uralte Wagenspuren am Fernpass

Uralte Wagenspuren auf dem alten Römerweg


Seit ein paar Jahren ist der Weg aus seinem Dornröschen-Schlaf erwacht. Einige Mountainbiker kommen uns an dieser Stelle entgegen. Sie kämpfen sich den Pfad hoch. Für uns geht es heute fast nur noch abwärts.

Schloss Fernstein

Schloss Fernstein


Zunächst fahren wir durch Nassereith und dann durch das Gurgltal abwärts in Richtung Inntal. Dabei fühlen wir uns ein wenig an Wege in unseren heimischen Mittelgebirgen erinnert.

Gurgltal

Gurgltal: immer schön leicht bergab


Imst passieren wir an der neuen Kirche und erreichen am Ufer des Inn den bestens ausgebauten Radweg Richtung Landeck.

Am Inn

Am Inn


Wir halten uns nach der Stippvisite am Inn nicht groß mit Pausen auf, sondern radeln in flotter Formation los. Olaf gibt einen guten Windschatten. Er fährt, wie ich früher, viel Rennrad und wir erreichen ein flottes Tempo. Wer abreißen lässt, hätte verloren, aber es kommt keinem darauf an, als erster anzukommen.

Easy going nach Landeck

Easy going auf dem Innradweg in Richtung Landeck


An einer Wasserstelle kurz vor dem Tagesziel finden wir schnell wieder zusammen.

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Wasserstellen gibt es jede Menge auf der Strecke der gesamten Transalp


Eine Nonne auf einem Fahrrad, die von unsere Spitzengruppe zügig passiert wurde, radelt nach kurzer Zeit entspannt vorbei. So schnell waren wir also doch nicht. Weiter geht's, in wenigen Minuten sind wir im Hotel "Mozart" in Landeck. Das hauseigene Schwimmbad und ein Sonnenbad im Garten warten schon auf uns.

Hotel Mozart Landeck

Wir sind guter Dinge, die Wetteraussichten hervorragend. Wir freuen uns auf das leckere Abendessen. Seitdem ich hier übernachte, habe ich meine Abendgarderobe ein wenig angepasst. Eine leichte Mikrofaserhose für den Abend ist nun immer dabei und ein T-Shirt, dass nicht zu radmäßig aussieht. Ich mache ein Schwätzchen mit dem Hotel-Chef Thomas Radlbeck, den ich vor ein paar Jahren auf einer Messe in Erfurt kennengelernt hatte. Ich freue mich immer über das Wiedersehen. Thomas ist so, wie ich viele Österreicher schätzen gelernt habe: verlässlich, professionell und immer herzlich. Er erzählt mir, dass immer mehr Radfahrer sein Hotel frequentieren. Manche seien für eine Story gut. Einer sei einmal mangels trockener Wechselkleidung barfuß und in Unterwäsche zum Abendessen erschienen, was die anderen Anwesenden und vor allem seine Mutter, die Seniorchefin des Hauses, nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinriss. Mit einem Augenzwinkern also hier der Hinweis: Im Hotel "Mozart" herrscht Ordnung, Krawattenzwang besteht allerdings nicht.


Hinweise zur Variante zwischen Biberwier und Weißensee

  • leichtere Strecke ab Biberwier über Radweg Via Claudia
  • verläuft parallel zur Fernpassstraße
  • separates Höhenprofil nicht notwendig
  • GPS-Track: 01-var-ALR-Biberwier.gpx

Übernachtungstipp: Landeck

Hotel Mozart: Nähe Bahnhof, Superkomfort, Schwimmbad, super Essen, Telefon: 0043/5442/64 222, abschließbare Radgarage, Reinigungsgerät, Werkstatt und Trockenraum ........ sicher, sauber
Auch ein toller Ausgangspunkt für einen Radurlaub über mehrere Tage. Dazu kann man verschiedene Bus- und Bahntransfers nutzen. Ab einer Nächtigung im Hotel Mozart erhält man die Tirol West Card mit zum Beispiel freien Bustransfers.
Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von

Damit könnte man zum Beispiel entspannt und stressfrei die 1. Etappe der Albrecht-Route mal ohne schweren Rucksack fahren.
Geht ganz einfach:

  • mit Zug von Landeck bis Innsbruck
  • mit Zug von Innsbruck über Seefeld nach Garmisch-Partenkirchen
  • ggf. sogar mit Zug von Garmisch nach Ehrwald

 Habe ich schon zur Verifizierung meiner Strecken genauso gemacht.


Ur-Route

1. Tag: 79 km, 849 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - Fern-Pass - Schloss Fernstein - Strad - Imst - Landeck

albrecht route01



2. Tag: Verwall-Tal

Strecke: 76,6 km, 2262 hm
Landeck - St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür - Ischgl - Fimbertal - Bodenalpe

  • 16 %: Straße
  • 38 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 39 %: Feldweg, Schotter
  • 7 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 02-ALR-Landeck-Bodenalpe.gpx

siehe auch Variante über Tobadill: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 02-var-ALR-Tobadill-Ischgl.gpx

Idylle an den Scheidseen

Auf dem Weg zur Heilbronner Hütte: Idylle an den Scheidseen


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

02 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

02 ALR Landeck Bodenalpe


Der Gardasee liegt für die anderen gedanklich noch in weiter Ferne. Für mich ist er schon heute nah. Ich gehe im Geiste die Etappen durch und bin mir sicher, dass wir alle Highlights auf der Strecke erleben werden. Für den zweiten Tag habe ich geplant, über St. Anton durchs Verwall-Tal Richtung Ischgl zu fahren. Das ist bei diesem schönem Wetter ein gute Wahl, auch wenn es erst mal heißt, Strecke zu machen. Am Abzweig ins Paznaun-Tal verabschieden sich Uli und HaPe für heute. Sie fahren die kürzere Strecke Richtung Ischgl. Beide hatten in den Wochen zuvor mit Knieproblemen zu kämpfen. Sie wollen es heute ruhig angehen lassen. Uli kennt den Weg aus dem letzten Sommer. Wir werden uns auf der Bodenalpe wiedertreffen. Gegen Mittag sind sie dort und Uli bestätigt mir per SMS die Ankunft. Ab Flirsch ist es ruhig auf der Strecke. 

Flirsch

Flirsch


Wir wechseln auf Nebenwege, die im Winter Skiloipen sind. In St. Anton am Arlberg ist Gelegenheit, sich zu versorgen. Ich bin endgültig dazu übergegangen, tagsüber nur wenig und kleine Portionen zu essen. Wir machen insgesamt nur kurze Pausen, das ist besser für den Körper, der sich auf langandauernde Belastung, aber nicht auf ständige Höchstleistung einstellen muss. Bei dem schönen Wetter ist es auch kein Problem, mal kurz zu stoppen und eine Banane oder einen Riegel reinzuschieben.


In den folgenden Tagen werden wir bei den Bergabfahrten und den flachen Panoramastrecken des Öfteren anhalten müssen; einfach weil uns die Eindrücke der imposanten Gebirgswelt dazu "zwingen". Nach der Ortsdurchfahrt biegen wir am Hotel "Mooserkreuz" links ins Verwall-Tal ab.

Mooser Kreuz

Mooser Kreuz: hier beginnt die schöne Strecke im Verwalltal (Foto von einer späteren Befahrung mit meiner Frau)


Im Jahr 2000 bin ich hier das erste Mal entlang gefahren. Damals noch mit dem etwas unsicheren Gefühl, was mich auf der Transalp so alles erwarten wird. Heute bin ich ganz entspannt und genieße das langsame Eintauchen in die Gebirgswelt. Nach dem Verwallsee haben wir das Verwalltal für uns allein. Es ist ein so genanntes V-Tal, das relativ sanft ansteigend das Überschreiten der Baumgrenze bei rund 2000 Meter auch für den Normalbiker zum Vergnügen werden lässt.

Verwalltal mit Patteriol

Verwalltal mit Patteriol (3056 m), auch "Matterhorn des Verwalls" genannt


Die Konstanzer Hütte ist schnell erreicht und passiert. Jetzt schon eine Pause einzulegen, wäre unklug; danach würde es sich doppelt schwer treten.

Verwalltall nach Konstanzer Hütte

Im Verwalltall kurz nach der Konstanzer Hütte


Verwalltal sieht leicht aus ist aber zäh

Verwalltal: sieht leicht aus ist aber zäh


An der Schönverwall-Hütte ist die Schotterpiste zu Ende. Der Trail beginnt. Wir trudeln in kurzen Abständen ein und machen uns auf den weiteren Weg bis zu einer Brücke.

An der Schönverwallhütte beginnt der Trail

Trail von der Schönverwallhütte in Richtung Heilbronner Hütte


Nach der Brücke geht es dann schnell steil bergauf

Nach der Brücke geht es dann schnell steil bergauf


Damals begann hier eine Schiebepassage in Richtung Heilbronner Hütte, die mit ein paar Tragepassagen gewürzt war. Das ist nun Geschichte. Hier ein Bild zur Erinnerung.

Erinnerung

Erinnerung an die ehemalige Tragepassage


Update Verwalltal

Ca. 1,5 km nach der Schönverwall-Hütte gibt es ab der Brücke einen neuen Pfad. Der führt in Serpentinen auf das Plateau bei den Scheidseen in der Nähe der Heilbronner Hütte.

Neuer Trail im Verwalltal

Der Trail im Verwalltal von der Schönverwall-Hütte (im Hintergrund) hinauf zu den Scheidseen lässt sich bis zur Brücke nun gut fahren und danach zumindest gut schieben.


Auf dem Hochplateau bei den malerischen Scheidseen lässt es sich auf jeden Fall wieder fahren.

Auf dem Plateau kann man wieder fahren

Auf dem Plateau kann man wieder fahren


Plateau bei den Scheidseen kurz vor der Heilbronner Hütte

Plateau bei den Scheidseen kurz vor der Heilbronner Hütte


Scheidseen

Scheidseen: nun ist es nicht mehr weit bis zur Passhöhe


Schließlich meistern alle den Schlussanstieg zur Heilbronner Hütte. Matze und Christian fahrenderweise, die anderen schieben meist das letzte Steilstück.

Heilbronner Hütte

Heilbronner Hütte


Auf der Terrasse knallt die Sonne wie im Hochsommer. Ich esse ein kleines Süppchen, auf mehr habe ich keinen Appetit.
Hinweis: Inzwischen ist die Hütte bei gutem Wetter extrem überlaufen. Ich würde in dem Falle dort keine Rast mehr machen, sondern zum Kops-Stausee abfahren.

Die Abfahrt in Richtung Kops-Stausee ist bei diesem herrlichen Wetter ein Traum.

Blick von der Heilbronner Hütte zur Silvretta-Gruppe

Blick auf die Abfahrt von der Heilbronner Hütte: im Hintergrund die Silvretta-Gruppe


Sie weist keine technischen Schwierigkeiten auf, so lassen wir es einfach rollen und halten immer wieder kurz an, um die Aussicht auf die Bergketten der Silvretta zu genießen.

Leichte aber steile Abfahrt von der Heilbronner Hütte

Leichte aber steile Abfahrt von der Heilbronner Hütte


Nach der Verbellaalpe muss man Obacht geben, damit man nach der Schranke einen kurzen giftigen Anstieg nicht verpasst, der nach links zum Stausee führt. Nach rechts in Richtung Partenen weiter abwärts zu rollen, ist zwar verführerisch, hilft aber nicht viel weiter. Man müsste die Transalp dann z.B. auf der Heckmair-Route über das Schlappiner Joch fortsetzen, was sicher auch seinen Reiz hätte. Aber dann sollte man auch so konsequent sein und von Oberstdorf aus starten. Wir kurbeln also ein kurzes steiles Stück nach oben. Ein paar entgegenkommende Wanderer helfen mental ungemein, um den lästigen Gegenanstieg zu meistern. Am Stausee halten wir kurz inne. Das Wasser ist durch die eingeschwemmten Sedimente milchig himmelblau, aber nicht sehr klar.

Kops-Stausee

Kops-Stausee


Kops-Stausee

Pfad am Kops-Stausee


Kurz nach dem Pfad entlang des Kops-Stausees überquert man die Straße in Richtung Gasthaus und bleibt auf dem Wanderweg. Man mündet dann direkt auf dem MTB-Weg Richtung Galtür.

Zeinisjochhaus

Zeinisjochhaus - danach folgt die Abfahrt ins Paznauntal über Galtür nach Ischgl


Das Zeinisjoch ist noch eine Bemerkung wert. Es hat vermutlich seinen Namen vom einheimischen Ausdruck für die Tränen der Tiroler Kinder. Viele von ihnen mussten bis in die 1940er Jahre ihre damals bitterarme Heimat verlassen, um sich in Schwaben als Dienstmädchen oder -jungen zu verdingen. Hier am Joch verabschiedeten sie sich von ihrer Familie und wurden den Schleppern übergeben. Es ist für uns heute kaum mehr vorstellbar, welche Armutsgrenze vor historisch kurzer Zeit durch die Alpen ging. Im damals reichen und mächtigen Deutschland veranlasste dies manche Einwohner, sich zum allgewaltigen Herrscher über das Leben der ihnen anvertrauten bzw. gekauften Seelen aufzuschwingen. Zum Glück ist mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges diese unsägliche Tradition hinweggefegt worden. Nun aber genug des geschichtlichen Exkurses. Wir genießen die rasante Abfahrt in Richtung Galtür, das schnell in Sichtweite gelangt.

Die Kühe sind satt wir auch

Die Kühe sind satt, wir auch. Deshalb lassen wir uns gerne ausbremsen! ????


Deutlich sind die Lawinenverbauungen zu erkennen, die nach den tragischem Unglück im Jahre 1999 den Ort vor Wiederholungen schützen sollen. Wir sehen deutlich, dass die lawinenauslösenden Berghänge niemals bewaldet waren und auch nicht mit Liftanlagen zugepflastert sind. Es war wohl eher eine Verkettung unglücklicher Umstände, die im damaligen Winter nach tagelangen Schneefällen den weißen Tod in den jahrhundertealten Ort brachte.

Lawinenverbauung in Galtür

Lawinenverbauung in Galtür


Wir fahren in den Ort ab, um auf dem Radweg neben der Trisanna bergab zu rollen. Inzwischen hat man sich auf die Zunft der radelnden Sommergäste eingestellt. Der Weg ist bestens ausgeschildert und führt einen nicht in Versuchung die Straße zu benutzen. Bei einzelnstehenden weißen Häusern (Apart Alexander) kurz hinter Galtür folgen wir dann dem Schotterweg entlang der Trisanna. In der Schlucht rücken die Felswände dicht aneinander. Nach dem verheerenden Hochwasser im August 2005 wurde der Weg neu angelegt und ist nun gut ausgebaut. Ischgl ist schnell erreicht.

Etappenende in Ischgl - das Hotel Jägerhof ist gleich neben der Kirche

Ischgl - nach rechts, wo auch die Seilbahnen verlaufen, geht es steil ins Fimbertal


Schließlich erreichen wir oberhalb der Ortslage Ischgl einen Wegabzweig ins Fimbertal, wo heute für uns Endstation sein soll. Damit sparen wir uns den ersten heftigen Teil des Schlussanstiegs aus Ischgl heraus. Wir kurbeln den zwar steilen, aber durchaus fahrbaren Weg zur Bodenalpe hinauf.

Im Fimbertal endlich fertig für heute

Im Fimbertal kurz vor der Bodenalpe: endlich fertig für heute!


Wir übernachten hier und nicht wie viele andere auf der Heidelberger Hütte. Diese ist inzwischen viel zu überlaufen. Von Hüttenromantik keine Spur mehr. Dereinst zählte ich dort mehr als 80 Mountainbiker über Nacht, dazu noch rund 100 Wanderer- und Gesangesfreunde der Alpenvereinsektion Heidelberg. Da wird die alpine Einsamkeit wahrlich zum Massenerlebnis. Die Wirtin Esma der Bodenalpe empfängt uns herzlich und wir beziehen unsere Zimmer. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zur Heidelberger Hütte. Die Zimmer sind sauber und mit Dusche/WC und TV sehr gut ausgestattet. Sogar einen Wäscheservice hält Esma bereit. Abendessen und Frühstück sind schmackhaft und reichlich, dazu preiswert. Fazit: sehr empfehlenswert.

Bodenalpe


Hinweise zur Variante über Tobadill nach Ischgl

Strecke: 37,9 km, 1514 hm
Landeck - Perfuchs - Perfuchsberg - Tobadill - Vordergiggl - Giggler Tobel - Frodenegg - See - Sesselebene - Kappl - Ebene - Ischgl - Bodenalpe

  • 32 %: Straße
  • 55 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 9 %: Feldweg, Schotter
  • 4 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 02-var-ALR-Tobadill-Ischgl.gpx
  • im Falle schlechten Wetters kurze Strecke nach Ischgl
  • am Giggler Tobel meist nasse Trailanteile, ggf. schieben (Packtaschen am Fahrrad sind hier eher hinderlich)
  • ab See entlang der Paznaun-Talstraße bis Ischgl mit diversen Umfahrungen

02 var ALR Tobadill Ischgl


Bilder an der Strecke der Variante über Tobadill - See

Panorama auf Grins mit Parseierspitze

Panorama auf dem Weg Tobadill hinüber nach Grins mit Parseierspitze


Tobadill mit Blick zum Hohen Riffler, mit 3168 m der höchste Gipfel der Verwallgruppe

Blick über Tobadill zum Hohen Riffler, mit 3168 m der höchste Gipfel der Verwallgruppe


Von Hintergiggl durch den Giggler Tobel auf gemeinsamem Pfad nach Frödenegg

Von Hintergiggl durch den Giggler Tobel auf gemeinsamem Pfad nach Frödenegg


Frödenegg

Idylle in Frödenegg


Ur-Route

2. Tag: 78 km, 2240 hm
Landeck - St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür - Ischgl - Fimbertal - Bodenalpe

albrecht route02


Übernachtungstipps

Flirsch

  • Berghotel Basur, Flirsch 148, 6572 Flirsch, Österreich, Tel.: +43 5447 5206

St. Anton am Arlberg

liegt auf der Strecke, wenn man zum Beispiel die erste Etappe verlängern will oder hier starten will (unter Auslassung der 1. Etappe Garmisch -Landeck)
Hotel Montfort: A-6580 St. Anton am Arlberg, Dorfstraße 57, Tel. +43-5446-2310

Hotel Montfort

St. Anton: Rast- und Übernachtungsmöglichkeit bei anderer Einteilung der Etappen  - Hotel Montfort am Beginn der Fußgängerzone - auch ein Supermarkt befindet sich in der Nähe


Ischgl

Hotel Jägerhof
Direkt an der alternativen Route des 2. Tages gelegen. Niveauvolles, familiär geführtes 4-Sterne-Hotel im Ortszentrum von Ischgl (Nähe Kirche).
Adresse: Eggerweg 11, A-6561 Ischgl/Tirol, Tel.: +4354445206

Ischgl Hotel Jägerhof 


Bodenalpe

angenehmes Berghotel im Fimbertal oberhlab von Ischgl:  www.bodenalpe.com  Tel.: 0043-5444-5285 

Bodenalpe

Inzwischen ist die Albrecht-Route für die Bodenalpe ein fester Bestandteil des Sommergeschäfts geworden und mich verbindet eine herzliche Freundschaft mit der Familie Walser.



3. Tag: Königsetappe über den Fimberpass und Pass da Costainas

Strecke: 64,3 km, 2063 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü - Tschierv

  • 2 %: Straße
  • 20 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 53 %: Feldweg, Schotter
  • 25 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-ALR-Bodenalpe-Tschierv.gpx

siehe auch Variante nach St. Maria im Münstertal: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 03-var-ALR-StMaria.gpx

Fimberpass mit Fluchthorn

Fimberpass mit Fluchthorn: sogar fahrbar, wenn man rechtzeitig aufsteigt!


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

03 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

03 ALR Bodenalpe Tschierv


Das ist in der Tat eine ordentliche Aufgabe, die heute vor uns liegt. Der Alpenhauptkamm wird zweimal bezwungen. Das sollte man nur bei gutem Wetter riskieren.

Fimberpass  Pass da Costainas

Noch ist es kühl, als wir uns an der Bodenalpe auf die Räder schwingen. Die Sonne taucht die Bergspitzen in ein rötliches Licht. Nach und nach ergreift sie auch Besitz vom Tal.

Aufbruch im Morgenlicht an der Bodenalpe

Aufbruch im Morgenlicht an der Bodenalpe


Die Schotterpiste ist gut fahrbar, mal mehr, mal weniger steil. An der Schweizer Grenze künden nur die Schilder davon, dass wir nun die Euro-Zone verlassen, zumindest offiziell.

Das ist nicht der Zöllner

Das ist nicht der Zöllner!


 Im Engadin ist die europäische Einheitswährung längst als zweites Zahlungsmittel neben dem Schweizer Franken akzeptiert. Mittlerweile gibt es oft auch das Rückgeld in Eurocent. Wir unterbrechen die Fahrt immer wieder durch Fotopausen. Das Morgenlicht ist dazu ideal.

Heidelberger Hütte schon in Sichtweite

Heidelberger Hütte schon in Sichtweite


Nach einer guten Stunde ist die Heidelberger Hütte erreicht.

Sammelpunkt an der Heidelberger Hütte

Sammelpunkt an der Heidelberger Hütte


Alle Mountainbiker, die hier übernachtet haben, sind schon ausgeflogen. Wir haben den Aufstieg zum Fimberpass für uns allein.

Jetzt gehts los

Jetzt gehts los!


Der Weg zum Pass erfordert zwar ein paar Schiebepassagen, dauert aber kaum eine Stunde und ist sogar teilweise fahrbar.

Von wegen reine Schiebepassage zum Fimberpass

Von wegen reine Schiebepassage zum Fimberpass


In vielen Berichten steht folgendes geschrieben: Im Mittelalter sollen über diesen Pass die Toten aus Ischgl zum Friedhof nach Sent im Engadin gebracht worden sein, denn das Paznaun gehörte jahrhundertelang zur Gemeinde Sent. Im Winter war der Weg unbegehbar. Man ließ deshalb die Leichen einfrieren und brachte sie im Frühjahr in Sent unter die Erde. Klingt gut, oder nicht?
Der Wahrheit kommt wohl folgende Version näher: Die Gemeinde Sent hatte sehr große Weidegebiete im  Paznaun erworben und Ischgl gehörte lange Zeit kirchlich zu Sent. Das mit den Toten ist eine alte Überlieferung. Da sich die Senter nur im Sommer in Ischgl aufhielten, ist es wohl sehr selten vorgekommen, dass die Leichen eingefroren wurden, um sie später zu transportieren. (Quelle: Cla Rauch - Gemeinde Sent). Wie dem auch sei. Am Fimberpass überschreiten wir eine Sprachgrenze. Im Unterengadin spricht man Rätoromanisch. Sie ist die vierte Amtssprache der Schweiz und hat ihre Wurzeln im Lateinischen. Wanderer und Biker grüßen sich mit "Allegra". Der Pass heißt Cuolmen d'Fenga.

Gleich geschafft der Pass ist zum Greifen nah

Gleich geschafft, der Pass ist zum Greifen nah!


Nach und nach treffen alle am Pass ein und sind beeindruckt vom großartigen Panorama, das sich uns bei diesen Wetterbedingungen bietet.

Fimberpass mit Fluchthorn

Fimberpass mit Fluchthorn


Die Abfahrt auf dem weithin einsehbaren Pfad gehört zu den legendären Trails in den Alpen.

Der legendäre Trail am Fimberpass


Wir genießen den anspruchsvollen Single-Trail ins Unterengadin.

Der legendäre Trail Der eine fährt der andere schiebt

Der eine fährt, der andere schiebt!


Bis zur winzigen Alp Chöglias muss man 500 Höhenmeter abwärts je nach Fahrkönnen und Beschaffenheit des Untergrundes einige Teilstücke schieben. Heute hat der Trail den idealen Grip - nicht zu nass und nicht zu trocken. Sogar ich fahre weite Teile. Könner fahren bei guten äußeren Bedingungen fast die gesamte Strecke. Der Pfad ist teilweise ausgewaschen und führt an Abbruchkanten entlang. Bei entsprechender Vorsicht sollte das aber kein Problem darstellen.

Begegnung in der Nähe der Alp Chöglias

Begegnung in der Nähe der Alp Chöglias - es sind nicht nur Mountainbiker unterwegs!


Später quert man noch eine abenteuerliche Bachbrücke und einen Gletscherbach.

Die Brücke gibt es nur im Sommer

Die Brücke gibt es nur im Sommer.


Weiter geht's das Tal hinab.

Ruppige Piste Richtung Griosch

Ruppige Piste Richtung Griosch


Ab Griosch fahren wir weiter auf der guten Naturstraße in Richtung Vna. Kurz vor der Ortslage biegen wir scharf rechts ab in Richtung Val Sinestra. Später teilt sich der Wiesenweg. Der Wegweiser zeigt an, dass der untere linke Weg direkt zum Kurhaus führt. Er wird wenig später zum anspruchsvollen Wurzel-Trail, der an der Abbruchkante des Flusses steil nach unten geht. Aber auch der obere rechte Weg (als Panoramaweg ausgewiesen) führt zum Ziel. Er ist ebenfalls gewürzt mit einigen Wurzelpassagen. Im Großen und Ganzen ein passabler Trail, der einen ab und zu aus dem Sattel zwingt. Nach einer Rechtskurve muss man Obacht geben. Hier ist ein Felsabbruch. Die dadurch entstandene Steilstufe ist ca. 1,50 Meter hoch.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!


Ich würde den Drop nicht riskieren.
Ab dem Kurhaus Val Sinestra verläuft eine schöne Naturstraße bis Sent, das hoch über dem Inn-Tal mit direktem Blick ins Val d'Uina liegt. Von hier aus geht es über einen Panoramaweg hinab nach Scuol. Eine Rast am Supermarkt im Ortszentrum mit Auffüllung der Vorräte ist empfehlenswert.

Scuol

Innbogen in Scuol


Die Auffahrt nach S-charl ist eine reine Fleißaufgabe. Wenn die Säge klemmt: es gibt einen Bus, der im Rahmen der Kapazität Fahrräder mitnimmt.

Auffahrt nach S charl im Val Minger

Auffahrt nach S-charl: führt im Val Minger durch eine Mondlandschaft (nach starken Regenfällen wird die Naturstraße immer mal wieder verschüttet)


S-charl

S-charl


Der Dorfbrunnen ist ein natürlicher Sammelpunkt.

S-charl

Lagebesprechung


Hier hält auch der Postbus. Wer Kräfte sparen will oder muss, kann seine Fahrräder in Scuol außen am Bus verstauen und sich kutschieren lassen. Ich hatte es HaPe vorgeschlagen, aber sein Ehrgeiz war stärker. Leider hat er seinem Knie damit keinen Gefallen getan. Bei der folgenden Auffahrt zur Alp Astras schwillt es stark an. Nichts geht mehr. Er muss zurück nach Scuol rollen. David überbringt uns an der Alp Astras diese Nachricht. Wir hatten schon besprochen, dass in solchen Fällen eine klare Entscheidung getroffen wird. Per SMS informiert mich HaPe, dass er in Scuol ein Hotelzimmer genommen hat und am nächsten Tag von seiner Nichte mit dem Auto abgeholt wird. Schade, dass er die Tour abbrechen muss, er war ein angenehmer Begleiter.

Hotel Crusch Alba

Falls man eine Pause in S-charl einlegen will: das "Crusch Alba" liegt direkt am Weg


Von S-charl aus führt der Weg entlang idyllischer Bergwiesen und einem munter murmelnden Bach.

Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas

Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas

Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas


Nur ein einziges steileres Stück kann einen aus dem Atem bringen. Die Hochebene zur Alp Astras erweist sich immer wieder als Rennstrecke.

Am Start

Am Start!


Christian und Matze sind die Sieger.

Alp Astras

Alp Astras


Von der Terrasse der Alp Astras haben wir einen weiten Blick zurück über die angenehm zu fahrende Strecke.

Blick von Alp Astras

Blick zurück von Alp Astras: nach und nach trudeln alle ein


Der wunderschöne Trail zum Pass da Costainas ist gut fahrbar und ein Traum.

Hochalpiner, fahrbarer Trail zum Pass da Costainas

Hochalpiner, fahrbarer Trail zum Pass da Costainas


Einer aus der Gruppe opfert sich und öffnet und schließt ein Gatter, so dass die restlichen alle von sich sagen können, den Pass komplett fahrend erreicht zu haben.

Pass da Costainas auch fahrbar

Pass da Costainas - fahrbar!


Ich bin immer wieder fasziniert von dieser einzigartigen Möglichkeit, den Alpenhauptkamm fahrenderweise zu bezwingen, ohne dass man auf einer Teerstraße fährt. Wirklich ein Genuss für alle, die ewiges Schieben im unwegsamen Gelände satt haben. Auch andere sind fasziniert von den Möglichkeiten, sich am Pass zu entspannen.

Der Pass da Costainas ist nicht nur bei Radfahrern beliebt!


Die Abfahrt beinhaltet gleich zu Beginn ein kurzes, sehr steiles Schotterstück.

Abfahrt

Steile Abfahrt vom Pass da Costainas


Leider macht Olaf dabei Bekanntschaft mit dem Untergrund. Eine ausgeprägte Schotterflechte ziert für den Rest der Tour seinen rechten Oberarm und auch den Unterschenkel.

Nochmal gut gegangen

Nochmal gut gegangen - Olaf kann weiterfahren!


Als wir die Wiese erreichen, sind die Schwierigkeiten vergessen. Eine Traumabfahrt auf gutem Schotter bis Lü wartet auf uns. Die Sicht ist fantastisch. Der Ortler mit seiner dicken Schneehaube liegt zum Greifen nah vor uns - Fotopause.

Lü mit Ortler im Hintergrund

Die ersten Häuser von Lü mit Ortler im Hintergrund


In Lü gibt es auch eine beliebte Rast- und Übernachtungsmöglichkeit, die Pension Hirschen. Wir fahren diesmal durch. Kurz nach dem Örtchen kreischt meine vordere Scheibenbremse gottserbärmlich. Der Bremsbelag ist komplett abgefahren. Zum Glück hat David passende Ersatzbeläge dabei. Ich war so dusselig, dass vor der Tour nicht zu kontrollieren. Aus seinen eigenen Fehlern lernt man wohl am besten. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Etappenende ist nach leichter Schotterabfahrt in Tschierv im oberen Münstertal.


Variante nach St. Maria im Münstertal

Strecke: 67,7 km, 2065 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü - St. Maria im Münstertal

  • 10 %: Straße
  • 18 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 47 %: Feldweg, Schotter
  • 25 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-var-ALR-StMaria.gpx (von Lü bis St. Maria im Münstertal)

So sind wir bei der Ur-Route gefahren. Grund war die Übernachtung in der urigen Jugendherberge "Chasa Plaz", die ich von vorherigen Touren kannte. Aufgrund des warmen Spätsommerwetters konnte unsere Pasta-Party im Freien stattfinden. Es wird relativ zeitig dunkel, wir sitzen noch lange im Freien zusammen. Das Glühen der Berge zeigt an, dass morgen wieder ein herrlicher Tag auf uns wartet.

Abendliche Pasta Party

Sta. Maria im Münstertal - Jugendherberge: abendliche Pasta-Party


03 var ALR StMaria komplett ab Bodenalpe


Alternative bei Schlechtwetter

  • bei Schneegefahr auf dem Fimberpass im Inn-Tal bleiben und via Pfunds, Martina auf dem Inn-Radweg bis Scuol, siehe zum Beispiel Albrecht-Route eMTB - 2. Tag

Schnee am Fimberpass im Juli

So kann's gehen: Schnee auf dem Fimberpass im Juli


  • diese Entscheidung muss ggf. schon auf der 2. Etappe ab Landeck getroffen werden
  • ich habe das schon auf der Bodenalpe erlebt, musste umdrehen und die große Schleife zurück über Landeck drehen und dann weiter durchs Inntal: ist mir 2007 so passiert, damals mussten wir sogar über den Reschenpass, um ins Münstertal zu gelangen

Ur-Route

3. Tag: 68 km, 1996 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü - St. Maria im Münstertal

albrecht route03


Übernachtungstipps

Tschierv

 Hotel Al Rom: Direkt an der Ofenpass-Straße gelegen. Bei Ankunft kann das Fahrrad gereinigt und über Nacht in der abschließbaren Bikegarage abgestellt werden. Wäscheservice: CHF 5.00 pro Person.

Hotel Al Rom in Tschierv

Hotel Al Rom in Tschierv im Münstertal


Pension Hirschen - Telefon: +41 81 858 51 81      http://hirschen-lue.ch/  

Lü Gasthof Hirschen


Sta. Maria im Münstertal

Chasa Jaro: Janine Hofer bietet fünf Doppelbettzimmer in einem sehr alten Haus an (ca. 800 Jahre), welches liebevoll restauriert ist. Alle Zimmer sind alte Holzstuben. Ein sehr modernes Badezimmer und Gäste WC muss man sich zwar mit evtl. anderen Bewohnern teilen, da es aber nur wenige Zimmer sind, ist die Anzahl der Gäste überschaubar. (Tipp von Karsten Voß)
www.chasa-jaro.ch

Via Veglia 95 (bzw. Döss da Punt 95)
CH-7536 Sta. Maria Val Müstair GR
Telefon Janine Hofer: +41 76 570 14 93

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4. Tag: Val Mora, Passo Verva

Strecke: 77,7 km, 1370 hm 
Tschierv - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Arnoga - Passo di Verva - Eita - Grosio

  • 10 %: Straße
  • 17 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 62 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-ALR-Tschierv-Grosio.gpx

siehe auch Variante ab St. Maria im Münstertal und ab Torri di Fraele über Bormio: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 04-var-ALR-StMaria-PraVau.gpx
  • GPS-Track: 04-var-ALR-Torri-di-Fraele-Bormio.gpx

Abfahrt Verva

Grobe Schotterabfahrt vom Passo di Verva nach Eita


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

04 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

04 ALR Tschierv Grosio


Nach dem Start in Tschierv folgt die Strecke immer dem MTB-Weg 444, der inzwischen auch Teil des Nationalpark-Marathons ist, der von den Schweizern jedes Jahr im August ausgerichtet wird. Nach einer schönen Einrollstrecke über Fuldera verlieren wir etwas Höhe, ehe in Runca die Auffahrt zum Döss Radond beginnt. Bei Pra da Vau wird es etwas flacher und eine Wasserstelle gibt Gelegenheit, die Trinkflaschen nachzufüllen. An der Weggabel mündet die Nebenroute ein, die in St. Maria im Münstertal begonnen hat und bis hierher deutlich steiler und anstrengender ist.

Auffahrt zum Döss Radond

Auffahrt zum Döss Radond


Nächster Sammelpunkt und Wasserstelle ist in der Nähe der Alp Praveder.

Alp Praveder

Alp Praveder


Nach einer kurzen Rast sind die letzten Höhenmeter zum Döss Radond schnell vergessen.

Die letzten Meter zum Döss Radond

Die letzten Meter zum Döss Radond


Und kurz hinter der Alpe ist es soweit.

Alpe bei Döss Radond

Das Ziel des ersten Anstieges des Tages ist in Sichtweite


Döss Radond

Döss Radond - der Übergang ins Val Mora


Wir finden alle wieder zusammen. Es ist sonnig, aber doch ein wenig frisch. Wir sind ganz allein in den Bergen, wenn man von den zahlreichen Murmeltieren absieht, die sich durch ihr charakteristisches Pfeifen bemerkbar machen. Matze kann die Geräusche täuschend echt nachmachen. Es ist, also ob sie sich unterhalten. Wir ziehen die Windjacken über und genießen die Abfahrt durchs Val Mora.

Val Mora hier verlief im Mittelalter eine alte Handelstrasse

Val Mora


Hier verlief im Mittelalter eine alte Handelsstraße. Sie verlor ihre Bedeutung als andere Passübergange entstanden sind wie der Umbrail. Der Pass Umbrail ist mit 2601 m zwar deutlich höher als der Döss Radond (2234 m). Der weitere Weg ist im unteren Teil des Val Moras allerdings auch sehr erosionsgefährdet, wie wir gleich sehen werden. Das Hochtal ist bei diesem Wetter einfach überwältigend. Wir halten oft an und schauen auf die uns umgebenden Dreitausender.

Val Mora - Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora

Val Mora - Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora


Die Bilder brennen sich ein. Diese alpine Kulisse sucht ihresgleichen. Wildromantisch ist es hier. Man meint, jeden Moment könnte Winnetou um die nächste Wegbiegung geritten kommen.

Wanderreiter

Und es werden in der Tat immer wieder Wanderreiter im Val Mora gesichtet


Aus der Schotterpiste wird ein Wiesentrail, der sich später durch Krüppelkiefern schlängelt.

Val Mora

Wiesentrail im Val Mora


Trail

Trail durch Krüppelkiefern im Val Mora


Ab der Bachbrücke wird das Tal schmaler, der Pfad zieht sich an der linken Fluss-Seite durch die Geröllhalden und zwingt einen ab und an zum Absteigen. Wer nach einem schneereichen Winter zu früh im Jahr unterwegs ist, kann Pech haben. Dann ist nach Lawinen im Winter und Murenabgängen unter Umständen der Weg noch verschüttet.

nach der Brücke beginnt der Trail durch die Geröllhalden

Nach der Brücke beginnt der Trail durch die Geröllhalden


der Trail muss nach jedem Winter wieder hergerichtet werden


In der Regel kann man ab Mitte Juni den Trail passieren. Er wird jährlich von der Schweizer Seite aus hergerichet. Infos zum aktuellen Zustand erhält man bei der Touristinfo im Val Müstair.
Wir nähern uns der grünen Grenze am Passo Val Mora.

wir nähern uns der grünen Grenze am Passo Val Mora


Am Passo Val Mora verlassen wir die Schweiz über die grüne Grenze. 

Passo Val Mora

Passo Val Mora


Nach der grünen Grenze sind wir nun schon in Italien. Wer die Augen nicht aufsperrt, bekommt die Grenze gar nicht mit.

 Nach der grünen Grenze nun schon in Italien wer die Augen nicht aufsperrt bekommt die Grenze gar nicht mit

Auf dem Weg zu den Stauseen Lago di San Giacomo di Fraele und Lago di Cancano


Am Passo Fraele geraten die Stauseen ins Blickfeld.

Stausee

Der erste Stausee ist der Lago di San Giacomo di Fraele


Wir halten uns bei der Seeumfahrung rechts. An der mittleren Staumauer ist rege Bautätigkeit zu erkennen. Die gewaltigen Wasserreservoire müssen instand gehalten werden.

Am Lago di Cancano ist man dann in Italien

Lago di Cancano


Wir passieren die Einmündung des Schotterweges vom Passo Alpisella. David und ich sind im Juli diesen Jahres auf Heckmairs Spuren von Livigno kommend hier entlang gefahren. Wir erinnern uns, dass wir damals am späten Nachmittag auf Quartiersuche waren und erst in Arnoga Unterschlupf fanden. Heute liegen wir gut in der Zeit. Am Rifugio San Giacomo stehen die Liegestühle einladend in der Sonne - Kaffeepause.

Rifugio Giacomo

Rifugio San Giacomo


Als ob sich seit unserem Aufenthalt vor einem Jahr nichts verändert hätte, ist auch das kleine Kätzchen wieder zur Stelle und turnt auf David herum.

Rifugio Giacomo


Schließlich fahren wir weiter, immer die Schotterpiste am See entlang. Oberhalb der Staumauer halten wir beim Rifugio Monte Scale noch einmal an und bewundern die Bergwelt. Das Sommer-Skigebiet des Stilfser Jochs ist deutlich zu erkennen. Klar zeichnen sich die dunklen Liftmasten über dem weißen Schnee ab. Wir sind jedoch nicht sicher, ob die Lifte laufen.

Forcola

Eindrucksvolle Aussicht am Rifugio Monte Scale


Auch der Zick-Zack-Trail durch die Felswand des Valle Forcola ist deutlich zu sehen. Bei solchem Wetter ist das auch eine wunderbare Strecke. Von Santa Maria aus wäre es jedenfalls möglich, diese Variante zu fahren. Man müsste halt das Val Mora auslassen und die wenig befahrene Straße zum Pass Umbrail nehmen, um dann auf dem Höhentrail zur Bocchetta di Forcola zu gelangen. Eine schwere Entscheidung; bisher ist sie bei mir immer zu Gunsten des Val Mora ausgefallen. Irgendwie erscheint mir diese Route logischer. Die Variante über die alten Militäranlagen aus dem 1. Weltkrieg ist eher passend als Fortsetzung einer Transalproute, wenn man vom Stilfser Joch her kommt. Diese Idee ist inzwischen eingeflossen und umgesetzt in der Albrecht-Route Top of the Rocks.
Weiter geht's in Richtung Torri di Fraele.

Lago delle Scale

Am Lago delle Scale vorbei - im Hintergrund Cima de Piazzi


An den Torri di Fraele sind wir heute nicht alleine.

Torri di Fraele


Es finden Revierkämpfe statt.

Revierkämpfe an den Torri di Fraele

Wer oben steht, hat gewonnen!


In unserer Gruppe geht es friedlicher zu. Wir begutachten die noch vor uns liegende Strecke.

Torri di Fraele Blick Val Viola

Torri di Fraele: Blick in Richtung Val Viola


Nun gut, über den folgenden Weg brauche ich nicht lange zu rätseln.

Serpentinen

Torri di Fraele: Blick auf Serpentinenstrecke und geradeaus in Richtung Val Viola


Nach den Torri di Fraele geht es in der dritten Serpentine rechts ab Richtung Arnoga, über die Schotterpiste "Decouville".

Decouville

Decouville: geniale höhengleiche Verbindung nach Arnoga - entstanden für eine Kleinbahn beim Bau der Stauseen Lago di San Giacomo e Fraele und Lago di Cancano


Dafür brauchen wir heute recht lange, nicht weil wir schlapp wären, sondern weil uns die Aussicht überwältigt und wir immer wieder anhalten, um alles in uns aufzusaugen.

Gletscher des Cima di Piazzi 3439 m

Gletscher des Cima de Piazzi (3439 m)


Decouville

Decouville: ca. 18 km flache Strecke zwischen Torri di Fraele über Arnoga ins Val Viola


In den letzten Tagen habe ich in Anbetracht der uns umgebenden landschaftlichen Highlights immer wieder gesagt: "Am nächsten Tag wird es noch einen Zacken schärfer!" Es ist tatsächlich so. Die Eindrücke eines Tages werden übertroffen von den Impressionen des nächsten und so weiter in der Abfolge dieser Traum-Transalp. Eigentlich wollte ich gerade schreiben: "dieses Transalp-Traumes", aber da klang so etwas an wie "Alp-Traum" und dieser Eindruck ist eindeutig fehl am Platze. In Arnoga machten wir damals Cappuccino-Rast (das Hotel "Li Arnoga" ist derzeit geschlossen, eine Öffnung nicht in Sicht). Die Rast war eigentlich unnötig, wie ich im nachhinein feststellen musste. Durch die kurze Pause verliert man das lockere Gefühl in den Beinmuskeln, das sich auf der langen Flachstrecke eingestellt hat. Dieses Gefühl kann man am Passo Verva gut gebrauchen. Matze und Christian fahren die schwere Schotterpiste komplett durch. Alle anderen schieben ab und zu.

 Kampf zum Passo di Verva

Es ist ein Kampf hoch zum Passo di Verva


Schließlich erreichen wir die Passhöhe.

Passo di Verva

Mein leider viel zu früh verstorbener Freund Uli "La Grappa" Reimelt am Passo di Verva


Den Schotter-Downhill nach Eita lassen wir ruhig angehen.

Abfahrt vom Passo di Verva

Abfahrt vom Passo di Verva


Immer wieder unterbrechen wir die Abfahrt. Es wäre eine Sünde, die eindrucksvolle Landschaft einfach so an sich vorbeirauschen zu lassen.

Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks

Der Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks gibt Gelegenheit zum Herumkraxeln und Herumschauen


Schließlich kommt das kleine Bergdörfchen Eita ins Blickfeld.

Eita


Einrollen nach Eita

Die letzten Meter auf der Schotterpiste: Einrollen nach Eita


Im Bergdörfchen Eita hat uns das Leben wieder. Hier wird noch ursprüngliche Landwirtschaft betrieben, allem Anschein nach meist von den älteren Bewohnern des Tales. Ein Bauer und seine Frau sind damit beschäftigt, mit Hilfe einer Art Häckselmaschine den Dung zu zerkleinern, um ihn besser auf die Felder aufbringen zu können. Im Vorgarten eines kleinen, uralten Bauernhauses liegt ein alter Mann im Schatten, dick in Filzdecken eingemummelt, seine Frau neben ihm. Ich grüße freundlich: "Buon giorno!". Sie nicken und wünschen uns eine gute Reise: "Buon viaggio, ragazzi!" Es wirkt wie eine Idylle, ich kann mir aber gut vorstellen, wie hart das Leben hier oben war und wie schwer es ursprüngliche Lebensformen haben, sich in der heutigen Zeit zu behaupten. Ich denke vor mich hin: "Allen Schickimicki-Kram wie Handy, vollgefedertes Bike und GPS hin und her - wenn es hart auf hart käme: Die Leute hier oben würden wohl eher klarkommen, wenn sie sich selber behelfen müssten, als wir verstädterte Menschen des 21. Jahrhunderts." Nun ist es aber genug mit dem Philosophieren. Es geht nur noch abwärts ins Valtellina. Das Etappenziel Grosio ruft.

Grosio

Grosio


In Grosio wartet das "Hotel Sassella" auf uns. Die rasante Abfahrt über 1000 Höhenmeter auf der kleinen Straße blasen alle fragenden Gedanken aus dem Kopf und die mediterrane Luft des Valtellina tut ein übriges, um keine bohrenden Zweifel über Sinn oder Unsinn einer Transalp aufkommen zu lassen. Freudig begrüße ich Marcella und Jim Pini, den Chef des familiär geführten Hotels. Ich fühle mich wie zu Hause.

Sassella

Hotel Sassella - damals noch mit dem Namen Albergo


Wenn man am 5. Tag die Hauptroute über Val di Rezzalo fahren will, kann man sich überlegen, ob man von Grosio aus noch bis nach Sondalo fährt und dort im HOTEL DELLE ALPI übernachtet. Das liegt im Ortsteil Bolladore direkt an der Albrecht-Route. Von Grosio bis Bolladore sind es ca. 5 km und 150 Höhenmeter.


Variante: Start in St. Maria im Münstertal über Passo di Verva nach Grosio

Strecke: 72,7 km, 1576 hm 
St. Maria im Münstertal - Pra da Vau - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Arnoga - Passo di Verva - Eita - Grosio

  • 12 %: Straße
  • 15 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 62 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-var-ALR-StMaria-PraVau.gpx (von St. Maria i.M. bis Pra da Vau), dann weiter wie Hauptroute mit GPS-Track: 04-ALR-Tschierv-Grosio.gpx

Bei unserer Tour auf der Ur-Route starteten wir in St. Maria. Buchstäblich aus dem Stand geht es nur bergauf. Und das bis Pra da Vau auf sehr steiler Schotterpiste. Dort ist nun die Verbindung mit der Hauptroute wie oben beschrieben.

04 var ALR StMaria PraVau komplett bis Grosio


Variante: ab Torri di Fraele über Bormio und den Sentiero Valtellina nach Grosio

Strecke: 72,0 km, 871 hm 
Tschierv - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Premadio - Bormio - Tola - Le Prese - Sondalo - Grosio

  • 6 %: Straße
  • 41 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 41 %: Feldweg, Schotter
  • 12 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-var-ALR-Torri-di-Fraele-Bormio.gpx

Von den Torri di Fraele geht es auf den Serpentinen und parallelen Trails hinab nach Premadio und weiter auf Rad- und Nebenwegen hinunter bis Grosio, dabei passiert man im Valdisotto bei Aquilone die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (siehe auch das Bild in der folgenden Fotostrecke).
Wenn man die Albrecht-Route als 6-Tages-Tour fahren will, empfiehlt sich diese Variante. Ab Le Prese fährt man gleich zur "La Baita" ins Val Rezzalo (verkürzt die Transalp um einen Tag) - siehe auch den Bericht zu einer 6-Tage-Tour

04 var ALR Torri di Fraele Bormio komplett ab Tschierv


Bilder an der Strecke der Variante abTorri di Fraele über Bormio und den Sentiero Valtellina nach Grosio

Trail von Torri di Fraele nach Premadio

Bei der Abfahrt von den Torri di Fraele auf der Nebenroute nach Premadio gibt es einen schönen Hochgeschwindigkeitstrail


Ab Premadio über Bormio bis Grosio verläuft die Strecke fast durchgängig auf schönen Radwegen entlang der Adda bis Grosio. Die noch fehlenden Teilstücke werden weiter ausgebaut.

Sentiero Valtellina

Sentiero Valtellina: perfekter Zubringer. Verläuft inzwischen fast durchgängig als Radweg abseits der Straße von Bormio bis an den Comer See.


Vom Radweg zwischen Aquilone und Le Prese sieht man noch die Spuren des gewaltigen Bergrutsches im Tal der Adda, der im Jahr 1987 dazu führte, dass der Gaviapass asphaltiert wurde, da die normale Zufahrt nach Bormio verschüttet war.

Val Pola

Valdisotto bei Aquilone: vom Radweg aus sieht man die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (detaillierte Infos dazu hier)


Ur-Route

4. Tag: 73 km, 1503 hm
St. Maria im Münstertal - Val Mora - Lago Cancano - Arnoga - Passo Verva - Eita - Grosio

albrecht route04


Übernachtungstipps

Grosio: Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, Sauna; www.hotelsassella.it

Hotel Sasella

Inzwischen ist aus dem Albergo ein Hotel geworden, das im Sommer gut von Transalplern frequentiert wird, die meisten davon unterwegs auf der Albrecht-Route.


Grosotto: Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624     www.garnilecorti.it
Sondalo-Bolladore: HOTEL DELLE ALPI 23035 Sondalo (SO), Via Bolladore, 19, Tel.: +39-0342-801412 (liegt an der Nebenroute)


Übernachtungstipps an der Variante über Bormio

Bormio

  • Hotel Giardino, Via Per Piatta, 11, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 903132
  • HOTEL Funivia, Via Funivia, 34, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.:  +39 0342 903242
  • Ostello Alpino, Via Milano, 88, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 902712


5. Tag: Val di Rezzalo, Gavia

Strecke: 46,6 km, 2183 hm
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Pezzo

  • 35 %: Straße
  • 36 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 20 %: Feldweg, Schotter
  • 9 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 05-ALR-Grosio-Pezzo.gpx

siehe auch Variante über Passo Foppa/Mortirolo, Col Carette: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 05-var-ALR-Mortirolo.gpx
  • GPS-Track: 05-var-ALR-PdLegno-Pezzo

Gaviapass Rifugio Bonetta

Gaviapass - Rifugio Bonetta: immer gut für eine Rast am höchsten Punkt der Tour


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

05 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

05 ALR Grosio Pezzo


Ein prüfender Blick am Morgen zum Himmel. Wolkenschleier hängen am Himmel. Talabwärts ist eine dunkle Wolkenformation zu sehen, die anscheinend langsam näher kommt. Sollte uns das Wetterglück verlassen? Ich berate mich mit David, der sich ebenfalls mit den Wetteranzeichen in den Alpen auskennt. Wir analysieren die Lage: kein starker Wind, kein starkes Absinken der Temperaturen über Nacht, der Luftdruck ist in etwa gleich geblieben. Nichts deutet auf einen gravierenden Umschwung der Wetterlage hin. Bei schlechten äußeren Bedingungen würde ich auf keinen Fall über das Val di Rezzalo zum Gavia-Pass fahren. Als wir ca. zwei Kilometer nach Grosio den Abzweig zum Passo Foppa erreichen, schieben sich die ersten Berggipfel durch die Wolken, die sich nach und nach als Hochnebel entpuppen. Keine Frage mehr, wir fahren zum Val di Rezzalo. Per email hatte ich vorsorglich unsere Durchreise bei Alessandro, dem Hüttenwirt von La Baita angekündigt. Unterwegs überholt uns Alessandro im Auto. Offensichtlich ist er auf dem Weg zur Berghütte. Wir werden also erwartet. In Le Prese beginnt die steile, aber gut fahrbare Auffahrt nach Fumero auf einer kleinen Nebenstraße mit kaum Verkehr.

Le Prese Fumero

Auffahrt von Le Prese nach Fumero


Die Sonne hat die letzten Nebelschwaden vertrieben und heizt uns tüchtig ein. Wasserstellen gibt es unterwegs genug. Am Ortsende von Fumero ist ein Parkplatz. Wir warten, bis die letzten eintrudeln.

Fumero

Fumero - gleich beginnt der schwere Teil der Auffahrt ins Val di Rezzalo


Uli hat es langsam angehen lassen und erreicht diesmal als letzter den Treffpunkt. Er ist aber offensichtlich gut eingerollt und mit einem erfrischenden. "Auf geht's, Jungs!" rollt er ohne Pause weiter. Seine Leistungsfähigkeit setzt uns immer wieder in Erstaunen. Nach dem letzten Wanderparkplatz beginnen die Steilstücke.

Auffahrt Val Rezzalo

Auffahrt Val Rezzalo


Teilweise ist die Strecke mit groben Steinplatten gepflastert. Die Zwischenräume sind zwar durch Kies und Sand zugespült, es ist trotzdem ein zähes Fahren. Ich suche trotzdem soweit es geht, den schmalen Streifen am Rand, der mit dem Mountainbike besser zu befahren ist. Eine dreiviertel Stunde quält man sich ein bisschen. Dann öffnet sich das Hochtal bei San Bernardo.

San Bernardo

San Bernardo


La Baita erreicht man über einen Abzweig, der mit einem kurzen steilen Anstieg gewürzt ist.

Anfahrt La Baita

Anfahrt La Baita: links hinauf und steil


Es ist immer wieder eine Offenbarung, dass es so etwas Schönes gibt. In einer Höhe von 1800-1900 Metern liegen einzelne Gehöfte verstreut im Tal. Strommasten sucht man vergeblich. Vereinzelt wird noch ein wenig Landwirtschaft betrieben. Viele der alten Hütten sind in der letzten Zeit behutsam instand gesetzt worden und dienen als Wochenendhäuschen oder Sommerfrische für die Städter aus dem Tal.

La Baita

La Baita


Die Terrasse von "La Baita" liegt in der Sonne, wir schlürfen Latte Macchiato und genießen den selbstgemachten Heidelbeerkuchen.

Rast an La Baita

Rast an La Baita


Ich freue mich, Alessandro wiederzusehen. Wir tauschen in einem Gemisch aus Deutsch und Italienisch Erinnerungen aus und was sich im Sommer so alles im Tal getan hat. Er betreibt die einzige Übernachtungsmöglichkeit für durchreisende Transalpler im Tal. Strom gewinnt er durch einen kleinen Generator, der durch Wasserkraft betrieben wird. Seit einigen Jahren kommen immer mehr Urlauber ins Tal, angeregt durch die verschiedenen Tourberichte im Internet. Wer hier übernachten will, sollte unbedingt vorher per email reservieren (www.rezzalovacanze.com) oder einen Tag vorher anrufen, da die Hütte nicht immer besetzt ist. Bei der Tourplanung ist es für mich immer eine schwere Entscheidung, soll ich nun in Grosio oder in "La Baita" übernachten. Beide Orte haben ihre speziellen Reize. Leider liegen sie so dicht nebeneinander, dass man sich für eine von beiden Möglichkeiten entscheiden muss. Bei Touren in den folgenden Jahr habe ich mich zur Abwechslung immer wieder einmal für "La Baita" entscheiden - eine gute Wahl. Als wir bei Alessandro bezahlen wollen, winkt er nur ab: "Mille gracie per pubblicita!", sagt er zu mir. Ich bedanke und verabschiede mich für dieses Mal.

La Baita

Danke caro amico Alessandro für das Paradies, dass du mit La Baita geschaffen hast!


Frisch gestärkt machen wir uns an die Auffahrt.

Val di Rezzalo

Hochebene im Val di Rezzalo


Aus militärischen Gründen wurde einst die Trasse gebaut, die bis zu den letzten Gehöften in einer Höhe von ca. 2200 Metern als breite Schotterpiste angelegt ist. Dieses erste Plateau erreicht man über eine steile Serpentinenstrecke.

Serpentinen zum ersten Plateau

Serpentinen der alten Militärpiste


Auf dem ersten Plateau liegt Saleit.

Saleit

Kurze Verschnaufpause an der Brücke bei Saleit


Weiter geht es steil bergauf.

Auf dem Weg zum zweiten Plateau

Auf dem Weg zum zweiten Plateau


Die Sonne knallt auf uns nieder. Uli hatte angekündigt, dass er wieder eine kleine Badepause im eiskalten Bergbach einlegen will. Diesmal hat er sogar extra ein Thermometer mit, 6° Celsius zeigt es an. Er ist schon ein verrückter Hund.

Abkühlung

Abkühlung


Je nach Kondition und Schwere des Rucksacks wird man im trotz des hergerichteten Weges ein paar Schiebestücke einlegen. Wie nicht anders zu erwarten, bleiben Matze und Christian bis weit über das zweite Plateau hinaus im Sattel. Nach der zweiten Brücke ist aber für die meisten Schluss. Inzwischen ist der Weg bis zur Passhöhe zwar instandgesetzt worden. Der Weg ist aber sehr steil. Da geht bei den meisten nichts mehr, außer gemütlich das Rad zu schieben und ab und zu anzulupfen.

Schieben Tragen


Das allerletzte Stück zum Passo dell'Alpe ist wieder fahrbar.

Passo dellAlpe

Passo dellAlpe - geschafft!


Die Sonne scheint, es weht aber ein kühler Wind. Keiner hält sich deshalb lange auf.

Rast

Wir rasten dafür ausgiebig nach der Passhöhe in einer windgeschützten Senke in der Nähe eines Gletscherbaches.


Kein anderer Mensch ist zu sehen. Umso mehr sind wir verwundert, plötzlich das Lärmen eines Hubschrauber zu hören. Ein paar hundert Meter entfernt, fliegt er in unserer Augenhöhe vorbei. Gleich ist jedoch wieder Stille um uns, nur ab und zu unterbrochen durch das Pfeifen der Murmeltiere. Nur langsam können wir uns entschließen aufzubrechen. Solche schönen Tage weit oben in den Bergen sind selten und man sollte sie genießen. Schließlich machen wir uns auf den Weg hinab zur Gaviapass-Straße.

Valle dellAlpe Trail in Richtung Gaviapass Straße

Valle dell'Alpe: Trail in Richtung Gaviapass-Straße mit Pizzo Tresero im Hintergrund


An der Ponte dell'Alpe beginnt die relativ leichte Auffahrt auf Asphalt zum Gaviapass.

Ponte dell Alpe

Ponte dell'Alpe an der Gaviapass-Straße


Am Rifugio Berni hat man einen guten Blick auf den Dosegu-Gletscher zwischen Punta S. Matteo und Pizzo Tresero.

Dosegu Gletscher 2004

Dosegu-Gletscher im Jahr 2004


Interessant ist der Vergleich mit dem Jahr 2015, als ich das folgende Bild machte.

Beliebter Fotospot am Rifugio Berni

Beliebter Fotospot am Rifugio Berni mit Dosegu-Gletscher im Hintergrund


Der Rückgang des Gletschers innerhalb von 11 Jahren ist recht deutlich zu sehen. Ob das nun auf die viel beschworene Klimaerwärmung von Menschenhand zurückzuführen ist oder nur Folge normaler Temperaturschwankungen im Laufe der Erdgeschichte, wer weiß das schon so genau. Wenn ich bedenke, dass das Ziel dieser Transalp, der Gardasee, in der letzten Eiszeit unter einer mehrere hundert Meter dicken Eisdecke verschwunden war und nun die Ufer mediterran geprägt sind, stelle ich mir die Frage, was damals eigentlich die Ursache für das Ende der Eiszeiten war. Einflüsse durch den Mensch können es nicht gewesen sein.

Aber egal, wir sind in der Jetztzeit unterwegs und es sind noch ein paar Höhenmeter bis zum Gaviapass. Jeder tritt sein Tempo. Kurz vor dem Ziel wird die Straße am Lago Bianco relativ flach.

Lago Bianco am Gaviapass

Lago Bianco kurz vor dem Gaviapass


Das ist immer ein Signal für ein kleines Wettrennen, wenn zwei Mountainbiker nicht weit auseinander liegen. Ich trete an, Olaf liegt in meinem Windschatten und will vorbeiziehen. Ich denke mal, lass ihn den Punkt für die Bergwertung holen und will ihn abklatschen. Er versteht es offensichtlich als Zeichen, gemeinsam einzurollen, was wir dann auch tun.

Rast am Gaviapass im Rifugio Bonetta

Gaviapass: Rast am Rifugio Bonetta


Vor dem Berggasthaus räkeln wir uns in der knallenden Sonne, umgeben von stolzen Bezwingern der Passhöhe: Rennradlern, Cabriofans und den unvermeidlichen Motorradfahrern, die meist in schwarzen Lederkombis und im Konvoi unterwegs sind. Die Abfahrt vom Pass beginnt mit der rasanten Fahrt durch eine Mondlandschaft. Riesige Steinblöcke liegen links und rechts der Straße. In einer Kehre halten wir an. Tief unter uns liegt das Pendant zum Lago Bianco - der Lago Nero.

Lago Nero bei der Abfahrt vom Gaviapass

Lago Nero bei der Abfahrt vom Gaviapass


Wir bleiben noch ein Stück auf der Gaviapass-Straße. Am Tunnel, den wir rechts umfahren, genießen wir kurz das Feeling des alten Schotterpasses, der der Gavia war, bis er in den 1980er Jahren asphaltiert wurde.

Gavia Tunnel alte Strasse

Vor dem Tunnel geht es rechts ab auf ein Stück der alten Straße


Am Tunnel außen vorbei Teilstück der alten Gaviastraße

Am Tunnel außen vorbei: Teilstück der alten Gaviastraße als ursprüngliche Schotterpiste


Jetzt ist die Straße komplett asphaltiert. Der Grund ist folgender: ein gewaltiger Erdrutsch blockierte 1987 die Straße von Sondalo nach Bormio (siehe auch die Infos dazu im Bericht zur Nebenroute des 4. Tages). Der Gavia-Pass war die einzige Zufahrtsmöglichkeit von Süden her. Die Straße wurde deshalb in kurzer Zeit geteert. David kennt sie noch im ursprünglichen Zustand. Damals war er noch mit dem Motorrad unterwegs.
Am Felsen studieren wir die Inschrift einer Gedenktafel. Im Jahre 1954 sind hier 54 Alpini ums Leben gekommen. Der Fahrer eines Militärlasters verlor damals die Kontrolle über sein Fahrzeug und riss die jungen Soldaten in den Tod. Frische Blumen zeugen davon, dass ihrer noch gedacht wird. Nachdenklich schauen wir in die einige hundert Meter tiefe Schlucht, ehe wir weiterfahren.

Monte Gavia

Im Hintergrund der Monte Gavia: auch dort hinauf verlaufen alte Militärpfade


Auf dieser Seite des Gaviapasses ist die Straße stellenweise so schmal, dass nur ein Auto passieren könnte.

Adamello Presanella

Bei der Abfahrt hat man tolle Ausblicke auf die Adamello-Presanella-Gruppe


Im unteren Teil wird die Straße dann breiter und wir heizen mit High-Speed ins Tal. In einer scharfen Rechtskurve auf einer Höhe von ca. 1700 m führt dann ein feiner Singletrail nach Pezzo.

Trail nach Pezzo

Trail nach Pezzo


In Pezzo endet diese Etappe. Das kleine italienische Bergdorf liegt strategisch günstig für die Albrecht-Route, wenn man am nächsten Tag die Montozzo-Scharte in Angriff nehmen will.

Pezzo

Pezzo


Dort gibt es das "Da Giusy" mit 3 Zimmern, in denen bis zu 14 Biker unterkommen können. Im Restaurant kann man am Abend essen gehen.
Morgen ist der Montozzo angesagt. Wird der Wettergott uns weiter gewogen sein?


Varianten über Passo Foppa/Mortirolo und Col Carette ins Valcamonica

Strecke: 40,7 km, 1751 hm 
Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Col Carette - Vezza d'Oglio - Ponte di Legno - Pezzo

  • 43 %: Straße
  • 48 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 8 %: Feldweg, Schotter
  • 0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 05-var-ALR-Mortirolo.gpx

Vor allem sinnvoll bei Schlechtwetter und Gewittergefahr in den Bergen. Dann ist die Fahrt über Val di Rezzalo und Gaviapass zu gefährlich. Ab Grosio über den Passo Foppa (jetzt Mortirolo genannt und auch so ausgeschildert) auf kaum befahrener Nebenstraße und weiter auf landschaftlich überragender Strecke via Col Carette nach Vezza d'Oglio. Im Valcamonica schöner Radweg nach Ponte di Legno. Die Variante über den Passo Foppa/Passo Mortirolo wird dadurch deutlich aufgewertet.
Auch sinnvoll, wenn man am 6. Tag nicht über die Montozzo-Scharte fahren kann oder will, sondern auf die Nebenroute über den Passo Tonale ausweicht.

05 var ALR Mortirolo


Wenn man noch bis Pezzo weiterfahren will, dann verlängert sich die Strecke wie folgt:
GPS-Track: 05-var-ALR-PdLegno-Pezzo.gpx

05 var ALR Mortirolo komplett bis Pezzo


Bilder an der Strecke der Variante über den Passo Foppa/Mortirolo

Auffahrt Mortirolo

Blick ins Valtellina bei der Auffahrt zum Passo Mortirolo bzw. Passo della Foppa


Der unterschiedliche Sprachgebrauch Mortirolo/Foppa ist verwirrend. Die Geschichte ist schnell erzählt. De facto gibt es sowohl den einen als auch den anderen. Der Passo del Mortirolo liegt abseits der Straße, wenn es nach dem Passo della Foppa hinunter nach Monno geht. Der eigentliche Straßenpass ist der Foppa. Der Hotelchef Jim Pini vom legendären "Hotel Sassella" in Grosio hat mir die Zusammenhänge erklärt. Foppa ist wie gesagt die alte, richtige Bezeichnung für den Straßenpass. Als dann der Giro d'Italia einige Male über diesen Pass führte, benutzte ein Reporter aus Unkenntnis den Namen des Passes del Mortirolo, der Luftlinie keinen Kilometer entfernt liegt, aber nur auf einem Wanderweg zu erreichen ist. Ich habe es überprüft.

mortirolo real

Passo del Mortirolo: Das Schild ist da! Nur zu Fuß zu erreichen oder mit dem Mountainbike auf dem Weg 435, ca. 500 m und 90 Höhenmeter oberhalb des Albergos Mortirolo.


Was der eine Reporter sagte, haben dann alle nachgeplappert und so bürgerte sich im Laufe der Zeit der "falsche" Name für den "richtigen" Pass ein. Durch die offenkundig hochwirksame normative Kraft des Faktischen ist inzwischen auch der Name "Foppa" von den Wegweisern vor Ort verschwunden. Allerdings gibt es auch eine Geschichte zum Namen des Passes von den Leuten aus dem Valcamonica, das von Grosio aus auf der anderen Seite liegt. Die sagten schon immer, dass sie zum Mortirolo gehen. Also akzeptieren wir das als guten Kompromiss und verwenden je nach Lust und Laune beide Bezeichnungen.


Wie dem auch sei, im Jahre 2006 habe ich bei meiner Rennrad Transalp an einem Holzpfahl noch diesen verblichenen Schriftzug vorgefunden.

Passo Foppa

Historisches Foto: Passo Foppa - so stand es dereinst auf dem Schild geschrieben! Was währt schon ewig?


Inzwischen hat der Passo Mortirolo aufgerüstet. Es gibt einen Container mit Möglichkeit zum Waschen, Umziehen und Aufwärmen, falls es denn notwendig sein sollte.

Unterschlupf am Mortirolo

Unterschlupf am Mortirolo


Und ohne eine Selfie Point geht heutzutage gar nichts mehr.

mortirolo

Vor diesem - sollen wir sagen - Mahnmal? befindet sich noch ein stabiler Pflock, auf dem man ein Smartphone in der richtigen Höhe abstellen kann, damit das Selfie auch gelingt.


Eine Rastmöglichkeit gibt es im Albergo Mortirolo, das etwas unterhalb der Passhöhe liegt.

Albergo Mortirolo

Albergo Mortirolo


Zur Nebenroute über den Col Carette nach Vezza d'Oglio muss man ein paar dutzend Meter zurück zum Abzweig der Almstraße fahren. Die Strecke ist einfach, aber landschaftlich sehr reizvoll.

Auffahrt Col Carette

Auffahrt Col Carette


Wenn man gut in der Zeit liegt, empfiehlt sich bei gutem Wetter am Col Carette ein kurzer Abstecher über einen alten Militärpfad zum Pianaccio.

Pianaccio

Dort hat man eine fantastische Rundsicht zum Passo Tonale, der Adamello-Pressanella-Gruppe und hinunter ins Valcamonica.


Die Abfahrt vom Col Carette erfolgt zunächst auf einer geteerten Almstraße.

Abfahrt vom Col Carette

Blick ins Valcamonica


Später folgen Abschnitte auf Schotter und Waschbeton, die einige steile Bergabpassagen enthalten. Den Talgrund erreicht man in Vezza d'Oglio. Dort kann man rasten.

Vezza d Oglio

Vezza d'Oglio: rechts an der Waldkante verläuft der Radweg im Valcamonica, der Einschnitt im Hintergrund links ist der Passo Tonale


Mit Rast oder ohne, wir wechseln nun auf den Radweg, der uns nach Ponte di Legno führt, zum Hotel Raggio di Luce. Das dient als Ziel für die Fahrer der Nebenroute, vor allem auch für die, die am nächsten Tag auf der Nebenroute bleiben und direkt zum Passo Tonale fahren wollen.

Raggio di Luce

Blick vom hauseigenen Gemüsegarten zum Hotel Raggio di Luce


Carla, die Hotelchefin, spricht so rasend schnell Deutsch wie ihre Muttersprache Italienisch. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Das blitzsaubere Hotel liegt in ruhiger Lage etwas oberhalb von Ponte di Legno. Wer hier Station macht, hat bei dieser kurzen Etappe ausreichend Zeit für einen Stadtbummel.

Regenbogen über Ponte di Legno

Regenbogen über Ponte di Legno


Ur-Route

5. Tag: 50 km, 2254 hm
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Ponte di Legno

albrecht route05


Übernachtungstipps

  • Rifugio La Baita , Mobil: 0039-3407953688 Hütte: 0039-0342-1895516, www.rezzalovacanze.com, Alessandro spricht deutsch
  • Pezzo: Da Giusy - 3 Zimmer für 14 Biker

Da Giusy

Pezzo: Da Giusy - Wir werden erwartet. Danke Virginia für deine Freundschaft!


  • Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice auf Anfrage
    25050 Temu, Via Valeriana 46 - loc. Plazza (Vorort von Ponte di Legno)
    Tel. +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510
    Auf Anfrage bereitet Carla gerne ein Abendessen zu mit Produkten aus der Region und aus ihrem Bio-Garten direkt am Haus (siehe auch folgendes Bild).

Raggio di Luce



6. Tag: Montozzo

Strecke: 60,3 km, 2169 hm
Pezzo - Case di Viso - Montozzo-Scharte - Lago di Pian Palu - Pejo - Fucine - Val di Sole - Dimaro - Madonna di Campiglio

  • 11 %: Straße
  • 41 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 35 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06-ALR-Pezzo-Madonna.gpx

siehe auch Variante über Passo Tonale: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 06-var-ALR-Passo-Tonale.gpx
  • GPS-Track: 06-var-ALR-Tonalina.gpx

Trail von Montozzo Scharte zum Lago Pian Palu

Trail von Montozzo-Scharte zum Lago Pian Palu: schöner kann es kaum sein!


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

06 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

06 ALR Pezzo Madonna


Wieder ist es am Morgen diesig in den Bergen, aber eindeutig ist es nur Hochnebel. Keine zwei Sekunden brauche ich zu überlegen, um zu wissen, dass heute die Straßenauffahrt zum Passo Tonale nicht die erste Wahl sein wird. Rund 1000 Höhenmeter bis zur Montozzo-Scharte warten auf uns, die allermeisten fahrbar auf einer alten Militärstraße. Pezzo erwacht langsam, da sitzen wir schon auf den Rädern.

Pezzo

Pezzo - ein ganz typisches italienisches Bergdorf


Nach dem Start in Pezzo erreichen wir schnell Case di Viso. Hier endet die Straße und die Schotterpiste beginnt. Die langgezogenen Serpentinen zeichnen sich deutlich am Berghang ab.

Blick zurück von der Alta Via Camuna ins Valle di Viso - im Hintergrund die Auffahrt in Richtung Montozzo-Scharte

Blick ins Valle di Viso - im Hintergrund die Auffahrt in Richtung Bozzi-Hütte - die Montozzo-Scharte ist der Einschnitt ganz rechts im Bild


Case di Viso

In Case de Viso erinnert ein kleines Denkmal an den 1. Weltkrieg, in dessen Folge die Militärstraße zur Montozzo-Scharte entstand


Heute bietet das Tal ein friedliches Bild. Hoffen wir, dass es immer so bleibt.

Valle di Viso

Case di Viso


Zunächst moderat ansteigend und gut fahrbar kommen dann bald ein paar steilere Stellen, die manch einen kurz aus dem Sattel zwingen. Die Sonne verbirgt sich hinter den Nebelschleiern. Das ist uns recht. Bei der ersten Erkundung und bei der Tour Top of the Rocks hatten wir pralle Sonne beim Anstieg. Das war nicht das reine Vergnügen.

Moderate Auffahrt Top of the Rocks

Moderate Steigung im ersten Teil der Auffahrt (hier bei der Albrecht-Route Top of the Rocks)


Militärpiste von Case di Viso zum Rifugio Bozzi

Die Militärpiste von Case di Viso zum Rifugio Bozzi zieht sich ellenlang hin


Schieben

Bis zum Rifugio Bozzi al Montozzo zieht sich das Feld weit auseinander, manch einer schiebt ein paar Meter


Matze zieht durch, wahrscheinlich wieder auf dem großen Kettenblatt.

Letzte Nebelfetzen kurz vor dem Rifugio Bozzi

Letzte Nebelfetzen kurz vor dem Rifugio Bozzi


Das Rifugio liegt auf einem kleinen Sattel mit traumhafter Aussicht auf die Berge und bald auch ins Tal, denn die Nebel verziehen sich just in dem Moment, als wir alle wieder beisammen sind.

Rifugio Bozzi vor der Montozzo Scharte

Rifugio Bozzi vor der Montozzo Scharte


Wir machen eine ausgedehnte Pause und besichtigen die Überreste der alten Stellungen und Kriegsbauten.

An der Bozzi Hütte

Stellungen an der Bozzi Hütte

Was hier oben verteidigt werden sollte, will sich mir zum wiederholten Mal nicht erschließen.


Die Verteidigungslinien zogen sich hinüber bis zum Passo Tonale. Der alte Weg über den Passo dei Contrabbandieri ist noch vorhanden und wäre auch mal eine Erkundung wert. Heute aber nicht, denn eins ist klar; bei diesen hervorragenden Bedingungen kann es nur einen Weg geben, den über die Forcellina di Montozzo.
Meine Gedanken gehen ein paar Jahre zurück. Im September 2000 stand ich schon mal dort oben. Just in dem Moment, als wir die Scharte erreichten, brach ein Gewitter mit Hagelschauern los. Der Regen verwandelte die Schotterpiste in einen Sturzbach. Total verdreckt und durchnässt suchten wir in Pejo Zuflucht in einem Hotel. Ähnliche Wetterkapriolen sollten sich wiederholen, als wir mit Roland Schymik zu Dreharbeiten für die DVD "Abenteuer Alpencross 2 - Die Albrecht-Route" unterwegs waren. Wir übernachteten damals im Rifugio Bozzi und fanden am Morgen eine leichte Schneedecke vor - und das im Juli. Schaut euch das Bild an. Wintersachen sollte man also immer dabei haben - selbst im Hochsommer.

Wintereinbruch

Wintereinbruch Anfang Juli


Bei dieser Tour ist der Wettergott auf unserer Seite. Die Sonne hat alle Nebelfetzen in der Höhe längst verjagt.

Schiebepassage zur Montozzo Scharte

Die Wanderschaft zur Montozzo-Scharte beginnt


40 Prozent Steigung, aber gleich ist es geschafft.

40 Prozent Steigung aber gleich ist es geschafft die letzten Meter sind die steilsten

Die letzten Meter sind die steilsten


Montozzo Scharte

Montozzo Scharte: der zweithöchste Übergang nach dem Gaviapass, der höchste Off-Road Übergang bei der Albrecht-Route


Siegerpose zu Recht

Da ist auch ein Foto in Siegerpose nicht verkehrt!


An der Montozzo-Scharte haben sich Überreste von Schützengräben erhalten. Eine kleine Gedenktafel erinnert an die sinnlosen Opfer dieses Gebirgskrieges. Wir halten inne und lassen das grandiose Panorama der Cevedale-Gruppe auf uns wirken. Weit über 3500 Meter sind die Berge hier hoch. Die Sicht ist unglaublich klar, der Himmel stahlblau. Der Trail ist vom höchsten Punkt beginnend zunächst gut fahrbar.

Trail direkt ab Montozzo Scharte

Traumtrail ab der Montozzo-Scharte


Montozzo Trail


Montozzo Trail


Montozzo Trail

Impressionen des Montozzo-Trails: im ersten Abschnitt wirklich easy zu fahren


Ein paar Mal queren wir kleine Bäche, die im Spätsommer nicht viel Wasser führen. Nach einer kleinen Almhütte wird der Weg steiler. Von einem Felsplateau öffnet sich plötzlich der Blick auf den türkisblauen Lago di Pian Palu, der rund 500 Höhenmeter tiefer im Talkessel des Valle del Monte liegt.

Lago Pian Palu

Lago Pian Palu von oben


Der Weg 111 gabelt sich bei ca. 2150 Metern. Links oder rechts? Egal, beide führen zum Stausee und haben ihre speziellen Reize. Zwischenzeitlich war mal der linke Abzweig als Trail für Mountainbiker vorgesehen, wie das folgende Bild zeigt.

Weggabel 111 links

Der linke Trail zum See ist im unteren Teil technisch anspruchsvoll, weil sehr verblockt.


Wir haben damals den rechten Abzweig genommen und mittlerweile ist das auch wieder Teil einer offiziellen lokalen MTB-Route.

Weggabel 111 MTB 105

 Der rechte Abzweig ist als MTB-Route 705 markiert


Der Singletrail ist nun hinunter an den Lago di PIan Palu teilweise ebenfalls recht anspruchsvoll. Sicher ein Genuss für alle Fahrtechniker mit ein paar Appetitshappen wie diesem.

Kniffliger Trailabschnitt

Kniffliger Trailabschnitt


Wir überqueren noch ein paar Bäche. Dieser ist besonders spannend.

Nicht alles ist fahrbar

Nicht alles ist fahrbar ????


Matze fährt vorneweg und wartet an einer sonnigen Stelle, damit alle aufschließen können. Es dauert eine Weile. Dann kommt Reiner. Er hat einen kleinen Überschlag hinter sich. Der Helm verhütet Schlimmeres. Wir begutachten die Delle im Material. Ohne Kopfschutz hätte das Böse ausgehen können. Olaf und David fehlen noch immer. Matze und ich laufen schließlich ein Stück zurück. Doch kein Grund zur Sorge. Olaf hat eine Bachquerung genutzt und seine Schürfwunde am Bein ausgewaschen. Als wir die Staumauer erreichen, liegen alle kniffligen Stellen endgültig hinter uns.

Lago di Pian Palu

Lago di Pian Palu


Ein Angler zieht gerade eine große Forelle aus dem Wasser: "Buon appetito!", rufe ich ihm zu. Wir schauen eine Weile seinen Bemühungen zu, den Fisch aus dem Wasser zu bringen. Schließlich fahren wir los. Bis zur Fontanino di Pejo geht es eine gute Schotterstraße abwärts. An der heiligen Quelle füllen die Einheimischen das Wasser in große Kanister ab. Ihm werden heilende Kräfte zugeschrieben. Die Straße wird langsam zur Asphaltpiste. In Pejo halten wir kurz an, um Wasser nachzufüllen. In den Serpentinen hinab ins Tal zweigt nach rechts ein Radweg ab, der rasch an Höhe verliert. Er führt direkt zum Radweg im Val di Sole. Auf diesem ziehen wir durch bis Dimaro.

Radweg Val di Sole bei Pellizano

Radweg Val di Sole bei Pellizano


Olaf und ich geben uns abwechselnd Windschatten, so dass wir in Windeseile in Dimaro sind. Es ist früher Nachmittag, der Supermarkt noch zu. Zeit für eine Rast. Die Sonne brennt heiß. Wir essen im Schatten ein paar Kleinigkeiten, denn es liegen noch reichlich 800 Höhenmeter im Anstieg vor uns.
Wenn es Probleme mit den Bikes geben sollte, liegt direkt am Weg das B&B Jolly.

BB Jolly in Dimaro

BB Jolly in Dimaro - Roberto spricht gut deutsch und ist bestens auf Biker eingestellt


Roberto gab mir auch den Tipp für die neue Routenführung in Dimaro. Ein kleiner Schlenker über Carciato umgeht die Passage auf der oft stark befahrenen Straße in Richtung Madonna di Campiglio. Man kommt dann direkt im Val Meledrio raus.

Val Meledrio

Val Meledrio


Der MTB-Weg verläuft im Val Meledrio nach Madonna di Campiglio und ist inzwischen gut ausgeschildert. An der Flanke der Brenta entlang bieten sich von Zeit zu Zeit herrliche Ausblicke auf die Felsentürme der Gebirgsgruppe, sofern man zwischen Treten, Schwitzen und Luftholen Zeit und Lust empfindet, den Blick schweifen zu lassen.

Entlang der Brenta von Dimaro nach Madonna di Campiglio

Entlang der Brenta von Dimaro nach Madonna di Campiglio


Man schreibt es englischen Bergfreunden zu, dass von der Brenta aus sich der alpinistische Tourismus entwickeln konnte. Durch eine Vielzahl von Klettersteigen gehört der Bergstock zu einem der am besten erschlossenen alpinen Wandergebiete. Mittlerweile hat sich auch der MTB-Tourismus etabliert. Die Wegmarkierungen sind inzwischen eindeutig; immer den Schildern Richtung MTB-Madonna folgen. Der Weg führt am Rand eines Canyons entlang.,

Brücke über den Canyon bei der Auffahrt von Dimaro nach Madonna di Campiglio

Entlang des Canyon des Torrente Meledrio bei der Auffahrt von Dimaro nach Madonna di Campiglio


Den Canyon überqueren wir auf einer überdachten Holzbrücke.

Canyon

Zeit für ein kurzes Verschnaufen


Dann wird der Weg flacher und bleibt im Schatten der Bäume bei sehr angenehmen Temperaturen.

Auffahrt Madonna di Campiglio

Auffahrt im Wald nach Madonna di Campiglio


Dann folgen noch ein paar steilere Abschnitte, bis man bei der Malga Pra del Mazza in die Nähe der Autostraße gerät. Auf die Straße zu wechseln ist keine Versuchung. An der Malga Mondifra füllen wir zum letzten Mal Wasser in die Trinkflaschen. Jetzt ist es bald geschafft.

Passo Campo Carlo Magno

Passo Campo Carlo Magno mit Blick zur Brenta: am Waldrand verläuft die Schotterpiste der Auffahrt - gleich ist es geschafft!


Bei einem kleinen Lift ist der höchste Punkt erreicht und es geht abwärts.

Brenta bei Madonna di Campiglio

Brenta bei Madonna di Campiglio - am Golfplatz ist es vollbracht. Es geht fast nur noch abwärts!


Das Hotel "Arnica" meines Freundes Matteos liegt mitten im Ortszentrum von Madonna di Campiglio. Matteo war damals gerade mit den Planungen für seine erste Transalp beschäftigt. Da komme ich ihm gerade recht. Ich empfehle ihm unsere gerade eben gefahrene Strecke. Einer seiner Begleiter kommt noch dazu und ich zeige ihnen anhand meiner gescannten Karten die Route. Der Einfachheit halber überlasse ich ihnen gleich die Blätter und wünsche ihnen viel Glück und gutes Wetter für ihre Tour. Das hat geholfen. Nach gelungener Transalp schickte mir Matteo (rechts im Bild) ein Foto vom Pass da Costainas.

ragazzi

Wir lassen den Tag in einer Pizzeria ausklingen, nehmen noch einen Absacker an der Bar unseres Hotels und verkrümeln uns zeitig ins Bett.


Variante über Passo Tonale

Strecke: 59,1 km, 1843 hm
Ponte di Legno - Passo Tonale - Baita Velon - Fucine - Val di Sole - Dimaro - Madonna di Campiglio

  • 21 %: Straße
  • 30 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 44 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06-var-ALR-Passo-Tonale.gpx

Die Nebenroute startet in Ponte di Legno am Hotel Raggio di Luce und verläuft dann auf dem Radweg Val Sozzine. Dabei passiert man direkt die Seilbahn zum Passo Tonale (geöffnet Anfang Juni bis Anfang September, nimmt Fahrräder mit). Am Val Sozzine muss man auf die Staatsstraße SS 42 wechseln. Während der Hauptferienzeit im August muss man bis zum Passo Tonale u.U. mit starkem Verkehr rechnen - ggf. Seilbahn nutzen). Auch kurz nach dem Hotel La Roccia kann man an der Mittelstation noch in die Seilbahn wechseln, falls es notwendig sein sollte.

06 var ALR Passo Tonale komplett bis Madonna


Wenn man sich in Pezzo dafür entscheiden muss, die Montozzo-Scharte auszulassen, kommt man über die Verbindung Tonalina auf die Staatsstraße SS 42. Hier Verbindung mit der eben beschriebenen Variante über den Passo Tonale. Die Strecke verkürzt sich wie folgt:
GPS-Track: 06-var-ALR-Tonalina.gpx

06 var ALR Tonalina komplett bis Madonna


Bilder von der Strecke der Variante über den Passo Tonale

Ponte di Legno: hier beginnt auf der Nebenroute die Auffahrt zum Passo Tonale auf der Straße.

Ponte di Legno


 Diese Nebenroute gibt es aus gutem Grund. Schnee ist im Hochgebirge auch im Sommer immer möglich, wie das folgende Bild zeigt. Wie auch immer: es ist nun Zeit für eine ausgiebige Pause.

Früher Schnee am Passo Tonale

Passo Tonale bei einer Tourrecherche nach frühem Wintereinbruch: gegenüber vom Kriegerdenkmal ist eine Kaffeestube zum Aufwärmen


Abfahrt Tonale Baita Velon

Abfahrt auf der alten Tonalestraße (Schotterpiste) in Richtung Baita Velon


Höhenprofil Ur-Route

6. Tag: 64 km, 2217 hm
Ponte di Legno (Precasaglio) - Pezzo - Montozzo-Scharte - Pejo - Fucine - Dimaro - Madonna di Campiglio

albrecht route06


Übernachtungstipps

Dimaro

Hotel "Serena ", tel.: 0039-0463-974974  - I-38025 Dimaro, Via Gole 90, sehr gute Zimmer, hervorragendes Essen: www.serena-hotel.com
B&B Jolly: 0039-0463-974206, Via Gole 154, www.jollydimaro.it    


Madonna di Campiglio

Hotel Arnica
38086 Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa 32
tel 0039-0465-442227
Chef ist Matteo, mitten im Zentrum, Supermarkt in der Nähe

Hotel Arnica

Die Albrecht-Route ist inzwischen in Madonna di Campiglio im Sommergeschäft ein schöner Nebenerwerb, nicht nur für das Hotel Arnica


Hotel Vidi
Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa, 50
TEL: 0039-0465-443344
Bed and Breakfast, mit Sauna und Restaurant, zentral gelegen, Supermarkt in der Nähe
Sonderpreis für Biker, Garage, Möglichkeit für Reparaturen und Bikewäsche, Wäscheservice für Bikeklamotten


Garni dello Sportivo
Madonna di Campiglio, Via Pradalago, 29
Tel.: 0039-0465-441101
Im Zentrum von Madonna di Campiglio, an der Seilbahn Pradalago. Sehr gutes Frühstückbuffet. Sichere Bike-Garage. Wäsche-Service.
Famiglia Stefani



7. Tag: Gardasee

Strecke: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Passo del Gotro - Albergo Brenta - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Cure - Passo Ballino - Tennosee - Villa del Monte - Tenno - Deva - Riva - Torbole

  • 27 %: Straße
  • 36 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 31 %: Feldweg, Schotter
  • 6 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 07-ALR-Madonna-Torbole.gpx

siehe auch Variante über Villa Banale - Sarche - Arco: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 07-var-ALR-Stenico-Sarca.gpx

Enten

Der Gardasee ruft!


Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

07 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

07 ALR Madonna Torbole


Es ist frisch, als ich am Morgen aus dem Fenster blicke. Die Sonne steigt langsam über die Berge. Es wird wieder ein schöner Tag werden. Passend zum Abschluss dieser grandiosen Tour. Das Frühstück ist reichhaltig: Käse, Wurst, Marmelade, Obst und eine Vielzahl verschiedener Kuchen. Wir verschaffen uns damit eine gute Grundlage, denn mit größeren Essenspausen wollen wir uns heute nicht aufhalten.

Start in Madonna

Start in Madonna di Campiglio am frühen Morgen


Wir fahren durch das Ortszentrum, am See vorbei durch den noch kühlen Wald in Richtung Rifugio Vallesinella. Auf einem Trail geht es abwärts zum Wasserfall. Das Rifugio Cascata di mezza ist noch geschlossen.

Rifugio Cascate

Cascata di Mezzo - Rifugio Cascate


Wir überqueren unterhalb die kleine Holzbrücke.

Steg


Danach fahren und schieben wir gemütlich den folgenden Single-Trail entlang.

Steg

Am Anfang ist der Wurzeltrail noch feucht und glitschig durch den ständigen Sprühnebel des Wasserfalls


Bald erreichen wir eine Forststraße, die uns abwärts zur Malga Brenta bringt.

Brenta

Morgenstimmung am Rande der Brenta


Aus den Wiesen steigt noch der Tau auf. Die morgendliche Stimmung ist märchenhaft. Die Schotterpiste das Val d'Agola hinauf ist nur mäßig steil und lässt sich hervorragend fahren. Ich teste mich mal aus und bleibe an Matze und Christian dran bzw. sie reduzieren ihr Tempo so, dass ich folgen kann. Bald ist der Hohlweg erreicht, der zum Lago d'Agola führt.

Lago d'Agola

Lago d'Agola


Am See wird traditionsgemäß Rast in der Nähe des abgestorbenen Baumstumpfes gemacht.

Morgenstimmung am Lago d'Agola

Rast am Lago d'Agola


Noch sitzen wir im Schatten, gerade erhebt sich die Sonne über die Bergspitzen der Brenta. Nach und nach erstrahlt auch der still da liegende See im gleißenden Sonnenlicht. Gemächlich nehmen wir die kurze, heftige Schiebepassage in Angriff. Ich feuere Christian an, der die Wiese so weit hochfährt, bis es nicht mehr geht. Eine starke Leistung.

Wiese schieben

Schiebepassage auf der Wiese


Der letzte größere Anstieg vor dem Gardasee wird bezwungen. Später verläuft der Pfad im Wald.

Pfad bergauf

Auf dem steilen Pfad bergauf kommt der kurze Halt für das Foto gerade recht


Schließlich ist der Bärenpass erreicht.

Bärenpass

Passo Bregn de l'Ors oder Bärenpass


Am Bärenpass verschnaufen wir kurz für ein Gruppenfoto. Noch weiß keiner von uns, das wir ein Stück Transalpgeschichte geschrieben haben.

Gruppe Transalpgeschichte

Die Gruppe der Ur-Route v.l.n.r.: Matze, Reiner, Uli , David, Andreas Albrecht, Olaf, Christian


Danach lassen wir die Glocke der Kapelle erklingen und bereiten uns auf die Abfahrt vor.

Glocke


Doch erst muss noch der Passo del Gotro bezwungen werden. Das geht schnell. Im Spätsommerdunst liegt das Val d'Algone vor uns.

Trail vom Passo del Gotro zur Malga Movlina

Trail vom Passo del Gotro zur Malga Movlina


Eine traumhafte Abfahrt wartet auf uns.

Blick zurück zur Brenta

Blick zurück zur Brenta in der Nähe der Malga Movlina


Es folgen rund 700 Höhenmeter auf Schotter bis zum Rifugio Brenta und dann noch einmal 500 Höhenmeter auf der kleinen Asphaltstraße.

Albergo Brenta

Albergo Brenta im Val d'Algone


Am Talende verstauen wir die Windjacken. Es ist deutlich wärmer geworden. Erstaunlicherweise bläst uns diesmal in Richtung Stenico der Wind nur mäßig ins Gesicht. Jeder sucht trotzdem so gut es geht einen Vordermann, der ihm Windschatten spendet. Auf der Piazza Centrale in Stenico werden die Punkte für die Sprintwertung vergeben.

Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten, den Gardasee zu erreichen. Die zwei klassischen Hauptvarianten kennen alle aus der Gruppe schon. Da ist zum einen der Weg über den Passo di Ballino eine oft gefahrene Möglichkeit. Landschaftlich sehr reizvoll ist zum anderen der Weg durch das einsame Val di Lomasone. Der Wermutstropfen ist allerdings, dass man dabei sehr steile Schiebestücke auf alten Römerpfaden zu überwinden hat (siehe meinen Tourbericht im Archiv). Beide Varianten belohnen den erfolgreichen Transalpler mit dem ersten Blick auf den Gardasee aus mehreren hundert Metern Höhe. Während unserer Ostertourenwoche am Gardasee sind wir beide Alternativen gefahren und entscheiden uns für die leichtere Variante entlang der Sarca. Sie wird weiter unten als Nebenroute beschrieben.
Unangefochten ist inzwischen die Strecke über Ponte Arche und auf Nebenwegen zum Passo Ballino zu Recht fester Bestandteil der Hauptroute.Sie wird hier und im Transalp Roadbook 1 auch so dokumentiert und beschrieben.
In Stenico geht es den Berg hinab. Geschwind erreichen wir Ponte Arche und auch die Fahrt auf schönen Feldwegen zum Passo Ballino dauert nicht lange.


Dasindo

Auf Nebenwegen durch die Felder zwischen Ponte Arche über die Ebene bei Dasindo in Richtung Passo Ballino


Schließlich ist der Pass erreicht. Es geht quasi nur noch bergab.

Passo Ballino

Passo Ballino: der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer


Man kann den Gardasee schon förmlich riechen. Vorher passieren wir noch den Tennosee.

Tennosee

Lago di Tenno in seiner ganzen Pracht


Und dann ist es auch schon soweit. Der Gardasee kommt zum ersten Mal ins Blickfeld.

Blick zum ersten Mal auf den Gardasee

Zwischen Tennosee und dem Ort Tenno erblickt man den Gardasee zum ersten Mal


Immer wieder ein tolles Gefühl. Nur wenig später passieren wir den Ort, der dem Tennosee seinen Namen gab.

Tenno

Tenno


Abwärts geht es dann soweit als möglich auf alten Karrenwegen durch die Weinberge. Schließlich erreicht man den Hafen von Riva.

Riva

Riva: Eispause mit der Chemnitzer Truppe um Dirk (im gelben Trikot), die später den Anstoß für die Albrecht-Route Top of the Rocks gab


Zum Abschluss erfolgt die beeindruckende Fahrt am Ufer des Gardasees entlang hinüber nach Torbole.

Riva Torbole

Von Riva nach Torbole direkt am Seeufer entlang


Sarca

Einmündung der Sarca in den Lago kurz vor Torbole - hier trifft die Nebenroute wieder auf die Hauptroute


Der Gardasee breitet sich in seiner ganzen Pracht vor uns aus.

Gardasee mit Ponalestrasse

Gardasee mit Blick zur Ponalestraße


Weiter geht es am Seeufer entlang.

Seeufer Torbole

Alter Hafen von Torbole: hoffentlich reicht die Konzentration noch für die letzten Meter ????


Am Gardasee angekommen, möchte Matze am liebsten das Rad mit seinem geliebten Surfbrett vertauschen, als er Surfer auf dem Wasser sieht.

Surfen


Ein paar Meter noch am Strand entlang und wir sind am Strandcafe von Torbole, wo ich meine Transalps an den Gardasee immer beende.

Finisher 2004 Transalp

Finisher Ur-Route v.l.n.r.: Olaf , Matze (kieend), David, Andreas Albrecht, Reiner, Christian, Uli


Der Gardasee ist die unangefochtene Nummer 1 als Ziel einer Transalp. Warum wohl? Die Bilder sprechen für sich.

Altissimo

Altissimo - kürzeste Verbindung von hochalpin zu mediterran


Panorama Punta Larici Pregasina Gardasee

Punta Larici: ca. 55 km lang ist der Gardasee von Nord nach Süd, unendliche Tourenmöglichkeiten


Variante entlang der Sarca über Villa Banale - Sarche - Arco

Strecke: 73,2 km, 919 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Passo del Gotro - Albergo Brenta - Val d'Algone - Stenico -Premione - Ponte Sarca - Sarche - Pietrmurata - Dro - Arco - Torbole

  • 20 %: Straße
  • 52 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 23 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 07-var-ALR-Stenico-Sarca.gpx

07 var ALR Madonna Stenico Sarca Gardasee komplett


Bei der Ur-Route sind wir aus den oben beschriebenen Gründen diese Variante gefahren. Sie erfordert ab Stenico kaum noch zusätzliche Höhenmeter. Landschaftlich reizvoll ist sie allemal, die Route auf der alten Sarca-Straße. Der Fluss hat sich zwischen Ponte Arche und Sarche im Laufe von Jahrmillionen durch den Fels gegraben, bevor er bei Torbole in den Gardasee mündet. Auf der Ponte Sarca, die sich im kühnen Bogen über die Schlucht spannt, überqueren wir den Canyon.

Ponte Sarca

Ponte Sarca


Ein kurzes Stück müssen wir noch auf der Straße fahren. Der Seitenstreifen gibt uns genug Platz, um unbedrängt vom Verkehr schnell vorwärts zukommen. Ein Radweg trennt uns bald vom Verkehr. Vor dem ersten Tunnel zweigt er links ab. Er verläuft auf der Strada Vecchia im Sarca-Tal. Hoch über dem Grund der Schlucht schlängelt sie sich an den Felsen entlang. Ganz still ist es hier, der Fluss führt um die Jahreszeit wenig Wasser. Der alte Straßenbelag war damals übersät mit Gesteinsbrocken. Langsam holte sich die Natur die Straße zurück. Bäume und Büsche wuchsen durch den bröckelnden Asphalt. An manchen Stellen blieb nur eine schmale Gasse für uns übrig. In einer Kurve rollen wir vorsichtig an die kleine Mauer heran, die die Straße begrenzt. Senkrecht fällt die Felswand ab, unten gurgelt der Fluss. Da stockt einem der Atem. Drei Tunnel, durch die der Verkehr braust, umfahren wir elegant. Dieses Stück erinnerte mich damals an die alte Ponale-Straße, sie muss in etwa zur selben Zeit gebaut worden sein.

Radweg Sarca Schlucht

Entlang der Sarca-Schlucht


Schließlich endet diese Reise in die Vergangenheit oberhalb von Sarche. Inzwischen ist aus der alten Schluchtstrecke ein Radweg entstanden.

Sarche

Sarche


Hier beginnt die fruchtbare Ebene, die sich vom Gardasee über Arco und Dro bis zum Lago Toblino erstreckt. Wir überqueren am Ortseingang von Sarche wieder die Sarca und biegen sofort auf den Radweg ab, der dem Flusslauf folgt. Entspannt rollen wir die letzten Kilometer zum Finale unserer Transalp. In Pietramurata führt der Radweg durch die Steinwüste der Marocche. Sie entstandt durch den gewaltigen Abbruch einer ganzen Felswand des Monte Brento vor ca. 6000 Jahren.

Marocche

Die Marocche ist ein charakteristisches Bergsturzgebiet, das durch Felsabbrüche vor einigen tausend Jahren entstanden ist. Dabei wurde eine gewaltige Steinwüste aus Felsblöcken gebildet.


Jetzt gibt es kein Halten mehr. In Höchstgeschwindigkeit rasen wir auf Dro zu. Doch wie Olaf immer sagt: "Ein Eis geht immer noch." Am Kreisverkehr in Dro befindet sich die Gelateria "Maui". Hier gibt es weit und breit das beste hausgemachte Eis der Region, behaupte ich. Unsere Eisspezialisten Olaf und Reiner sind erst skeptisch, bestätigen dann aber meine Meinung.

Gelateria Maui

Tipp: Eisdiele "Gelateria Maui" direkt am Kreisverkehr in Dro


Von Dro aus folgen wir wieder dem Flusslauf der Sarca auf einem alten Karrenweg, der durch Olivenhaine führt.

Olivenhaine bei Ceniga

Die kurze Pause in Dro gibt Schwung für den nun wirklich letzten Anstieg auf dem Weg durch die Olivenhaine bei Ceniga...


An der alten Römerbrücke bei Ceniga wachsen Feigenbäume. Die Früchte sind reif und werden gekostet.

Ponte Romano

Ponte Romano bei Ceniga


Weiter geht es an den Kletterfelsen von Arco vorbei. Hier ist immer viel los in der Felswand.

Arco

In Arco beginnt der allerletzte Teil der Nebenroute entlang der Sarca an den Gardasee


Das finale Wettrennen findet auf dem Radweg nach Torbole statt.

Radweg an der Sarca kurz vor Torbole man riecht schon den Lago

Radweg an der Sarca kurz vor Torbole: man riecht schon den Lago ????


Mündung der Sarca in den Gardasee

Mündung der Sarca in den Gardasee: an der Brücke stößt die Nebenroute wieder auf die Hauptroute


Ur-Route

7. Tag: 75 km, 862 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Villa Banale - Sarche - Arco - Torbole

albrecht route07


Übernachtungstipps

Torbole

Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it

Villa Stella in Torbole

Villa Stella in Torbole


Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it



Fazit

Nach dieser Transalp war uns allen bewusst, dass wir etwas Besonderes erlebt hatten. Abgesehen vom Wetterglück fuhren wir eine traumhafte Route durch die Alpen. Meine jahrelange Recherche hatte sich ausgezahlt: Startort, Strecke, Zielort und Einteilung der Etappen. Alles fühlte sich irgendwie rund an. Wie in den Jahren zuvor machte ich mich daran, die gefahrene Strecke zu dokumentieren. Das war eine Fleißaufgabe, ging aber mit der entsprechenden Routine zügig vonstatten. Es fehlte nur noch ein griffiger Name für die Transalp-Route. Blieb nur noch die Frage offen:

Wie es zum Namen Albrecht-Route kam

Die Geschichte ist schnell erzählt.
2003 war ich mit einer Gruppe auf einer Transalp unterwegs, die in der Streckenführung der hier dokumentierten Route schon sehr nahe kam. Bei der Schiebepassage von der Heidelberger Hütte zum Fimberpass waren wir nicht alleine unterwegs und man kam mit anderen Transalplern ins Gespräch. Ein Mitglied meiner Gruppe wurde gefragt, was er denn für eine Strecke fährt und mit wem er unterwegs sei. Er antwortete, dass unsere Gruppe von Garmisch an den Gardasee fährt und dass Andreas Albrecht die Gruppe führt. Die Reaktion war die Gegenfrage. "Mit dem Albrecht?"
Ich wusste damals nichts von meiner zaghaft im Wachsen begriffenen Popularität und nahm das mit einem Achselzucken und ohne weiteren Kommentar meinerseits zur Kenntnis. Nach der Transalp schickte mir dann der betreffende Uwe Richter (übrigens ein Belgier) diese kleine Fotomontage.

Der Albrecht

Und so kam eins zum anderen. Ein Jahr später bin ich dann die Ur-Route gefahren und suchte nach einem griffigen Namen. Ich dachte mir in einem kleinen Anflug von "Größenwahn", warum nicht diese Transalp "Albrecht-Route" nennen? Gesagt, getan! Und so muss ich jetzt mit den Folgen leben. ????


Wie auch immer, am Ende des Tages bleibt die Frage:

Gardasee

Wann geht es wieder los an den Gardasee?

Radweg von Riva nach Torbole direkt am Ufer

Aber die Albrecht-Route lebt. An den Stellen, wo zu viel Asphalt als Untergrund vorkam, habe ich recherchiert und - nach meinem Gefühl bessere - Abschnitte gefunden, die dem grundsätzlichen Charakter der Strecke entsprechen, ja eigentlich noch stärker unterstreichen. Dies ist ein fortlaufender Prozess, auch und gerade weil die Wege in den Alpen einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Einige Verbesserungen habe ich direkt in die Hauptroute einfließen lassen (z.B. am 2. Tag die Passage zwischen Flirsch und St. Anton, die nun vollständig abseits der Hauptstraße verläuft). Andere sind in der Albrecht-Route v2 dokumentiert.


Albrecht-Route XXL

Die Albrecht-Routen haben sich zum Dauerbrenner in der Transalpszene entwickelt. Das liegt sicher auch daran, dass die Albrecht-Route erprobt und ausgereift ist. Außerdem achte ich sehr darauf, dass sie immer aktuell ist. Aus vielen Rückmeldungen weiß ich, dass die Route mit ihren verschiedenen Varianten oft nicht nur einmal gefahren wird. Es gibt jede Menge "Wiederholungstäter". Was liegt also näher, als weitere Möglichkeiten vorzustellen, wie die Route erweitert werden kann? Dazu habe ich intensiv recherchiert und stelle nun die XXL-Route vor. Sie beginnt in München am Hauptbahnhof. Das hat neben der sehr schönen Auftaktstrecke entlang der Isar auch praktische Gründe. Ich bin zur Tourrecherche mehrmals mit dem Zug angereist. Mit dem ICE geht das viel schneller als mit dem Auto und ich muss mir keine Gedanken um eine Parkmöglichkeit machen. Man braucht jedoch eine Reservierung für das Fahrrad. Das ist derzeit in Deutschland nicht ganz einfach, da es zu wenig Kapazitäten gibt. Da ist im Sinne des nachhaltigen Reisen noch sehr, sehr viel Luft nach oben. Andere Länder wie Österreich, Schweiz und Italien sind deutlich weiter. Ich werde mich allerdings jetzt nicht auf die Schienen kleben, um Aufmerksamkeit zu erregen und Verbesserungen des Schienenverkehrs einzufordern.

Im hinteren Teil holt die XXL-Route ab Ponte di Legno/Pezzo aus und  verläuft über den Passo di Croce Domini zum Idrosee. Von dort folgt der spektakuläre Abschluss entlang des Monte Caplones und Tremalzos. Wie auch immer man das für sich persönlich gestalten möchte, der Möglichkeiten gibt es viele. Lasst euch inspirieren!

Erweiterungen XXL

  • Start in München: zwei Abschnitte bis Ehrwald
    • A: München - Sylvensteinspeicher
    • B: Sylvensteinspeicher - Ehrwald
  • dort weiter auf der jeweiligen Albrecht-Route des 1. Tages und weiter die jeweiligen Etappen bis ins Valcamonica
  • Verlängerung im Valcamonica: drei Abschnitte
    • C: Pezzo/Ponte di Legno bzw. Vezza d'Oglio - Breno
    • D: Breno - Passo di Croce Domini - Idrosee
    • E: Idrosee - Monte Caplone - Tremalzo - Ponalestraße - Gardasee

Strecke

München - Bad Tölz - Sylvensteinspeicher - Vorderriß - Mittenwald - Leutasch - Ehrwald - Fernpass - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Galtür - Ischgl - Fimberpass - Scuol - Pass da Costainas - Münstertal - Val Mora - Passo Verva - Grosio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Pezzo - Ponte di Legno - Valcamonica - Breno - Passo di Croce Domini - Idrosee - Caplone - Tremalzo - Gardasee

Länge: ca. 665 km
Höhenmeter: ca. 15.900 hm
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis Mitte/Ende September. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten.

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
blau: XXL-Route

map Albrecht Route MTB XXL

Höhenprofil

Albrecht Route MTB XXL

  • 13 %: Straße
  • 35 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 45 %: Feldweg, Schotter
  •  7 %: Trail, Pfad

Abschnitt A: München - Sylvensteinspeicher

Strecke: 85,2 km, 784 hm
München - Hellabrunn - Bruckenfischer - Pupplinger Au - Geretsried - Bad Tölz - Arzbach - Lenggries - Bretonenbrücke - Winkl - Sylvensteinspeicher - Fall

  •  4 %: Straße
  • 42 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 50 %: Feldweg, Schotter
  •  4 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: A-XXL-Muenchen-Sylvenstein.gpx

Hinweise zur Route

  • Start erfolgt am Hauptbahnhof von München
  • auf dem Weg zum Marienplatz zeigt der ausufernde Städtetourismus mitunter seine Schattenseiten
  • nach kaum 2 Kilometern sind wir schon an der Isar, wo München sich nun von seiner schönsten Seite zeigt
  • die Strecke verläuft über weite Teile direkt an der Isar, die mit ihrem klaren Wasser an manchen Stellen zum Baden einlädt: in einem heißen Hochsommer eine tolle Option
  • immer wieder säumen Wirtshäuser und Raststellen den Weg und laden zu Pausen ein, so dass man den Auftakt der Tour über die Alpen entspannt genießen kann
  • siehe auch Tourbericht und Bilder am 1. Tag bei MTB-Transalp München - Venedig

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
blau: XXL-Route

map Albrecht Route A XXL

A XXL Muenchen Sylvenstein

Übernachtungstipps in der Reihenfolge der Strecke

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt

Lenggries

Fleck

Fall - Sylvensteinspeicher


Abschnitt B: Sylvensteinspeicher - Ehrwald

Strecke: 73,4  km, 1406 hm
Sylvensteinspeicher - Fall - Vorderriß - Auhütte - Isarsteg - Krün - Isarstausee - Mittenwald - Leutasch - Gaistal - Ehrwalder Alm - Ehrwald

  •  7 %: Straße
  • 13 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 77 %: Feldweg, Schotter
  •   3 %: Trail, Pfad
  • Schiebepassage: zwischen exGasthaus Gletscherschliff und grüner Grenze DE-AT
    - ca. 300 m und 20-30  hm
    - kann umfahren werden auf Straße von Mittenwald in die Leutasch
  • GPS-Track: B-XXL-Sylvenstein-Ehrwald.gpx

Hinweise zur Route

  • ab Fall am Sylvensteinspeicher Schotterpiste flussaufwärts entlang der Isar
  • bei hohem Wasserstand und schlechtem Wetter bleibt man ab Fall oder Vorderriß besser auf der Straße
    GPS-Track: B-XXL-Var-Mautstrasse-Vorderriss-Wallgau.gpx
  • am Isarstausee bei Krün vorbei schöner Trail in Richtung Mittenwald
  • über Gletscherschliff an die grüne Grenze DE/AT, kurze Schiebepassage (siehe Hinweis oben)
  • weiter in Richtung Österreich in die Leutasch: dort verläuft ein sanfter Weg entlang der Leutascher Ache
  • beeindruckende Fahrt durch das Gaistal am Wettersteingebirge entlang nach Ehrwald
  • in Ehrwald trifft man auf die Albrecht-Route, die in Garmisch-Partenkirchen startet
  • ggf. kann man von Ehrwald noch weiter fahren als bis nach Landeck, wo normalerweise die erste Etappe endet
  • zum Beispiel bis Flirsch oder St. Anton - das entspannt die folgende Etappe über das Verwalltal und Ischgl zur Bodenalpe deutlich
  • siehe auch Tourbericht und Bilder bei Albrecht-Route Gravel Bike XL - 2. Abschnitt Variante Isar

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
umbra: v2-Variante, wenn vorhanden
blau: XXL-Route
rot: Variante XXL, wenn vorhanden

map Albrecht Route B XXL MTB und v2

B XXL Sylvenstein Ehrwald

Übernachtungstipps in der Reihenfolge der Strecke:

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt

Vorderriß

  • Gasthaus Post, Vorderriß 5, 83661 Lenggries, Deutschland, Tel.: +49 8045 277

Leutasch


Weiter wie gehabt bis zum 5.Tag je nach Lust und Laune auf Albrecht-Route MTB bzw. v2 bis ins Valcamonica.

Dort Wechsel auf XXL-Route - siehe folgende Karten und Detailinformationen zu den Abschnitten C, D und E.

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
rot: Variante MTB-Route, wenn vorhanden
umbra: v2-Variante, wenn vorhanden
blau: XXL-Route

map Albrecht Route Mittelteil XXL MTB und v2


Abschnitt C: Valcamonica

Strecke: 59,7 km, 595 hm
Pezzo - Ponte di Legno - Hotel Raggio di Luce - Vezza d'Oglio - Incudine - Edolo - Cedegolo - Capo di Ponte - Breno

  • 15 %: Straße
  • 68 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 15 %: Feldweg, Schotter
  •  2 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: C-XXL-Pezzo-Edolo-Breno.gpx

Hinweise zur Hauptroute:

  • Wechsel in Pezzo von der MTB Hauptroute (05-ALR-Grosio-Pezzo) auf den Abschnitt C der XXL-Route
  • Wechsel in Vezza d'Oglio  von der MTB Nebenroute (05-var-ALR-Mortirolo)  auf den Abschnitt C der XXL-Route
  • Wechsel bei Vezza d'Oglio von der MTB v2-Variante (05-var-v2-Val-Grande) auf den Abschnitt C der XXL-Route
  • Wechsel nach der Straßenabfahrt vom Passo Mortirolo über Monno nach Incudine (war früher Teil der Albrecht-Route MTB, jetzt Teilvariante der Albrecht-Route Gravelbike am 4. Tag)
    GPS-Track: C-XXL-Var-Verbindung-Incudine.gpx
  • ggf. hängt man Teile des Abschnitts C noch an die Etappen der Albrecht-Route ab Pezzo bzw. Vezza d'Oglio hinten dran
  • ansonsten abwechslungsreiche Fahrt abseits des Massentourismus auf dem Radweg im Valcamonica (Ciclabile della valle Camonica - Teil des Ciclovia del Fiume Oglio)
  • obwohl es talabwärts geht, macht man knapp 600 Höhenmeter auf der Strecke bedingt durch einige Gegenanstiege des Radweges
  • Übernachtungsmöglichkeiten zum Beispiel in Ponte di Legno, Edolo, Capo di Ponte, Breno (siehe Hinweise weiter unten)

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
rot: Variante MTB-Route, wenn vorhanden
umbra: v2-Variante, wenn vorhanden
blau: XXL-Route

map Albrecht Route C XXL MTB und v2

C XXL Pezzo Edolo Breno

Italienische Doerfer wie im Bilderbuch

Italienische Dörfer wie im Bilderbuch - Incudine

Trail bei Capo di Ponte

Trail bei Capo di Ponte

Übernachtungstipps in der Reihenfolge der Strecke:

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt

Valcamonica

  • Hotel Raggio di Luce, Via Valeriana, 46, 25050 Loc. Plazza, Ponte di Legno BS, Italien, Tel.: +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510
  • Euro Hotel, Via Guglielmo Marconi, 46/C, 25048 Edolo BS, Italien, Tel.: +39-0364-770489
  • B&B Valtili, 25040 Berzo Demo, BS, Italien, Tel.: +39 375 5581586
  • Hotel GraffitiPark, Via Sebastiano Briscioli, 42, 25044 Capo di Ponte BS, Italien, Tel.: +39 0364 42013
  • Hotel Giardino, Viale 28 Aprile, 7, 25043 Breno BS, Italien, Tel.: +39 0364 321184

Abschnitt D: Passo di Croce Domini - Idrosee

Strecke: 57,9 km, 2051 hm
Breno - Astrio - Degna - Albergo Belvedere - Rifugio Bazena - Passo di Croce Domini - Passo di Maniva - Passo Dosso Alto - Rifugio Rosa Baremone - Anfo - Idrosee

  • 36 %: Straße
  • 49 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 15 %: Feldweg, Schotter
  •  0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: D-XXL-Breno-CroceDomini-Idrosee.gpx

Hinweise zur Hauptroute:

  • ab Breno sind es bis zum Passo Croce di Domini und weiter in Richtung Doss dei Galli so ziemlich 1800 Höhenmeter am Stück - eine gewaltige Fleißaufgabe
  • unterwegs gibt es einige Gaststätten und Rifugios, wo man rasten kann
  • ab Passo Croce di Domini weiter auf Schotterpiste der SP 345, einsam und wild
  • später wieder schmale Teerstraße mit Schotterabkürzung in Richtung Passo Maniva
  • ab Passo Maniva schlängelt sich in Richtung Dosso Alto, Idrosee eine alte Militärstraße entlang
  • im Mittelstück teilweise geschottert, später sehr schmale Teerstraße ohne Verkehr
  • siehe auch Tourbericht 6. Tag bei MTB-Transalp Heckmair à la Albrecht
  • ggf. kann man mit dem Schiff auf dem Idrosee übersetzen nach Baitoni (fährt in der Sommersaison 3x am Tag): trasportiweb.provincia.brescia.it/navigazioneidro/
    informativ als GPS-Track: XXL-Idrosee-per-Schiff.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
umbra: v2-Variante, wenn vorhanden
blau: XXL-Route
magenta: informativ XXL, mit dem Schiff auf dem Idrosee von Anfo nach Baitoni

map Albrecht Route D XXL MTB und v2

D XXL Breno Croce Domini Idrosee

Doss dei Galli

Doss dei Galli

Idrosee

Idrosee: es gibt einen kleinen Schiffsverkehr, ansonsten geht es auf dem Uferweg weiter

Weitere Bilder am 6. Tag bei MTB-Transalp Heckmair à la Albrecht und Albrecht-Route eMTB XXL - Abschnitt D

Übernachtungstipps in der Reihenfolge der Strecke:

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt

Breno bis Passo di Croce Domini

  • Albergo Belvedere Di Fanti Lara, Via Campolaro, 1, 25040 Prestine BS, Italien, Tel.: +39 0364 300649
  • Rifugio Bazena, SP345, 1, 25043 Breno BS, Italien, Tel.: +39 0364 310777
  • Rifugio Passo Crocedomini, 1000, Via Localita, Passo Crocedomini, 25043 Breno BS, Italien, Tel.: +39 0364 310425

Passo di Croce Domini bis Idrosee

  • Albergo Dosso Alto Maniva, Via Maniva, 254, 25060 Passo Maniva, BS, Italien, Tel.: +39 0309 27642
  • Rifugio Rosa di Baremone, Località Baremone, 11, 25070 Anfo BS, Italien, Tel.: +39 334 1051361
  • Albergo Al Lago, Via Lago, 14, 25070 Anfo BS, Italien, Tel.: +39 340 2694903

Abschnitt E: Grandioses Finale an den Gardasee

Strecke: 71,9 km, 2596 hm
Idrosee - Anfo - Ponte Caffaro - Baitoni - Bondone - Alpo - Bocca di Caplone - Malga Tombea - Bocca di Campei - Bocca di Lorina - Malga Ca dell Era - Passo della Cocca - Malga Ciapa - Rifugio Garda - Tremalzo Tunnel - Passo Nota - Baita Segala - Passo Rocchetta - Pregasina - Ponale-Straße - Riva - Torbole

  • 11 %: Straße
  • 29 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 52 %: Feldweg, Schotter
  •  8 %: Trail, Pfad
  • Schiebe-, Tragepassagen: km 27,8 am verfallenen Tunnel unterhalb Monte Caplone kurz nach der Bocca di Campei, ca. 20 hm auf und ab
  • GPS-Track: E-XXL-Idrosee-Gardasee.gpx

Hinweise zur Hauptroute:

  • Abschluss über den Tremalzo ist schon ein krönendes Highlight einer Transalp, hier wird noch einer draufgesetzt: die wunderschöne Traverse entlang des Monte Caplone zum Tremalzo
    im Falle schlechten Wetters Ausweichvariante: Radweg vom Idrosee nach Storo und über Lago di Ampola, Lago di Ledro zur Ponalestraße (siehe Transalp Heckmair à la Albrecht - 7. Tag - Variante 2)
  • vom Idrosee lange Auffahrt, zunächst auf einer kaum befahrenen Nebenstraße zum Bergdörfchen Bondone
  • Achtung: letzter Rastpunkt vor Malga Ca dell Era, Wasserstelle nutzen und ggf. Bar Levada (Via Minniti, 50/501, 38080 Bondone TN, Italien)
  • weiter steil bergauf nach Alpo, von dort weiter teils grobe Schotterpiste zur Bocca di Caplone
  • einsame Traverse entlang des Monte Caplone
  • Trail aufwärts zur Bocca di Campei, teils loser Schotter, abwärts dann schöner Singletrail mit viel Panorama bis zum verfallenen Tunnel
  • kurze Klettereinlage über den verfallenen Tunnel kurz nach Bocca di Campei, auf- und abwärts ca.20 hm Schieben, dann gut fahrbar
  • superschöne Passage im Valle Lorina - Tremalzo Feeling ohne das jemand unterwegs ist außer dir
  • schöne Rastpunkte an Malga Ca dell Era (offen von Juni bis ca. Mitte September) und Malga Ciapa 
  • ab Rifugio Garda die berühmte Tremalzostraße und Ponalestraße zum Gardasee
  • siehe auch Tourbericht 7. Tag der MTB-Transalp Heckmair à la Albrecht

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle MTB-Route
rot: Variante MTB-Route, wenn vorhanden
umbra: v2-Variante, wenn vorhanden
blau: XXL-Route

map Albrecht Route E XXL MTB und v2

E XXL Idrosee Gardasee

Bondone

Bondone - gut 400 Höhenmeter über dem Idrosee

Tunnel fahrbar

Abfahrt von Bocca Campei - zunächst fahrbarer Tunnel

Tunnel unvollendet

Dieser Tunnel ist unvollendet - über den Kamm muss man schieben.

Schiebepassage

Schiebepassage über ca. 20 Höhenmeter bergauf und bergab

Weitere Bilder 7. Tag der MTB-Transalp Heckmair à la Albrecht, Albrecht-Route eMTB XXL - Abschnitt E

Übernachtungstipps in der Reihenfolge der Strecke:

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt

Idrosee bis Tremalzo

  • Hotel Al Pescatore, Via dei Quadri Quarta, 36, 25070 Ponte Caffaro BS, Italien, Tel.: +39 0365 990192
  • Albergo Alpina Bondone, Via Giuseppe Giusti, 28, 38080 Bondone TN, Italien, Tel.: +39 0465 689331
  • Malga Ciapa, direkt an der Strecke, kurz unterhalb vom Rifugio Garda, Tel.: +39 0464 598501

Nachfahren der XXL-Route

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Für die XXL-Route gibt es ein separates Upgrade-Paket, dass zusammen mit den jeweiligen Grundrouten Albrecht-Route MTB bzw. Albrecht-Route v2 verwendet wird.
GPS-Tracks, Finisher Bikeshirt, Kartenscans - im Webshop


Rückreise, Shuttle, Gepäcktransport

Wenn man schon die Alpen mit dem Fahrrad überquert hat, kann man auch die Rückfahrt per Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln organisieren. Das klappt mit Regionalzügen ohne Voranmeldung, man muss nur etwas Geduld und Zeit mitbringen. Aber warum nicht, wenn man die Rückreise als Teil der Reise, des Urlaubs auffasst? Entschleunigung ist das Motto - das passt doch perfekt auf diese Form des Reisens. Auch bei dieser Transalp haben das einige von uns so gemacht.

Konkret sieht das so aus:

Strecke in zwei Abschnitten: ca. 60 km, ca. 300 hm

  • mit dem Rad von Torbole nach Rovereto: ca. 20 km, ca. 300 hm
    Radweg ist sehr gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen
    GPS-Track: Radweg-Torbole-Rovereto.gpx
    Download: hier klicken
  • mit dem Regionalzug bis Brenner, ggf. mit Umsteigen in Bozen
  • mit dem Rad vom Brenner - Innsbruck: ca. 39 km, ca. 10 hm
    GPS-Track: Brenner-Innsbruck.gpx
    Download: hier klicken
    bei schlechtem Wetter mit Regionalzug bis Innsbruck
  • per Regionalzug z.B. Innsbruck - Garmisch - München
  • per Regionalexpress oder ICE weiter nach Hause

Blick von Nago zurück auf den Gardasee

Blick von Nago zurück auf den Gardasee


Orient-Express

Mit dem Zug zurück macht diese Reise rund. Es muss ja nicht gleich der Orient-Express sein.


Es würde vollkommen ausreichend sein, wenn es genügend Kapazitäten gäbe. In Regionalzügen braucht man in Italien, Österreich und Deutschland keine Reservierungen. Man ist dadurch flexibel, muss aber auch immer einen Plan B einkalkulieren, wenn es mal nicht so klappt, wie gewünscht.
Eine kurzfristige Reservierung für Schnellzüge nach Innsbruck oder München zu ergattern, ist in der Sommersaion praktisch aussichtslos, weil es viel zu wenige Kapazitäten gibt. Soviel zum Thema nachhaltige Vekehrswende.

In der Schweiz ist man da schon sehr viel weiter, wie am Beispiel eines Großraumwaggons nur für Fahrradtransport sieht, hier in der in der Rhätischen Bahn.

Radtransport in der Schweiz

Gut gelöst in der Schweiz. In Deutschland heißt das Motto: warum einfach, wenn es schwer geht.


Übersichtskarte Radweg Torbole - Rovereto

Radweg Torbole Rovereto


Übersichtskarte Brenner - Innsbruck

Brenner Innsbruck


Shuttle, Gepäck:

Folgende deutschsprachige Anbieter organisieren einen Rücktransport vom Gardasee und auf Anfrage teilweise auch einen individuellen Gepäcktransport auf der Strecke

Ein besonders toller Service wird hier angeboten.
PKW-Überführung vom Start- zum Zielort: www.transalp-shuttle.com Tel: 0043-676-6877008 
Das klappt bestens, wie ich selber mehrfach erleben durfte. Rechtzeitige Anmeldung ist sinnvoll. Sie sind in der Sommersaison schnell ausgebucht.

Außerdem gibt es direkt vor Ort in Torbole noch folgenden Anbieter:

  • Shuttle Express Andre Conti (spricht sehr gut deutsch) - Kleinbus für 8 Personen mit Klimaanlage, auch Transalpshuttle:
    Sitz: Torbole sul Garda - Tel.: +39 329 1635392

Vorsicht bei preisgünstigen Shuttleanbietern

shuttle finger weg

Da sollte man sich im Vorfeld über die Modalitäten, Fahrzeuge und Ziele erkundigen.



Hier stelle ich aktuelle Videos vor, die geeeignet sind, sich einen Eindruck von der Strecke zu verschaffen. Wer sein Video hier veröffentlicht haben will, kann sich gerne bei mir melden - siehe Kontakt.


Einen guten Eindruck vom aktuellen Streckenverlauf bekommt ihr auf diesem You-Tube-Video. Danke an die KaAn Bikers!


Einen Überblick über die Strecke gewinnt ihr auch hier:

 


Rückmeldungen zur Albrecht-Route


Datum: 9. Februar 2023

Arndt Pohl
Betreff: Albrecht-Route

Lieber Andreas,


auch wenn meine Tour schon ein paar Tage her ist und ich mich schon oft in Gedanken für die unvergessliche Tour bedankt habe, jetzt auch noch einmal schriftlich, vielen Dank für die perfekte Routenplanung mit den wertvollen Tipps und den perfekten GPS-Daten!
Ursprünglich hatte ich eine ähnliche Tour mit einer Gruppe gebucht, die aber kurzfristig mangels Teilnehmern abgesagt wurde. Jetzt kann ich sagen, Glück gehabt! Denn so hat mir mein Bruder deine Tour empfohlen. Aufgrund der perfekten Beschreibung habe ich mich sofort mit den von dir empfohlenen Unterkünften in Verbindung gesetzt und anscheinend großes Glück gehabt. Nur zwei Wochen vor dem Start der Tour vom 6-8.8.22 bekam ich noch überall ein Zimmer.
Zugegeben, ich hatte etwas Respekt davor gehabt, alleine loszuziehen. Im Nachhinein war das für mich die beste Entscheidung, so konnte ich die Schönheit der Landschaften in Ruhe genießen und die beeindruckenden Landschaften auf meinem Fotoapparat einfangen. Tag für Tag glaubte ich nicht (außer nach dem ersten Tag), dass die Schönheit der Alpen vom Vortag noch übertroffen werden könnte. Aber ein Vergnügen folgte dem nächsten, gekrönt von perfektem Wetter, nicht zu heiß oder zu kalt und bis kurz vor dem Ziel trocken.
Deinen Empfehlungen kann ich nichts hinzufügen, alles passte und war genau wie beschrieben. Deshalb tausend Dank für dieses Erlebnis!
Höchstens ergänzend ein Tipp für Alleinreisende, man trifft unterwegs oder in den Hotels immer auf nette Radfahrer. So habe ich mich immer mal wieder einer netten kleinen Gruppe angeschlossen, um sich für die nächste Steigung zu motivieren.

Liebe Grüße
Arndt Pohl

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Datum: 6. Oktober 2022

Lutz & Lilly ABSOLON
Betreff: Albrecht-Route

Lieber Andreas!

Unsere TransAlp-Tour über die Albrecht-Route von Garmisch-Partenkirchen nach Riva del Garda von Sonntag, 21. August bis Samstag, 27. August 2022 ist schon sportliche „Geschichte“ in unserem Leben und ich bin für die nächsten Wochen (Monate?) mit der Verarbeitung des Bild- und Videomaterials beschäftigt.

Gratulation!

Ohne zu übertreiben: Die sieben Tagesetappen haben uns herausgefordert. Mehr natürlich meine liebe sportliche Frau und ich bin sehr stolz auf sie. In den schon fast unüberschaubaren Videos auf YouTube sind ganz selten Frauen on tour zu sehen.

Jede Tagesetappe hat seine Besonderheiten gehabt und ich tue mir schwer zu beurteilen, welche Etappe leicht oder schwer war. OK, die erste Etappe über den Fernpass kann man als „zum einradeln“ beurteilen und bei der letzten von Madonna die Campiglio an den Lago waren wir motiviert: die letzte, nach dem Bärenpass geht´s nur mehr „bergab“ und „heim“.

Mit dem Wetter hatten wir ganz besonderes Glück. Immer wolkenlos und angenehme Temperaturen, nicht zu heiß und auch nicht zu kalt. Nein, nicht immer! Eine Stunde vor Madonna begann es zu regnen und wir kamen „gebadet“ dort an. Auf der letzten Etappe hatten wir auch Regen bis zum Lago d´Agola. Am Bärenpass angekommen, waren wir auch unter unserer Regenausrüstung nass „bis auf die Haut“. In Riva hat dann schon wieder zögerlich die Sonne gescheint.

Bei der Auswahl unserer Unterkünfte habe ich mich grundsätzlich an Deine Empfehlungen aus dem Roadbook gehalten.

In Landeck haben wir bei Bekannten in Zams genächtigt (Postgasthof zur Gemse).

Nach der zweiten Etappe haben wir auf der Bodenalpe genächtigt. Deine Grüße haben wir an Esma ausgerichtet. Sie hat sich darüber gefreut und wir waren hin und weg über Service, Bedienung und Zimmer sowie über das Frühstück.

Nach der dritten Etappe haben wir in Fuldera im Landgasthaus Staila genächtigt. Da blieben keine Wünsche offen!

Nach der vierten Etappe haben wir das Hotel Sassella in Grosio gewählt. Der Charme des alten italienischen Hotels und die herzliche Art des Personals hat uns „entzückt“.

Nach der fünften Etappe hat uns die Unterkunft in Pezzo im Da Giusy wahrlich umgehauen. Der Empfang, die Begrüßung, das Zimmer, das Abendessen, das Frühstück und das Erinnerungsfoto vor der Abfahrt – alles wie in einem „Traum“!

Nach der sechsten Etappe haben wir in Madonna mit dem Alpenhotel Vidi keinen Glücksgriff gemacht. An der Rezeption wollte man von einem Willkommen nichts wissen. Möglich, weil wir wie gebadete Mäuse aussahen. Das Erste, was von uns verlangt wurde, war der Reisepass – unfreundlich und mit den Händen in den Hosentaschen und alles, was wir wissen wollten, mussten wir hinterfragen. Meine Frau war sauer – ich auch. Nach dem Abendessen in der benachbarten Pizzeria „Le Roi“, unzähligen Bieren vom „Brenta-Bräu“ und inmitten einer lustigen, internationalen Tischgesellschaft war uns das modern eingerichtete und sehr geräumige Zimmer eher egal.

Beim ersten Blick auf den Lago und bei der Ankunft in Riva ist es uns sicher genauso ergangen, wie jedem anderen, der nach sieben Tagen das Ziel der TransAlp-Tour erreicht. Nach sieben Tagen „Einsamkeit“ auf den Tagesetappen sind wir in Riva in das touristische Treiben eingetaucht. Am Abend haben wir dann mit Freunden unsere TransAlp gefeiert. Am Sonntag gab es dann ein 30-minütiges Feuerwerk in Riva zum Abschluss des Märchenfestes „Notte die Fiaba“ – für uns!

Die GPS-Tracks auf Deiner TOPO-Karte für mein Navi von Garmin war eine sehr große Hilfe. Orientieren war fast nie notwendig. Eine Abweichung ist mir noch gut in Erinnerung: auf der sechsten Etappe am Ende des Trails von der Montozzo-Scharte herunten am Lago die Pian Palu ist ein Überqueren der Staumauer nicht möglich, weil mit großen Zäunen abgesperrt. Am Ende des Trails geht´s gleich rechts über einen breiten Wanderweg mit weit auseinanderliegenden hölzernen Wegbefestigungen zuerst etwas steil, dann weniger steil hinunter zum Rif. Fontanino di Pejo, das man dann über eine kleine Brücke über den Bach direkt erreicht.

Bei unserem zufälligen Zusammentreffen am Montag oberhalb von St. Anton haben wir mit Dir ein Selfie gemacht. Deine Bitte, Dir das Foto zu schicken, möchte ich jetzt erfüllen.

treffen in st anton 20220822

Unser Abschlussfoto in Riva (mit dem Finisher - T-Shirt) darf ich Dir auch zur Verfügung stellen. Für eine weitere Verwendung gibt es von uns keine Einwände.

Finisher 20220827

Bereits ein paar Wochen nach der TransAlp-Tour gibt es schon Ideen für eine Wiederholung. Nächstes Jahr noch nicht, aber 2024 kann ich es mir gut vorstellen. Heuer Daheimgebliebene meldeten schon ihr Interesse an. „Schaun´n ma amoi, dann wern` ma scho sehng“

Sportliche Grüße aus dem Ausseerland!

Lutz & Lilly ABSOLON


Datum: 1. August 2022

Michael
Betreff: Albrecht-Route

Hallo Andreas,

anbei das Finisherfoto mit den schicken Trikots vom Gardasee. War eine super Tour! Kein Regen, keine Panne und kein Unfall! Etwas heiß war es am letzten Tag von Madonna nach Torbole. Hat riesig Spaß gemacht. Vielen Dank, für das Ausarbeiten einer solch schönen Tour!
 
Viele Grüße aus Hamburg 
 
Michael 
 
Finisher michael etc

Datum: 5. Juli 2021

Alexander
Betreff: Transalp Albrecht-Route

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Top Koordinaten. Die Tour war ein Traum. Sind am ersten Tag bis St. Anton, am zweiten Tag bis zur Heidelberger Hütte und am dritten Tag durch das Val d’Uina bis nach Santa Maria gefahren. Danach haben wir uns sehr genau an deine Etappen gehalten. Die GPS Daten haben uns 1a bis zum Gardasee gebracht. Auch deine Hoteltipps waren sehr gut. Insbesondere Da Giusy in Pezzo, aber auch Hotel Garni dello Sportivo sehr schöne Aufenthalte mit sehr netten und hilfsbereiten GastgeberInnen.
Vielen Dank für die Pionierarbeit und noch mal für die GPS Daten!

Beste Grüße

Markus

Finisher


Datum: 19. Juli 2020
 
Thilo Mohr
Betreff: Albrecht-Route
 
Ich bin die Albrecht-Route vom 07.07.-14.07.2020 gefahren, beginnend direkt vor meiner Haustür, das heisst mit einer Tagesetappe mehr. Ich bin allein gefahren, habe aber unterwegs noch Mitfahrer gefunden die auch alle auf der Albrecht-Route unterwegs waren.Ich habe mich in der Vorbereitung mit Ihrem Kartenmaterial, sei es per GPS oder Papier eingedeckt und das war perfekt.Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt und deshalb ist dieses Material jeden Cent wert.
Ich könnte noch viel berichten, möchte aber nur noch sagen das ich meine Entscheidung, meine erste Transalp per Albrechtroute zu fahren als goldrichtig erwiesen hat, da Dokumentation,Navigation und Information einfach überragend sind.
Ihnen noch eine gute Zeit und vielen Dank, T. Mohr

Datum: 23. August 2018
Jürgl Heigl
Betreff: Albrecht-Route

Hallo Albi. Wir sind sicher, unfallfrei am Lago angekommen. Jetzt trinken wir ein paar Bier auf dich und deine Traumrunde.
Grüße vom Lago, JÜRGEN

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Datum: 21. Juli 2018
Karin Mangold
Betreff: Albrecht-Route

Hallo Andreas!
Gestern konnte ich meine beiden Helden glücklich in Riva begrüßen. Hier ist das Finisher Foto.
Gruß von Karin Mangold

IMG 0452 Karin Mangold


Datum: 22. August 2017
Erich & Peter
Betreff: Albrecht-Route

Hallo Andreas!

Da dies unsere erste Transalp war sind wir sind deine Route im Original nach deinen GPX Daten gefahren. Wir wussten nicht was uns erwartet und wie wir es schaffen werden. ABER: Es war ein absolutes Highlight!
Von Sonntag 13.08.2017 bis Samstag den 19.08.2017 waren wir die 7 Etappen unterwegs und hatten mit dem Wetter, Material und der Gesundheit keinerlei Probleme. Nicht ein einziger Tropfen Regen am Tage!
Das Panorama und die Weiten waren einfach überwältigend, obwohl wir auch aus einer bergigen Region (Kärnten) kommen haben uns diese gewaltigen Weiten doch ins Stauen gebracht.
Auch die Tourführung war optimal, wir haben keine der Alternativen genommen, da wir, wie schon erwähnt, das erst Mal eine solche Tour unternommen haben.
Ich hatte die Tracks auf meiner Suunto Ambit3 und muss sagen das Fahren danach war optimal. Wir fuhren als ob wir die Strecke schon kennen, lediglich bei einigen Stellen mussten wir nach das Handy (Kompasskarte mit Apemap) für Kontrollzwecke nehmen!
Somit konnten wir die herrlichen Aussichten genießen und mussten nicht immer auf Karten schauen. Die Kartenscan´s die ich angefertigt hatte brauchten wir nicht ein einziges Mal!
Es war eine herrliche Woche, und wahrscheinlich nicht die letzte Alpenüberquerung!
Danke für die super Aufarbeitung!


Datum: 27.12.2016
Sönke Olbrich
Transalp Albrecht-Route

etwas spät, aber immerhin noch in 2016 wollte ich Dir noch ein Feedback meiner ersten TransAlp im September 2016 geben. Eines vorweg, es ist bis jetzt die tollste sportliche Erfahrung gewesen, die ich bis dato machen konnte. Mit einem etwas mulmigen Gefühl bin ich am 18.09.2016 alleine die Tour in Garmisch angegangen. Alleine, weil mein Kumpel dann doch etwas kalte Füsse bekommen hat, und zusätzlich mulmig - na klar, trotz meiner Meinung nach bester Vorbereitung (sofern dies in Schleswig - Holstein möglich ist) und gutem Equipment wusste ich nicht was mich erwartet: Wie ist das Wetter? Hält das geliehene FullyMTB? Hält die Kondition? Halten Knochen, Sehnen und Muskulatur? Die Tatsache, dass sämtliche organisierte Touren Mitte September endeten, machten einen nicht unbedingt gelassener. Aber, eine gesunde Anspannung kann ja nicht schlecht sein.
Bei durchwachsenem Wetter startete ich also die Tour, und gleich am ersten Tag wurden aus den 900 Höhenmetern über 2000 - Deinen Varianten sei Dank. In den kommenden Tagen habe ich mir dann auch die Höhenprofile detaillierter angesehen. Am zweiten Tag habe ich bereits in Galtür Station machen müssen, da sowohl die Bodenalpe als auch die Heidelberger Hütte geschlossen hatten. Hatte auf der einen Seite den Vorteil, in einem wunderbaren Hotel (AlpinHotel Monte, 89,-€ mit Wellness und unfassbar guter HP) untergekommen zu sein, aber den Nachteil dass ich am dritten Tag rund 2600 Höhenmeter zu reißen hatte. Immerhin wurde das Wetter am dritten Tag Richtung Tschierv merklich besser, um dann spätestens in Grosio fast schon mediterran zu wirken.
An fünften Tag musste ich aufgrund fehlender Alternativen in Precasaglio übernachten - war zwar die spartanischste Herberge, ging aber auch.
In Madonna di Campiglio war absolut tote Hose - sozusagen die Ruhe vor der Wintersaison, man konnte aber erahnen, wie mondän es in diesem tollen Ort zugeht.
Das erste Mal auf kurze Klamotten bin ich erst kurz vor dem letzten Passo Ballino umgeschwenkt. Davor war es insbesondere bei den Passquerungen doch schon merklich kühl.
Am Gardasee erwarteten mich dann angenehme 25° und Sonnenschein.
Alles in allem habe ich durch die ein oder andere Variante rund 500km und 14.000 Höhenmeter hinter mich gebracht und so richtig verteufelt :) habe ich Dich nur 2x, und zwar erstens als ich der Meinung war, ich müsste den Gallo Trail fahren, und zweitens als ich den linken Weg zum Stausee gewählt habe. Soll absolut kein Vorwurf sein, aber die hatten es in sich und waren für mich nur teilweise fahrbar. Ansonsten ein überragendes Erlebnis, sehr anstrengend (ich sprach zwischendurch von der Tour der Leiden) und es wird Dich sicherlich nicht überraschen, wenn ich sage, dass mich schon auch noch weitere Touren reizen würden (Hast Du einen Tipp??).
Vielen Dank für das einmalige landschaftliche Erlebnis, für tolle Panoramen, für diese sportliche Herausforderung und vor allem für Deine tadellose Tourenausarbeitung. Ich bin mir sicher, dass dies nicht meine letzte Tour gewesen sein wird. Und btw., im Nachhinein bin ich fast froh, dass ich die Tour alleine gemacht habe - ich denke es wären einige Freundschaften zu Bruch gegangen. Denn eines ist sicher, man muss diese Touren selber machen wollen; sofern hier Überredungskünste erforderlich sind, sollte man es lieber lassen! Auch das Wetter ist für diese Jahreszeit optimal gewesen, eventuell würde ich das nächste Mal 1 oder 2 Wochen früher fahren. Ich werde sicherlich nochmal auf Dich zukommen. Bis dahin wünsche ich Dir einen guten Rutsch in 2017 mit spannenden vielleicht neuen Touren.

Gruß, Sönke

Bild: Denkmal am Rifugio Berni (Gaviapass-Straße)

Gavia


Datum: 14.08.2016
2E97Lothar Lehner
Albrecht Route

nachdem wir Dich und Deine Frau am Anfang unserer "Albrecht-Route" in Garmisch am 30.07. persönlich kennenlernen durften (solche Zufälle gibt es normal nicht, wir waren begeistert), verlief unsere Tour dank Deiner Hervorragenden Unterlagen (Karten, GPS, Roadbook) nach Riva perfekt. Vor allem Deine Tipp's in Sachen Unterkunft und Essen waren Top !
Danke für den netten Kontakt und vielleicht bis bald (war sicherlich nicht unser letzter Alpencross).

Viele liebe Grüße von
Kai, Mariusz, Norbert und Lothar


Datum: 02.08.2016
Michael Oberer
Albrecht Route

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, ihnen ein Feedback zu geben und zwar ein durchwegs positives. Ich bzw. wir sind letzte Woche ihre Route Garmisch Torbole gefahren. Die Route ist wirklich perfekt von Ihnen recherchiert mit vielen tollen Highlights. An die meisten Orte würde man ohne Ihre Tipps nie kommen. Also möchte ich auf diesem Wege Danke sagen für eine Wirklich tolle Woche auch wenn Sie selbst nicht dabei waren ☺. Hätte abschließend noch einen Tipp ggf. Für  die nächste Buch Auflage. Ist aber wirklich als Idee zu verstehen nicht als Kritik. Bei der Unterkunfts Empfehlung in der Schweiz ist als erste Möglichkeit das LaVopa aufgeführt. An sich ein nettes Gasthaus. Wir hätten es jedoch als Hilfreich empfunden wenn wir gewußt hätten dass das Gasthaus mehr als spartanisch ist und keinerlei Komfort bietet (weniger wie jede AV Hütte) besonders nach einer Regenabfahrt. Sonst wie gesagt. Alles Top.
GRUß
M. OBERER


Datum: 01.08.2016
Andreas
Albrecht Route

Hallo Andreas,
zu zweit haben wir unseren ersten Alpencross nach deinem Roadbook absolviert. Es war ein super Erlebnis und wir werden das sicherlich wiederholen.
Dank deinem Roadbook haben wir den Weg immer gut gefunden und uns auch bei der Übernachtung über deine Tipps gefreut.
Besten Dank hierfür!
Andreas


Datum: 27.07.2015
Uwe Nachtrab
Albrecht Route
Hallo Andreas!
letzte Woche war es soweit. Am 20.07. habe ich meine erste Transalb Allbrecht-Route in 6-Tagen gestartet und das auch noch alleine, wollte ich unbedingt so haben.
Was ich, im nach hinein auch nicht bereue, war super entspannend. Hatte natürlich letzte Woche auch bestes Bergwetter. Durch sehr viele Trainingskilometer (ca.4500km seit 1.Jan) war ich sehr gut vorbereitet, doch es war trotzdem eine große sportliche und anstrengende Herausforderung. Super.
Für mich war es was ganz besonderes, ich war vorher noch nie mit dem Rad in den alpinen Bergen unterwegs. Technisch bin ich gut drauf und hatte daher sehr viel Spaß auf den selektiven Wegen/Trails. Bei der Vorbereitung habe ich mich an deine Ratschläge orientiert. (z.B.Packliste usw.)
Die Albrecht-Route ist genial Abwechslungsreich. Deine GPS-Daten haben immer sicher und genau Funktioniert. Karten habe ich eigentlich nicht benötigt, nur um mich etwas zu orientieren wo ich gerade bin. Meine Unterkünfte habe ich im vorherein schon gebucht. Was ich für sehr sinnvoll halte. Auch hier habe ich einige deiner Vorschläge angenommen.
1.Landeck, selbst gesucht.
2.Bodenalpe, sehr gut.
3.Tschierv-LaVopa für eine Nacht OK. Leider Schweizer Preise! Gutes Essen.
4.LaBaita, genial wie von dir versprochen. Alessandro Danke.
5.Madonna di Campiglio, Sportivo-sehr gut-freundlich und super Frühstück. Günstig für die Lage. Bin noch über den Pass gefahren(Übernachtung nicht in Dimaro), dann wird der letzte Tag entspannter.
6. Gardasee, selbst gesucht.
Mein/evtl. unser(meine Frau) Projekt wird sicherlich wieder eine Route von Dr.Albrecht sein.
Besten Dank, für deine sicherlich vielen Stunden Arbeit in deine Routen. Freue mich schon auf den nächsten Kontakt.
Ein glücklicher Finisher.
Liebe Grüße Uwe Nachtrab


Datum: 30.06.2015
Mats Andersson
Albrecht Route
Hello Andreas!
Just like to thank you for the great route you have created. Me and four of my friends just finnished the route and we really enjoyed it. It was perfect. We followed the version 2 route most of the time. We are also thankfull for all the available help as GPS coordinates and maps from your webshop.
Best Regards
Mats, Jonas, Petter, Joakim and Martin (all from Sweden).


Datum: 10.08.2014
Stephan Rissi
Albrecht Route
Hallo Andreas, letzten Mittwoch, 6.8.2014, haben wir deine Albrecht Route erfolgreich in Torbole abgeschlossen. Wir sind in Vandans (Montafon) über die alte Silvretta Hochalpenstraße gestartet und haben den 1. Tag auf der Bodenalpe beendet. Der Rest der Tour war exakt nach deinen GPS-Vorgaben. Ich kann nur sagen, dass deine Ausarbeitung allererste Sahne ist. Wir haben die Route in vollen Zügen genossen, obwohl die ersten drei Tage mit viel Regen gesegnet ;-) waren. Die von dir vorgeschlagenen Hotels waren alle perfekt und der Wäscheservice ist Gold wert. Am meisten hat uns Yuri überzeugt, der mit seiner Art einfach alle Herzen erobert. Die Satteltasche, welche ich in Yuris Garage liegen gelassen habe, hat er mir bereits per Post zugesendet.
Mal schauen, vielleicht werden wir nächstes Jahr deine Tour von München nach Venedig in den Angriff nehmen.
Herzliche Grüße aus Vorarlberg
Stephan Rissi


Datum: 31.07.2014
Swen Angermann
Albrecht Route

Hallo Andreas,
am 31.07.2014 haben wir unseren ersten Alpencross erfolgreich bestritten. Wir sind von Garmisch aus gestartet und Torbole war unser Ziel. Wir haben die Albrecht Route mit kleinen Abweichungen gewählt. Deine GPS Daten hatten größenteils gestimmt, wobei wir hin und wieder mal auf die Straßen gelots worden sind obwohl auf der anderen Seite vom Fluss ein schöner Waldweg gewesen wäre (Bsp. im Ort Sent Richtung Sta. Maria.) Das Roadbook war sehr hilfreich um die Streckenführung zu vergleichen. Aber die Entscheidung auf welches System wir uns nun verlassen sollten fiel hin und wieder schwer.
Die ein oder andere Etappe hätte man auch auf zwei Tage verteilen können. Gerade für Erst- Alpencrosser, da diese öfter anhalten um schöne Fotos zu machen oder aber für Gruppen die doch mehr Zeit benötigen als Einzelfahrer.
Anyway- die Tour war super obwohl von Dauerregen geprägt und wir hatten viel Spass. Danke an dieser Stelle für deine hervorragende Vorarbeit und den Support bei unseren Vorbereitungen. Kann die Albrecht Route (klassisch) nur empfehlen.
Weiter so...
Liebe Grüße
Swen


Datum: 28.07.2014
Petra und Stefan Weidner
Albrecht Route
wir sind dieses Jahr die original Albrecht Route gefahren. Die Tipps und Hinweise vom Roadbook passten zu 100%. Zudem haben wir einige Gleichgesinnte kennengelernt, die auf der gleichen Route unterwegs waren. Man traf sich da immer wieder auf der Strecke, und Abends steuerten wir meist die gleiche Unterkunft an. Wir schlossen supertolle Freundschaften, was diesen Alpencross zu etwas ganz besonderen machte! Dies war unser 4. Alpencross nach Albrecht-Daten, der nächste lässt bestimmt nicht lange auf sich warten. Grüsse an unsere Mitstreiter, den 5 Frankenpower-Jungs, an Doris und Roman, und an Kathrin und Sören!!! Schön war es mit euch!


Datum: 29.06.2014
Michael Pfister
Transalp: Albrecht-Route
Wir haben vorletzte Woche Ihren Transalp gemacht und uns genau an Ihr Buch und Ihre Tipps gehalten. Ihre Ausarbeitung ist einfach genial. Es war alles wie von Ihnen beschrieben und wir sind alle immer noch total von Ihrer Route begeistert. Super fanden wir auch den Tipp mit Allesandros Hütte am Gaviapass. Er hat sich riesig gefreut und uns eine super Pasta gezaubert. Von Ihm wussten wir auch, dass Sie auf der Route unterwegs sind. Leider konnten wir die Montozzo Scharte aufgrund der Schneelage nicht angehen. Hier hat uns Yuri abgeraten. Nun haben wir aber wenigstens einen Grund wieder bei Yuri zu übernachten. Aufgrund dieser Tatsache sind wir jedoch am vorletzten Tag noch über den Bärenpass gefahren und haben auf einer Hütte übernachten, so dass wir Am letzten Tag nur noch eine leichte Etappe mit 44 km hatten und es recht gemütlich angehen konnten. Hiermit möchten wir uns nochmals recht herzlich für die tolle Tour und die Tipps bedanken. Grosses Lob. Anbei noch zwei Bilder vom Wunderschönen Fimberpass ....


Datum: 14.11.2013
Klaus Ronecker
Transalp 2013: Albrecht-Route
Hallo Andreas wir sind am 16.8.die sieben Tagestour deiner Garmisch Torbole Transalp mit dem MTB gefahren. Tolle Tour. Ohne die vielen Infos auf deiner WEB Seite hätten wir es nicht gewagt. Vielen Dank


Datum: 28.08.2013
Frank Elsner
meine Alpenüberquerung - Albrecht-Route
Im vergangenen September hat mir mein Sohn (21) zu meinem Geburtstag Dein Roadbook 2012 geschenkt und mir seine Begleitung bei dieser Alpenquerung angeboten. Ich bin ein verhätnismäßig fitter 60 jähriger Flachländer (Kiel), der vom Mountainbiken im Grunde keine Ahnung hat. In der vergangenen Woche hat diese Tour nun stattgefunden. Das war ein gigantisches Erlebnis, bei dem ich hier und da hart an meine Grenzen gekommen bin (zweite Etappe bei strömendem Regen). Natürlich habe ich auch bergab, wo der Mountainbiker mit Freude fährt, hier und da schieben müssen. Die Tour war aber klasse, die Unterkünfte gut. Ich danke Dir für die hervorragende Vorbereitung.
Viele Grüße
Frank


Datum: 09.08.2013
Peter Maruhn - Sportstudio Allgäu
Albrecht-Route
immer noch völlig überwältigt von der Tour, leicht verspätet im Anhang das gewünschte Bild von uns in Riva beim Pizzaessen. Rechts außen sitze ich. Wir hatten eine super Zeit. Respekt, das ist eine ganz tolle Route die Du da ausgearbeitet hast. Deine Tipps im Roadbook haben uns sehr geholfen. Außer in Landeck und Riva waren wir auch nur bei Deinen Empfehlungen untergebracht. Wir sind am ersten Tag von Füssen über Ehrwald, dann auf der offiziellen Route nicht bis Landeck sondern gleich bis Pettneu kurz vor St.Anton gefahren. Das waren dann für den ersten Tag 105km und ca.1500 hm dafür am zweiten Tag ca. 300 hm weniger. Wir haben in Pettneu im Gasthof zur Traube übernachtet. (das ist auch der Grund warum ich es dir schreibe).
Ein super Tipp: 45.-€ mit HP, ein Abendessen 3-Gänge a la Carte vom Feinsten. Morgens mit einem wunderschön gedeckten sehr reichhaltigen Frühstückstisch.
Ich kann auch die Jugendherberge in Riva sehr empfehlen, sie liegt in der Ortsmitte und kostet mit Frühstück nur 22.-€
Ich habe schon und werde deine Route wärmstens weiterempfehlen, vielen Dank.


Datum: 29.07.2013
Michael Eckstein
Albrecht-Route

Hallo Andreas,

nachdem wir wieder zu Hause sind, wollte ich mich nochmal melden. Eine beeindruckende Transalp liegt nun hinter uns. Das Wetter war perfekt. Wir hätten die Regensachen zu Hause lassen können. Danke für die perfekte Planung. Alle Hotels waren super. Es gab nichts zu beanstanden. Am besten hat es uns in Pezzo im Ristorante Da Giusy gefallen. So eine Gastfreundschaft ist schon was Besonderes. Das Essen war so gut, das keiner von uns ein Gramm abgenommen hat :-).
Wir sind die Strecke wie geplant gefahren, und waren immer so gegen 16:30 - 17:00 Uhr am Ziel. Für die Etappe Pezzo-Madonna haben wir uns in 2 Gruppen aufgeteilt, da einige von uns zu viel Respekt vor der Montozzoscharte hatten. Wir sind insgeamt 450km und 10500 hm gefahren. Große Pannen und Verletzungen / Stürze gab es auch nicht. Lediglich 3 Platte Reifen waren zu reparieren.
Jetzt müssen wir erst mal alle Eindrücke verarbeiten. Für mich geht es in 2 Wochen wieder mit der Familie los. Dann geht es durch die Dolomiten. Start ist in Sillian und Ziel wird Verona sein. Vielleicht klappt es sogar mit einem Besuch in der Arena.
Danke nochmal und Herzliche Grüße aus Dachau

P.S.: Da wir alle im nächsten Jahr wieder zusammen fahren wollen, wirst du bestimmt wieder von uns hören. Es gibt ja noch mehr Wege durch die Alpen :-).

Michael

Michael Eckstein 2013 Albrecht Route


Weitere Rückmeldungen im Gästebuch.

Rennrad Transalp

Mit dem Rennrad über die Alpen von Garmisch an den Gardasee


Viele Transalps bin ich schon mit dem Mountainbike gefahren. Dabei quert man immer wieder Straßenpässe in den Alpen. So entstand in mir die Idee, eine Transalproute zu entwerfen, die komplett für ein Rennrad geeignet ist. Die eigentliche logistische Herausforderung ist dabei, Strecken zu suchen und zu kombinieren, die möglichst wenig vom motorisierten Verkehr betroffen sind. Da das natürlich nicht vollkommen vermeidbar ist, muss man sich überlegen, zu welchem Zeitpunkt der Hauptandrang vorbei ist. Das Stilfser Joch zum Beispiel an einem Samstagnachmittag im Hochsommer mit dem Rad zu befahren, ist wenig empfehlenswert. Karawanen von Autos und Motorrädern werden dann auf der grandiosen Passstraße dem Radler ihre Auspuffgase ins Gesicht blasen. Faustregel ist: attraktive Pässe so zeitig wie möglich am Morgen anfahren, dann hat man sie meist für sich alleine.

Ansonsten musste ich nicht viel Aufwand bei der Planung betreiben. Dieser Teil der Alpen ist auf meiner mentalen Festplatte eingebrannt, sowohl geografisch als auch angereichert mit den opulenten Bildern, die sich im Laufe der Jahre  angesammelt haben. Eine grobe Idee auf einem A4-Blatt skizziert und den entsprechenden Ausschnitt aus einer Straßenkarte der Alpen kopiert und los kann's gehen.


Überarbeitung: im Jahr 2021 - mehr Infos siehe Prolog

Stilfser Joch

Rennrad Transalp: bei der  Anfahrt zum Stilfser Joch am frühen Morgen - nur noch ein paar Kehren


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute (siehe auch die Detailkarten bei den einzelnen Etappen)
blau: mit Rad zurück (ergänzt durch Bahnfahrt Rovereto - Brenner)

Rennrad Transalp

Höhenprofil

rennrad transalp komplett


Strecke:

Garmisch - Mittenwald - Seefeld - Telfs - Imst Bhf. - Pillerhöhe - Pfunds - Norbertshöhe - Reschenpass - Prad - Stilfser Joch - Pass Umbrail - Münstertal - Ofenpass - Livigno - Passo di Foscagno - Bormio - Passo Foppa - Passo Tonale - Madonna di Campiglio - Pinzolo - Passo Daone - Zuclo - Passo Durone - Passo Ballino - Gardasee

Länge: ca. 500 km
Höhenmeter: ca. 11.000 hm aufwärts
Etappen: 5 plus 1 Tag Rückreise per Rad und Zug
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen über 2000 m verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis in den September hinein. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten. Entscheidend ist, ob das Stilfser Joch schon für den Verkehr freigegeben wurde.

1. Tag: 43,2 km, 668 hm
Garmisch-Partenkirchen - Mittenwald - Leutasch - Seefeld

2. Tag: 157,3 km, 2799 hm
Seefeld - Mösern - Telfs - Imst - Arzl - Wenns - Pillerhöhe - Kauns - Prutz - Pfunds - Martina (CH) - Norbertshöhe - Nauders - Reschen - Mals - Prad - Trafoi

3. Tag: 106,3 km, 2936 hm
Trafoi - Stilfser Joch - Pass Umbrail - St. Maria im Münstertal - Ofenpass - Punt la Drossa - Livigno - Passo d'Eira - Passo di Foscagno - Arnoga - Bormio

4. Tag: 118,8 km, 3169 hm
Bormio - Le Prese - Passo Foppa - Monno - Passo Tonale - Mezzana - Dimaro - Madonna di Campiglio

5. Tag: 74,9 km, 1350 hm
Madonna di Campiglio - Pinzolo - Spiazzo - Passo Daone - Preore - Zuclo - Passo Durone - Fiave - Passo Ballino - Riva - Torbole

6. Tag - Rückreise: 59 km, 310 hm
per Rad: Torbole - Nago - Mori - Rovereto Bhf, ca. 20 km, ca. 300 hm
mit Regionalzug von Rovereto zum Brenner
per Rad: Brenner - Innsbruck, ca. 39 km, ca. 10 hm
per Regionalzug Innsbruck - Garmisch - München - Gotha


Nachfahren der Tour

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Weiterhin ist folgendes verfügbar:

  • GPS-Tracks, Kartenscans und Finisher Biketrikot im Webshop
  • TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte auf Anfrage

Landkarten

Kompass: Digitale Karte Über die Alpen, 5, 35, 42, 52, 71, 072, 73, 94, 96, 101, 107
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer


Tourplanung: Andreas Albrecht

gefahren von: Andreas Albrecht solo

Fotos: Es sind ausnahmslos eigene Bilder. Sie stammen von der Originalbefahrung und wurden ergänzt mit Bildern, die bei der Verifizierung bzw. Überarbeitung einzelner Streckenabschnitte entstanden sind.




Tourbericht

Alles, was gut geht, wird im Nachhinein als Strategie erklärt.

Gerhard Schröder (*1944)


Prolog

Bewährter Startort dieser speziellen Transalp mit dem Rennrad sollte wegen der guten Zuganbindung Garmisch-Partenkirchen sein, denn inzwischen lasse ich das Auto für den Transfer ganz gern mal stehen und fahre entspannt und stressfrei mit der Bahn. Als Zielpunkt ist der Gardasee unschlagbar, das stand also fest. Die Strecke mittendrin würde sich ergeben. Ende September locken ein paar schöne Tage, also nicht lange gefackelt und los. Ein erster Zwischenstopp soll in Seefeld sein.
Ach ja, ein Rennrad brauche ich ja auch noch. Bei meinen Radhändler stand ein fast neues vor der Tür, dass mir schon rein optisch sehr gut gefiel. Die Rahmenhöhe und -geometrie passte auch, wie ich bei einer längeren Testfahrt sofort merkte. Der einzige Unsicherheitsfaktor für mich ist die Übersetzung. Das Kompaktsystem mit 34 Zähnen vorne und einem 26er Ritzel hinten musste reichen für die Alpenpässe. Würde meine Kraft dafür ausreichen?

Transalp Rennrad

Transalp mit dem Rennrad


Überarbeitung seit 2021: was hat sich geändert?

Meine Rennrad Transalp hat sich zu meinem Erstaunen und erfreulicherweise als Dauerbrenner etabliert. An der Strecke wird sich im Laufe der Zeit naturgemäß nicht viel ändern. Nichtsdestotrotz checke ich regelmäßig im Zuge meiner Recherchen in den Alpen die Routenführung für die Rennrad Transalp. Kleine Änderungen und Verbesserungen ergeben sich vor allem durch den fortschreitenden Bau von Radwegen in Italien. Die nehme ich konsequent mit auf, auch wenn ich weiß, dass es Rennradfahrer gibt, die vorhandene straßenbegleitende Radwege gern ignorieren. Ob sie sich damit einen Gefallen tun, sei dahin gestellt. Für mich sind Radwege sicherer als Straßen. Aber letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls dokumentiere ich hier die Änderungen.

1. Tag: Garmisch-Partenkirchen - Seefeld

  • Garmisch: geringfügige Änderung der Strecke in Garmisch in der Nähe der Skisprungschanzen, Strecke führt nun direkter an den Schanzen vorbei

2. Tag: Seefeld - Trafoi

  • Telfs: nach der Abfahrt von Mösern im Kreisel bei M-Preis nach ca. 400 m rechts ab von der Hauptstraße und durch die Siedlung Moos fahren
  • Glurns: ca. 5 km auf Etschradweg bleiben, dann rechts ab Richtung Prad

3. Tag: Trafoi - Bormio

  • in Livigno: nach Kreisverkehr am Ortseingang von Livigno weiter auf Radweg in Richtung Mottolino Seilbahn, umgeht das Ortszentrum
  • in Isolaccia: bei Kreisel in Ortszentrum geradeaus auf Radweg Val Viola bis ca.1 km vor Abzweig Premadio von Staatsstraße SS 301 (Hinweis: Bauarbeiten am Radweg sind im Gange, ich werde den Fortschritt verfolgen)
  • zwischen Premadio und Bormio: ca. 600 m nach Ortsausgang Premadio rechts auf Radweg Val Viola, umgeht das Ortszentrum Bormio

4. Tag: Bormio - Madonna di Campiglio

  • zwischen Bormio und Sondalo: Strecke verläuft nun über die neuen Abschnitte des Radweges Sentiero Valtellina
  • zwischen Vezza d'Oglio und Ponte di Legno: nun komplett abseits der Hauptstraße auf Radweg Valle Camonica und Val di Sozzine

5. Tag: Madonna di Campiglio - Torbole

  • ergänzt durch Variante der Straßenabfahrt von Madonna di Campiglio nach Pinzolo


1. Tag: Garmisch-Partenkirchen - Leutasch - Seefeld

Strecke: 43,23 km, 668 hm
Garmisch-Partenkirchen - Kaltenbrunn - Klais Mittenwald - Leutasch - Seefeld
GPS-Track: 01Garmisch-Seefeld.gpx


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
01 rennrad transalp


01Garmisch Seefeld


Nach der Anreise mit der Bahn steht heute nur eine kleine Strecke zum Einrollen auf dem Programm. Am frühen Nachmittag geht es bei strahlendem Sonnenschein am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen los.

GAP

Garmisch-Partenkirchen: vom Ortsrand hat man einen schönen Blick auf die Zugspitze, den mit 2.962 m höchsten Berg Deutschlands. Der höchste Punkt dieser Rennrad Transalp wird mit 2.758 m am Stilfser Joch nicht sehr viel tiefer liegen.


Die Radstrecke nach Mittenwald ist fast komplett asphaltiert und ich nutze sie gerne, weil auf der Bundesstraße nebenan wie fast immer reger Autoverkehr herrscht. Einzig ein vielleicht 700 m Meter langes Teilstück kurz vor Klais ist ein feingeschotterter Feldweg, den man mit dem Rennrad aber durchaus fahren kann. Wem das partout nicht passt, kann für einen Moment auf die Bundesstraße wechseln. Die Steigungen sind bis Mittenwald moderat.

Mittenwald

Mittenwald - das Karwendelgebirge wird uns auf der ersten Etappe ein Stück weit begleiten


In Mittenwald beginnt der erste längere Anstieg in die Leutasch.

Mittenwald

Blick zurück auf Mittenwald


Der Anstieg aus dem deutschen Mittenwald in die österreichische Leutasch sollte für niemanden ein ernsthaftes Problem darstellen. Wenn doch, dann wäre hier die Gelegenheit umzukehren und ernsthaft für eine Transalp mit dem Rennrad zu trainieren. An der Höllkapelle ist die Leutascher Ebene erreicht. Ein Verbindungsweg führt hier zur Geisterklamm. Ich laufe die hundert Meter bis zur Klamm, die durch eine kühne Metallkonstruktion für Erlebnisspaziergänger erschlossen ist.

Geisterklamm

Geisterklamm


Mir reicht die Stippvisite und weiter geht's. Die Leutasch besteht aus mehreren lose verteilten Dörfchen und Anwesen, die sich malerisch entlang der Leutascher Ache gruppieren. Flankiert wird das Tal von der Bergkette des Wettersteingebirges und der Mieminger Kette.

Leutasch

Leutasch


Nur der Hauptort Weidach ist etwas größer. Hier biegt man auch schon links ab und der letzte kleine Anstieg für heute zum Seefelder Plateau beginnt. In Seefeld herrscht kein Mangel an Unterkunftsmöglichkeiten. Für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel lässt sich etwas finden. Auf dieser Solotour habe ich keine großen Ansprüche und komme in einer kleinen Familienpension mit Blick auf den Wildsee unter.

Seefeld

Seefeld - Wildsee


Später taucht die relativ zeitig untergehende Sonne die umliegenden Berge in ein beruhigendes, rötlich-warmes Licht. Ein gutes Vorzeichen für die nächsten Tage.

Wer ein wenig mehr Luxus will, steigt im "Karwendelhof" ab, direkt gegenüber dem Bahnhof. Der Service und das Ambiente sind vorbildlich. Autos können, falls notwendig, sicher auf dem Hotelparkplatz stehen bleiben.


Übernachtungstipps:

Hotel Karwendelhof: Bahnhofstraße 124, 6100 Seefeld in Tirol, Österreich  Telefon: +43 5212 26550    www.karwendelhof.com




2. Tag: Seefeld - Pillerhöhe - Norbertshöhe - Reschenpass - Trafoi

Strecke: 157,3 km, 2799 hm
Seefeld - Mösern - Telfs - Imst - Arzl - Wenns - Pillerhöhe - Kauns - Prutz - Pfunds - Martina (CH) - Norbertshöhe - Nauders - Reschen - Mals - Glurns  Prad - Trafoi
GPS-Track: 02Seefeld-Trafoi.gpx
Originalfahrzeit ohne Pausen: 8:01 h
Originalfahrzeit mit Pausen: 9:28 h


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
02 rennrad transalp


02Seefeld Trafoi


Ich wache früh am Morgen auf, geweckt durch Vogelgezwitscher. Der Himmel ist wolkenlos und die Luft frisch und noch etwas kühl.

Seekirchl Seefeld

Seekirchl in Seefeld: Morgenstund hat Gold im Mund


Voller Tatendrang schwinge ich mich aufs Rennrad. Ein paar Kilometer zum Einrollen und schon geht es nach einer kleinen Steigung den Möserer Berg hinunter ins Inntal.

Inntal vom Moeserer Berg aus

Blick ins Inntal vom Möserer Berg aus


Die Straße ist dank der Deutschlandrundfahrt der Radprofis frisch asphaltiert, die in jenem Jahr eine Bergankunft in Seefeld im Programm hatte. Auf den langen Geraden erreiche ich locker 70 km/h. Ein wenig mulmig ist mir dabei schon. Ich muss mich erst wieder an den Anblick der schmalen Pneus gewöhnen. So ein breiter Mountainbikereifen sieht für mich irgendwie Vertrauen erweckender aus. Alles geht gut. Ich grüße die bergauf strampelnden Radler mit einem Kopfnicken. Die Hände will ich lieber am Lenker lassen. In Telfs wechsle ich auf den Innradweg, den ich erst am Bahnhof Imst-Pitztal verlassen werde.

Inntal Hohe Munde

Inntal bei Telfs: Hohe Munde


Inntal Mieminger Kette

Auf dem Inntal-Radweg geht es zügig voran, zunächst entlang der Mieminger Kette.


Später erreiche ich bei Roppen die Innschlucht unterhalb des markanten Tschirgant. Da gibt es immer was zu sehen.

Inn bei Roppen

Rafting auf dem Inn bei Roppen


Kurz nach dem Bahnhof Imst-Pitztal verlasse ich den Inn-Radweg Richtung Pitztal. Auf der alten Straße erreiche ich bald Arzl, wo ich auf die neue Straße stoße.

Im Pitztal in Richtung Pillerhoehe

Hinter Wenns verlasse ich das Pitztal in Richtung Pillerhöhe


Der Verkehr wird etwas lebhafter. Die Straße ist breit genug für einen Seitenstreifen, so dass es sich gut fahren lässt. Ein Rennradler aus Innsbruck ist auf dem Weg ins Kaunertal.

Begleitung auf dem Weg zur Pillerhöhe

Willkommene Begleitung auf dem Weg zur Pillerhöhe


Wir fahren ein Stück gemeinsam und fachsimpeln ein wenig über die verschiedenen Schaltsysteme am Rennrad. Durch diese Abwechslung erreichen wir nach meinem Gefühl recht zügig die Pillerhöhe und machen kurz darauf am Gacher Blick einen kurzen Halt.

Pillerhöhe

Fotostopp an der Pillerhöhe


Gut siebenhundert Meter unter uns liegt das Inntal - ein atemberaubendes Panorama bei diesem Traumwetter heute.

Gacher Blick

Gacher Blick


Tja, nun werden die Höhenmeter gleich wieder vernichtet.

Abfahrt von der Pillerhöhe zunächst in Richtung Kaunertal

Abfahrt von der Pillerhöhe zunächst in Richtung Kaunertal


Steil ist die Abfahrt ins Kaunertal, wo sich mein kurzzeitiger Begleiter verabschiedet. Ich schaue auf die Uhr und rechne mir aus, das ich zur späten Mittagszeit in Pfunds sein dürfte - der rechte Zeitpunkt, um sich dort eine etwas längere Essenspause zu gönnen. Außerdem ist mir das Wasser in den Trinkflaschen über, das ich unterwegs an den reichlich vorhanden Brunnen nachfüllen konnte.

Kajetansbrucke

Blick von der Kajetansbrücke in Richtung Pfunds


Inzwischen ist mir klar, dass ich heute locker bis zum Reschenpass kommen werde, und wenn ich einmal dort bin, kann ich auch gleich noch ins Vinschgau hinunter rollen. Alles weitere wird sich ergeben. Die direkte Route über die Bundesstraße nach Hochfinstermünz und weiter nach Nauders würde ich keinem mit dem Fahrrad empfehlen. Zu viel Verkehr und zu viele Tunnels (ist außerdem inzwischen für Radfahrer komplett verboten - richtigerweise!). Die alternative Route führt kurz in die Schweiz. In Martina ist die Schweizer Grenzstation. Als Radfahrer wird man sehr selten kontrolliert, meist ignoriert - gut so!

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Martina: beliebter Durchgangspunkt für viele Radler, die auch auf dem Innradweg unterwegs sind


Links biegt man ab zur Norbertshöhe. Ich bin die Strecke schon mehrfach gefahren. Wieder habe ich Glück und treffe bei der Auffahrt auf einen zeitweiligen Begleiter. Ein Mountainbiker aus Landeck dreht seine Trainingsrunde. Wir schwatzen und sind im Nu oben.

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Norbertshöhe


In Nauders trennen sich unsere Wege wieder. Der örtliche M-Preis kommt mir wie gerufen, kurze Rast.

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Nauders


Bei starkem Gegenwind radele ich nach der Stärkung weiter in Richtung Reschenpass. Der Radweg verläuft durch saftig grüne Wiesen.

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Der höchste Punkt auf dem Reschenweg (links neben den Wassersprengern) ist der eigentliche Reschenpass und nicht markiert. Dadurch wirkt er recht unspektakulär.


Spektakulär ist dann die Fahrt entlang des Reschensees mit Blick zum Ortler, dem mit 3.905 m höchsten Berg Südtirols.

Reschensee

Reschensee mit dem stets schneedeckten Ortler im Hintergrund


Ebenfalls spektakulär und meist, aber nicht immer, gut besucht ist der berühmte Fotospot an der alten gefluteten Kirche von Graun.

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Kurze Pause.

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Durchatmen am Reschensee und weiter geht's.


Nach einem Blick zurück von der Staumauer über den Reschensee und dem wunderschöne Panorama inmitten der umliegenden Berge geht es weiter entlang des Haidersees.

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Staumauer Reschensee


Als ich drei Rennradler in gleichem Trikot auf der Straße sehe, wechsle ich auf die Straße in der Hoffnung, mich ihrer Formation anschließen zu können. Meine Hoffnung trügt mich nicht, ich reihe mich ein und wir wechseln uns in der Führungsarbeit ab, was bei dem leichten Gegenwind kräftesparend ist.

Rennradler

Auf dem Reschenplateau: eine gute Gruppe erwischt!


Bei der Abfahrt lasse ich die Jungs ziehen, sie wollen heute noch nach Bormio. Da wartet noch ein dicker Brocken auf sie. Doch zunächst rollt es sich auf dem Etsch-Radweg wie von alleine bergab nach Glurns.

Tandem Glurns

Glurns im Vinschgau besticht mit seiner komplett erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer um das kleine Städtchen herum. Für mich Anregung genug, es später bei weiteren Transalps gemeinsam mit meiner Frau auf dem Tandem zu besuchen.


Hinter Glurns peile ich den direkten Weg nach Prad am Fuße des Stilfser Jochs an. Am schnellsten geht das auf dem Etsch-Radweg. Gegen siebzehn Uhr bin ich in Prad. Ich fühle mich gut und horche in mich hinein, was heute eventuell noch geht. Bis Trafoi sind es gut sechshundert Höhenmeter. Dort lockt mich die Übernachtung im Hotel Bellavista, von dem ich schon viel Gutes gelesen hatte. Exakt eine Stunde brauche ich und meine Erwartungen werden nicht enttäuscht. Ich bekomme ein Zimmer mit First-Class-Panorama zum Stilfser Joch und Ortler. Beim Abendessen im Speisesaal derselbe grandiose Ausblick. Das ist der Mühen wert gewesen.

Trafoi Blick zu den Bergriesen am Stilfser Joch

Trafoi: Blick zu den Bergriesen am Stilfser Joch


Alternative ab Reschensee

  • ab Reschen bis Laatsch auf dem sehr gut ausgeschilderten Vinschgauer Radweg bleiben, dieser verläuft entlang des Reschen- und Haidersees abseits der Straße

Übernachtungstipps:

Hotel Bellavista: Strada del Passo dello Stelvio, 17, 39029 Stilfs BZ, Italien  Telefon:+39 0473 611716     www.bella-vista.it 


Ausblick 2023

Ab Frühjahr 2023 soll es zwischen Prad und Stilfser Brücke einen Radweg geben. Dafür wird im Zuge der Errichtung einer neuen Druckleitung für das Wasserkraftwerk entlang der Straße zwischen Prad und Stilfserbrücke eine 3,3 km lange Fahrradspur gebaut. Damit wird die Bezwingung des Stilfser Jochs mit dem Rennrad noch ein Stück entspannter werden.
Quelle, Bildquelle: FB Passo Stevio - Stilfser Joch

Radweg Prad Stilfser Brücke

 




3. Tag: Trafoi - Stilfser Joch - Pass Umbrail - Ofenpass - Passo d'Eira - Passo di Foscagno - Bormio

Strecke: 106,3 km, 2936 hm
Trafoi - Stilfser Joch - Pass Umbrail - St. Maria im Münstertal - Ofenpass - Punt la Drossa (Tunnel) - Livigno - Passo d'Eira - Passo di Foscagno - Arnoga - Bormio
GPS-Track: 03Trafoi-Bormio.gpx
Originalfahrzeit ohne Pausen: 6:53 h
Originalfahrzeit mit Pausen: 9:02 h


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
03 rennrad transalp


03Trafoi Bormio


Am Morgen überlege ich mir beim ausgedehnten, reichhaltigen Frühstück, wie meine Route heute aussehen sollte. Der erste Teil ist klar, die klassische Auffahrt zum Stilfser Joch. Nach dem Stilfser Joch hat man am Pass Umbrail zwei Möglichkeiten zur Weiterfahrt. Entweder direkt hinunter nach Bormio und weiter z.B. über den Gaviapass oder hinab in die Schweiz und durchs Münstertal und weiter über den Ofenpass. Ich entschließe mich für die letztere Variante, da mir diese Strecke zu weiten Teilen noch unbekannt ist. Aber zunächst wartet das Stilfser Joch auf mich.

Anfahrt

Anfahrt in den frühen Morgenstunden - da hat man die Strecke noch allein


Mit dem Mountainbike habe ich es schon von beiden Seiten befahren, was aufgrund der Bergübersetzungen kein sonderlich großes Problem darstellte. Doch ich bin auch mit dem Rennrad optimistisch. Gestern bin ich rund 150 Kilometer und knapp 3000 Höhenmeter gefahren, ohne dass ich gleich im Koma lag. Wieder habe ich Glück und erwische einen Wegbegleiter.

MTBer

Willkommene Begleitung


Ein junger Mountainbiker aus Jena fährt eine Transalp und ich passe mich seinem Tempo an. Vom Gefühl her könnte ich zwar etwas schneller fahren, lasse das aber gerne sein und quatsche lieber mit ihm. Außerdem gibt es uns beiden die Möglichkeit, bei den Fotopausen Bilder von Biker und Rad zu machen. Wir können uns heute glücklich schätzen, das Joch bei solch idealen äußeren Bedingungen fahren zu können. 48 Kehren sind es, alle durchnummeriert, die wir nach und nach abfahren.

Franzenshohe Kehre 24 von 48 am Stilfser Joch

Franzenshöhe: Kehre 24 von 48


Ortler

Kurze Pause mit Ortlerblick


In der Fotopause hat mein Begleiter wieder zu mir aufgeschlossen.

Mein zeitweiliger Begleiter auf dem MTB


Es geht erstaunlich gut

Nach und nach treffen wir auch andere Radfahrer.


Bei mir läuft es erstaunlich flüssig. Es war gut, dass ich mein Tempo angepasst habe. So bleibt mit genug Kraft für die letzten Kehren zum Stilfser Joch.

Stilfser Joch 200 Jahre

Kehren am Stilfser Joch


Der Verlauf der Strecke ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Die Trassierung erfolgte vor über 200 Jahren und musste seitdem nur punktuell verändert werden. Dazu ist die Steigung nahezu gleichmäßig, wie das Höhenprofil zeigt. Angepasst an das, was die damaligen Verkehrsmittel - die Postkutschen - leisten konnten. Seit einigen Jahren wird am ersten Samstag im September der Radtag Stilfser Joch veranstaltet, bei dem die Straße (von Trafoi bis Bormio) von morgens bis abends für den motorisierten Verkehr gesperrt wird. Dann ist sie allein tausenden Radfahrern und (einigen wenigen) Wanderern/Läufern vorbehalten.


Wir haben heute etwas Verkehr, der aber aufgrund der frühen Stunde noch recht spärlich ausfällt. Nach knapp zwei Stunden Auffahrt, immer wieder unterbrochen durch Fotopausen, trennen sich auf 2758 Meter über Seehöhe unsere Wege. Der Mountainbiker hat mit der Bocchetta di Forcola ein Highlight vor sich, besonders bei diesem schönen Wetter. Bei meiner MTB-Transalp Albrecht-Route Top of the Rocks gehört sie mit zum Programm.

Stilfser Joch - das Standbild verkneife ich mir ich war auch so oben

Stilfser Joch - das Standbild verkneife ich mir, ich war auch so oben


So ganz einig ist man sich mit den Höhenangaben zum Stilfser Joch nicht. Auf einem neueren Schild steht 2760 m, WIKIPEDIA nennt als Höhenangabe 2757 m. Wie auch immer. Ich mache mich via Pass Umbrail an die Abfahrt über knapp 1400 Höhenmeter hinunter nach St. Maria im Münstertal.

Pass Umbrail rechts ins Munstertal

Pass Umbrail: ich fahre rechts ins Münstertal - Val Müstair


Im mittleren Teil existierte damals ein ca. zwei Kilometer langer Abschnitt als Naturstraße, zwar fein geschottert und gut gepflegt, aber nur mit Vorsicht und in langsamer Fahrt zu genießen, zumindest für mich und mein Rennrad. Inzwischen ist dieser Abschnitt auch komplett asphaltiert.

Oberes Munstertal mit Ofenpass

Oberes Münstertal mit Ofenpass vom Gasthof Alpenrose aus


Nach vielen engen Kehren erreiche ich St. Maria, mir bestens vertraut von vielen Transalps auf meiner Albrecht-Route mit dem Mountainbike. Heiß brennt die Sonne vom Himmel herab. Da wäre ein kurzer Regenschauer eine willkommene Abwechslung gewesen, so wie ich es später einmal erlebt habe.

Regenbogen

Regenbogen im Münstertal


Ich mache eine kurze Pause, esse eine Kleinigkeit, fülle aus dem Brunnen Wasser in die Trinkflaschen ab und mache mich schließlich auf den Weg zum Ofenpass. Es ist Wochenende und deshalb leider wohl unvermeidlich viel Ausflugsverkehr unterwegs, besonders Motorräder. Ich nutze deshalb soweit es geht, die Ortsdurchfahrten als ruhige Nebenstrecken. Dabei kann ich die Sgraffiti an den typischen Häusern im Münstertal bewundern.

Sgraffiti

Sgraffiti - das Wort dient als Herleitung für die moderne Form der Graffitis (das sind heute leider meist nur Schmierereien an Wänden, verzapft von irgendwelchen Deppen, die Null Ahnung von Handwerk und Kunst haben)


Nach Tschierv ist mit den Nebenwegen Schluss und ich muss Straße fahren. Wem es in den Waden zwickt: es gibt auch einen Postbus, der Räder mitnimmt.

Al Rom DSC01708

Tschierv: Rastmöglichkeit im Hotel Al Rom


Nach der Passhöhe winkt als Lohn eine lange, entspannte Abfahrt auf mich. Auf der muss ich mich nicht sonderlich konzentrieren, sondern kann es einfach laufen lassen.

Ofenpass Blick Richtung Buffalora

Ofenpass: Blick Richtung Buffalora


Am Punt la Drossa ist damit Schluss und ich warte auf das grüne Licht der Ampel, das die Durchfahrt für den ca. dreieinhalb Kilometer langen Grenztunnel nach Livigno freigibt. Der Tunnel war damals für Radfahrer frei befahrbar, Autos und Motorräder müssen Maut entrichten.


Achtung: Seit 2008 darf der Tunnel nicht mehr mit dem Rad befahren werden. Es existiert ein kostenpflichtiger Busshuttle für Fahrräder. Infos dazu auch hier.


Ich geselle mich zu einem italienischen Rennradler, der mich am Ofenpass mit seinem edlen Carbonteil locker stehen ließ. Nur 6,3 Kilogramm wiege es, berichtet er mir stolz und gewährt mir bereitwillig Windschatten im Tunnel. Ich revanchiere mich bei der langen Fahrt durch die Galerien entlang des Stausees bis Livigno, indem ich mich in der Führungsarbeit mit ihm abwechsle.

Lago di Livigno

Lago di Livigno


Wir erreichen zügig Livigno. Der bekannte Wintersportort wird auch im Sommer gut besucht, nicht zuletzt wegen seinem Status als Zollausschlussgebiet.

Livigno

Livigno


Zwei Wochen zuvor war ich auch schon in Livigno - bei meiner MTB-Transalp vom Bodensee zum Gardasee. Ich vermeide das Gewimmel im Ortszentrum und steuere zielstrebig die Latteria Livigno an, um mich zu verpflegen. Wieder dasselbe Traumwetter wie vor zwei Wochen.

Latteria Livigno IMG 8164

Latteria Livigno - eine Empfehlung zum Rasten


Als nächstes wartet der Passo d'Eira auf mich, denn in Livigno will ich nicht übernachten, da erst früher Nachmittag ist. Wieder wird es ein Tag mit vier Pässen, denn mit dem Passo di Foscagno folgt noch der Übergang nach Bormio. Ich sehe ihn im langgezogenen Hochtal schon von weitem und auch die Wolkenfetzen, die ihn umwehen. Doch ich muss viel Geduld aufbringen. Ein kalter, böiger Gegenwind kommt auf und macht den eigentlich moderaten Anstieg zu einem kleinen Härtetest. Den bestehe ich.

16 Passo di Foscagno DSCN5177

Passo di Foscagno


An der Passhöhe ziehe ich alles an, was ich habe und lasse mich in Richtung Bormio rollen. In Arnoga kreuze ich wieder meine klassische Albrecht-Route, überlege kurz im "Li Arnoga" abzusteigen (inzwischen leider geschlossen), verwerfe jedoch den Gedanken, weil ein Wetterumschwung droht. Ich will mich morgen nicht der Gefahr aussetzen, eventuell in Kälte und Nässe diese lange Abfahrt zu absolvieren. Zum Glück gibt es bis ins Tal hinunter keine nennenswerten Gegenanstiege, mit dem Gegenwind werde ich schon fertig. Schließlich erreiche ich in Premadio einen schönen Radweg direkt an der Adda, der mich zügig ans Ortsende von Bormio bringt.

Adda

Radweg Sentiero Val Viola an der Adda bei Bormio


Der Radweg führt direkt am Ostello Alpino vorbei, wo ich ohne viel Federlesen einchecke (siehe auch das Bild bei der Hotelinfo). Es ist später, sonniger Nachmittag. Am Rennrad ist nichts zu reparieren. Ich richte mich kurz in meinem Zimmer ein und mache mich danach auf den Weg ins Zentrum von Bormio. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt eine Promenade, an der ich entlang schlendere.

Bormio

Bormio liegt im Herzen der Alpen, steil ragen hinter der Stadt die Berge auf.


Und doch macht sich aufgrund der südlichen Ausrichtung ins Valtellina schon ein mediterraner Einfluss bemerkbar. Viele Straßencafes und Ristorante sind im Stadtzentrum geöffnet. Ich habe im Hotel einen Tipp bekommen, eine urige typische Trattoria mit einheimischen traditionellen Speisen. Da gehe ich hin.

Bormio Vecchia Combo

Bormio: Vecchia Combo


Ich lasse mich in der Sonne nieder und werde nicht enttäuscht. Der Tag klingt ruhig aus. Was wird der nächste bringen?


Alternative ab dem Stilfser Joch

  • direkt nach Bormio hinunterfahren und dort weiter auf der Hauptroute
  • oder ab Bormio über den Gaviapass nach Ponte di Legno
  • sowohl die Abfahrt nach Bormio als auch der Gaviapass sind spektakuläre alpine Highlights, allerdings unter Umständen von starkem motorisierten Verkehr frequentiert
  • deshalb habe ich mich damals für meine hier dokumentierte Route einer Rennrad Transalp entschieden

Übernachtungstipps:

Bormio

  • Hotel Giardino, Via Per Piatta, 11, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 903132
  • HOTEL Funivia, Via Funivia, 34, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.:  +39 0342 903242
  • Ostello Alpino, Via Milano, 88, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 902712

Livigno




4. Tag: Bormio - Passo Foppa (Mortirolo) - Passo Tonale - Passo Campo Carlo Magno - Madonna di Campiglio

Strecke: 118,8 km, 3169 hm
Bormio - Le Prese - Sondalo - Passo Foppa - Monno - Ponte di Legno - Passo Tonale - Mezzana - Dimaro - Madonna di Campiglio
GPS-Track:  04Bormio-Madonna.gpx
Originalfahrzeit ohne Pausen: 7:29 h
Originalfahrzeit mit Pausen: 9:17 h


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
04 rennrad transalp


04Bormio Madonna


Ich frühstücke ausreichend im Hotel. Beim gestrigen Bummel durch Bormio habe ich mir noch eine kleine Brotzeit besorgt, denn bei der Auffahrt zum Passo Foppa/Mortirolo werde ich keine Möglichkeit haben, irgendetwas einkaufen oder irgendwo einkehren zu können. Doch zunächst rolle ich auf dem Radweg das Valtellina in Richtung Grosio hinunter.

Sentiero Valtellina

Sentiero Valtellina: perfekter Zubringer. Verläuft inzwischen fast durchgängig als Radweg abseits der Straße von Bormio bis an den Comer See.


Zwischen Aquilone und Le Prese sieht man noch die Spuren des gewaltigen Bergrutsches im Tal der Adda, der 1987 dazu führte, dass der Gaviapass asphaltiert wurde, da die normale Zufahrt nach Bormio verschüttet war.

Val Pola

Valdisotto bei Aquilone: vom Radweg aus sieht man die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (detaillierte Infos dazu hier)


Kurz vor Grosio kommt dann der Abzweig nach links zum Passo Mortirolo oder Foppa.

Grosio

Blick über Grosio in nördliche Richtung: der Abzweig zum Passo Mortirolo/Foppa befindet sich ungefähr in Höhe der oberen Rechtskurve der Staatsstraße


Die Auffahrt erfolgt auf einer schmalen Nebenstrecke mit meist sehr wenig Verkehr. Wer die ganz harte Tour mag, fährt weiter auf dem gut ausgeschilderten Radweg Sentiero Valtellina vorbei an Grosio und Grosotto nach Mazzo di Valtellina. Dort beginnt die sacksteile Auffahrt zum Mortirolo, wie sie meist beim Giro d'Italia gefahren wird.

Auffahrt Mortirolo

Blick ins Valtellina bei der Auffahrt zum Passo Mortirolo bzw. Passo della Foppa oder wie, was?! Aufklärung folgt sogleich.


Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist verwirrend. De facto gibt es sowohl den einen als den anderen. Der Passo del Mortirolo liegt jedoch etwas abseits der Hauptstraße, wenn es nach dem Passo della Foppa hinunter nach Monno geht. Der eigentliche Straßenpass ist der Foppa. Der Hotelchef Jim Pini vom legendären "Hotel Sassella" in Grosio hat mir die Zusammenhänge erklärt. Foppa ist wie gesagt die alte, richtige Bezeichnung für den Straßenpass. Als dann der Giro d'Italia einige Male über diesen Pass führte, benutzte ein Reporter aus Unkenntnis den Namen des Passes Mortirolo, der Luftlinie keinen Kilometer entfernt liegt, aber nur auf Schotter zu erreichen ist.

mortirolo real

Passo del Mortirolo: Das Schild ist da! Nur zu Fuß zu erreichen oder mit dem Mountainbike auf dem Weg 435, ca. 500 m und 90 Höhenmeter oberhalb des Albergos Mortirolo.


Was der eine Reporter sagte, haben dann alle nachgeplappert und so bürgerte sich im Laufe der Zeit der "falsche" Name für den "richtigen" Pass ein. Durch die offenkundig hochwirksame normative Kraft des Faktischen ist inzwischen auch der Name "Foppa" von den Wegweisern vor Ort verschwunden. Allerdings gibt es auch eine Geschichte zum Namen des Passes von den Leuten aus dem Valcamonica, das von Grosio aus auf der anderen Seite liegt. Die sagten schon immer, dass sie zum Passo Mortirolo gehen. Also akzeptieren wir das als guten Kompromiss.


Damit wäre das geklärt. Hilft aber alles nichts bei der Auffahrt. Vom Abzweig kurz vor Grosio bis zur Passhöhe aus liegen knapp zwölfhundert Höhenmeter vor mir. Ich bin gespannt, wie lange ich brauchen werde. Nach den Erfahrungen der letzten Tage habe ich mit dem Rennrad eine deutlich höhere Aufstiegsrate als mit dem Mountainbike, was auch logisch ist. Durch die andere Übersetzung beim Rennrad bin ich mir aber nicht sicher, wie lange ich das durchhalten kann. Außerdem habe ich diesmal keine Begleiter zur Aufmunterung. Nur ca. ein halbes Dutzend Autos begegnen mir auf der ganzen Strecke. Plötzlich höre ich ein seltsam klackendes Geräusch. Hinter der nächsten Kurve sehe ich zwei Gestalten; Wanderer, wie ich vermute, doch sie sind schon wieder verschwunden. Nach ein paar engen Spitzkehren sehe ich endlich, was los ist. Zwei Männern kämpfen sich auf Skirollern den Berg hoch. Das Geräusch kommt von den Skistöcken, mit denen sie sich auf dem Asphalt abstoßen.

Skiroller

Fleißaufgabe: mit Skirollern von Grosio zum Passo Foppa (Mortirolo)


Sie sind ziemlich zügig unterwegs und wollen tatsächlich auch bis zur Passhöhe. Ich bin auf einem etwas flacheren Abschnitt auch nicht wesentlich schneller, schieße ein paar Fotos von ihnen und versichere sie meiner Bewunderung. Sie geben das Kompliment zurück. Dann trennen sich unsere Wege wieder - eine willkommene Abwechslung. Je höher ich komme, desto nebliger wird es. Kein Windhauch, der die feuchte Luft vertreiben könnte. Nur schemenhaft erkenne ich die Bäume um mich herum. Selbst die anfeuernden Aufschriften auf dem Asphalt scheinen zu verblassen. Ivan Basso und Cunego scheinen die Favoriten zu sein. Auch Marco Pantani bekommt seine Widmung.

Pantani

Der Schriftzug ist inzwischen verblichen, die Erinnerung an Pantani lebt wohl in den Herzen der Fans weiter.


Ich glaube gelesen zu haben, dass diese Cracks nur eine knappe Stunde für die Auffahrt benötigen. Ob mit Doping und/oder Hilfsmotor im Rahmen versteckt, lassen wir mal offen. Ich brauche auf jeden Fall schon deutlich länger. Eine Stunde und fünfundvierzig Minuten sind es schließlich. Ich bin zufrieden, mir reicht's - in doppeltem Sinne.


Inzwischen hat der Passo Mortirolo aufgerüstet. Es gibt einen Container mit Möglichkeit zum Waschen, Umziehen und Aufwärmen, falls es denn notwendig sein sollte. Und ohne eine Selfie Point geht heutzutage gar nichts mehr.

mortirolo

Vor diesem - sollen wir sagen - Mahnmal? befindet sich noch ein stabiler Pflock, auf dem man ein Smartphone in der richtigen Höhe abstellen kann, damit das Selfie auch gelingt.


Wie dem auch sei, damals habe ich noch an einem Holzpfahl diesen verblichenen Schriftzug vorgefunden.

Passo Foppa

Historisches Foto: Passo Foppa - so stand es damals auf dem Schild geschrieben! Was währt schon ewig?


Bei der Abfahrt lege ich im ersten Ristorante einen Stopp ein, um mich aufzuwärmen und einen Cappuccino zu trinken. Dabei wird es langsam etwas heller. Der Pass ist offensichtlich eine Wetterscheide.

Albergo Mortirolo

Albergo Mortirolo


Danach hangele ich mich weiter nach unten, durch die leichte Restfeuchte ist die Straße unangenehm glatt. An der Staatsstraße angekommen, schlägt mir das Gedröhn von Motorrädern entgegen. Die wenigsten nehmen heute den Weg zum Passo Foppa, was mir nur recht ist. Ich mache eine Pause und muss mit mir selber ausmachen, wie die Route weitergehen soll. Nach rechts und bergab in Richtung Edolo wäre ich dem Verkehr ausgesetzt, wie ich weiß. Nach links geht es zum Passo Tonale, allerdings muss es Nebenwege geben und die kundschafte ich nun aus. Eine zweiter Grund für die Entscheidung "links" statt "rechts" ist die ungewisse Wetterlage. Hochliegende Schleierwolken machen die weitere Entwicklung unsicher. Wenn ich heute noch über den Tonale fahre, wäre ich im Val di Sole und könnte mein Ziel, den Gardasee, auch bei schlechteren äußeren Bedingungen erreichen - zur Not ganz einfach über den Radweg im Etschtal. Aus Gewichtsgründen habe ich nur eine dünne Regenjacke und sonst das Notwendigste dabei. Mein Rucksack Deuter Speed Lite 30 wiegt mit Inhalt gerade einmal vier Kilogramm. Also auf zum Passo Tonale, oben werde ich entscheiden, wie weit es heute noch gehen wird. Der Verkehr nimmt zum Glück ab und nach ein paar Minuten kann ich nach rechts auf den Radweg Richtung Ponte di Legno wechseln. Schnell ist Vezza d'Oglio erreicht. Es klart weiter auf.

Vezza d Oglio

Vezza d'Oglio: rechts an der Waldkante verläuft der Radweg im Valcamonica, der Einschnitt im Hintergrund links ist der Passo Tonale


Auf dem Radweg komme ich nahezu geräuschlos bis kurz hinter Ponte di Legno, wo ich wieder auf die Staatsstraße wechsle.

Ponte di Legno

Ponte di Legno: hier beginnt die Straßenauffahrt zum Passo Tonale


Der Passo Tonale ist mit dem Rennrad wirklich leicht zu fahren. Selbst mit dem Mountainbike konnte ich meist auf dem mittleren Kettenblatt bleiben. Unterwegs will ich mir im "La Roccia" einen Kaffee genehmigen. Als ich die Gaststube betrete, merke ich schnell, dass das heute hier wohl nichts wird. Im typischen italienischen Ausflugslokal ist das Personal gerade mit dem Auftragen der Speisenfolge beschäftigt. Alle wuseln geschäftig hin und her. Da wird sich in absehbarer Zeit wohl keine Hand zum Bedienen des Espressoautomaten finden. Ich mache also kehrt, steige aufs Rad und tröste mich mit dem Gedanken, dass mein "Stamm"-Cafe am Passo Tonale sicher geöffnet ist.

Panorama Passo Tonale

Panorama über den Passo Tonale zur Adamello-Presanella-Gruppe


Mein "Stamm"-Cafe am Passo Tonale hat in der Tat auf, wie ich wenig später feststellen kann. "Vorrei un cappuccino, per favore", sage ich und prompt wird mein Wunsch erfüllt. Im Gastraum ist es heimelig warm, ich checke durch die Fensterscheiben die Wolkendecke. Aha, zum Val di Sole hin gibt es deutliche Aufhellungen. Alles wird gut.

Früher Schnee am Passo Tonale

Passo Tonale bei einer Tourrecherche nach frühem Wintereinbruch: gegenüber vom Kriegerdenkmal ist die Kaffeestube


Ich beschließe, heute die Marke von 3000 Höhenmetern zu knacken und bis nach Madonna di Campiglio zu fahren. Vorsichtshalber sende ich Matteo vom "Hotel Arnica" eine SMS und frage ihn, ob er ein Bett für mich hat. Die Antwort kommt prompt und lautet. "Ja." Also los. Der Weg im Val di Sole ist mir ausreichend bekannt. Bis Fucine bleibe ich auf der Straße.

Val di Sole

Traumstrecke im Val di Sole: Blick zurück in Richtung Passo Tonale, unten im Tal verläuft die Strecke der Rennrad Transalp auf der Straße bis Fucine


In Fucine wechsle ich auf den Radweg "Val di Sole", der schön angenehm abwärts verläuft. Es rollt wie von selbst. In Dimaro schaue ich kurz im B&B Jolly vorbei, das direkt am Weg liegt. Der Chef Roberto spricht gut deutsch und ist bestens auf Biker eingestellt. Wenn es also etwas zu richten gibt, ist man hier gut aufgehoben.

BB Jolly in Dimaro

BB Jolly in Dimaro: gut aufgeräumte Bikewerkstatt


Ich trinke eine Cola und schiebe ein Brioche in mich hinein, um mich für den finalen Aufstieg nach Madonna zu wappnen. Diese restlichen rund neunhundert Höhenmeter bin ich bisher stets auf Schotter und mit dem Mountainbike gefahren. Diesmal also auf der Straße. Ich denke mir, so schlimm wird es schon nicht kommen. Es geht so einigermaßen, aber ca. beim Erreichen der 3000 Höhenmeter-Marke kommt dann doch spürbare Unlust in mir auf. Es zwickt hier, dann zwackt es da im Rücken und so richtig Spaß macht das Sitzen im Sattel auch nicht mehr. Nach oben hin wird es zu meinem Glück zunehmend flacher und endlich erreiche ich den Passo Campo Carlo Magno.

Passo Campo Carlo Magno

Passo Campo Carlo Magno mit Blick zur Brenta: gleich ist es geschafft!


Danach geht es nur noch kurz bergab und ich erreiche erleichtert und zufrieden mein Stammhotel "Arnica". Jetzt wird erst einmal gedopt: ein Hefeweizen und ein Grappa. Geht doch.

Hotel Arnica

Meine Albrecht-Route ist inzwischen in Madonna di Campiglio im Sommergeschäft ein schöner Nebenerwerb.


Übernachtungstipp Ponte di Legno

Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice auf Anfrage
25050 Temu, Via Valeriana 46 - loc. Plazza (Vorort von Ponte di Legno)
Tel. +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510
Auf Anfrage bereitet Carla gerne ein Abendessen zu mit Produkten aus der Region und aus ihrem Bio-Garten direkt am Haus (siehe auch folgendes Bild).

Raggio di Luce


Übernachtungstipp Passo Tonale

Hotel delle Alpi - Via Circonvallazione, 20, 38029 Passo del Tonale,  Telefon: +39 0364 903919

hotel delle alpi passo tonale


Übernachtungstipps:

  • Dimaro: B&B Jolly, +39-0463-974206, Via Gole 154, Roberto spricht sehr gut deutsch, www.jollydimaro.it

BB Jolly in Dimaro


Übernachtungstipps Madonna di Campiglio

Hotel Arnica: Via Cima Tosa 32, I-38086 Madonna di Campiglio    tel +39 0465 442227  www.aristonarnica.it 

14 Hotel Arnica DSC09330




5. Tag: Madonna di Campiglio - Passo Daone - Passo Durone - Passo Ballino - Gardasee

5. Tag: 74,9 km, 1350 hm
Madonna di Campiglio - Pinzolo - Spiazzo - Passo Daone - Preore - Zuclo - Passo Durone - Fiave - Passo Ballino - Riva - Torbole
GPS-Track:  05Madonna-Torbole.gpx
Originalfahrzeit ohne Pausen: 4:24 h
Originalfahrzeit mit Pausen: 4:52 h


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: mit Rad zurück (ergänzt durch Bahnfahrt Rovereto - Brenner)

05 rennrad transalp


05Madonna Torbole


Am Morgen bin ich wieder voller Elan, nicht zuletzt deshalb, weil ich heute den Gardasee erreichen werde und die Etappe eher moderat ausfallen wird. Ich will noch zwei für mich neue Pässe fahren, den Passo Daone und den Passo Durone. Der Tag beginnt strahlend, aufgrund der Höhenlage ist es noch empfindlich frisch. Am Hotel Arnica geht es los.

Hotel Arnica

Wie es in Italien üblich ist, trinken die Einheimischen noch schnell einen Espresso oder Cappuccino im Vorbeigehen und essen maximal ein Brioche dazu.


Ich habe mich beim reichlichen Frühstück im Hotel ordentlich gestärkt und bereite mich auf die Abfahrt ins Valle Rendana vor. Durch den morgendlichen Tau ist die Straße ein wenig feucht und schlüpfrig. Ich will erst einmal heil den Berg hinunter kommen. Nebenan baut sich die Brenta in ihrer ganzen Pracht auf.

Brenta

Brenta: manche sagen, diese Gebirgsgruppe sei die Wiege des Alpininismus. Auf jeden Fall ist der Bocchette-Weg in der Brenta die Wiege der alpinen Klettersteige.


Auf der Abfahrt sind durch Straßenbauarbeiten Teile der Strecke recht schmierig und ich stehe die meiste Zeit auf der Bremse. In Sant Antonio di Mavignola wechsle ich auf die alte Straße (Via San Vili). Die führt in vielen Kehren und teils mit etwas gröberen Untergrund hinunter ins Val Rendena, Gravelbiker würden sich auch freuen.


Alternative zwischen Sant Antonio di Mavignola und Pinzolo

  • bei schlechtem Wetter auf der mitunter stark befahrenen Hauptstraße bleiben, in Pinzolo Wechsel auf den Radweg nicht verpassen
  • GPS-Track:  05Var-Madonna-Strasse-Pinzolo.gpx

Ab Pinzolo wird es flacher und ich lasse es auf dem Radweg ordentlich laufen. In Spiazzo verlasse ich den Radweg und nehme den Passo Daone in Angriff. Kein Schild weist den Weg. Ich frage vorsichtshalber nach und erhalte die Bestätigung, dass ich auf der richtigen Strecke bin. Ein paar steile Rampen gibt es schon, bei denen ich in den Wiegetritt gehe. Es ist aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Kein einziges Auto begegnet mir auf der Strecke, so macht die Sache richtig Spaß. Oben wird es flacher und da ist er ja auch schon erreicht, der Passo Daone - ein kleiner Geheimtipp auf diesem Weg zum Gardasee.

Passo Daone

Passo Daone: ein einsamer Straßenpass abseits der touristischen Hauptströme


Die Abfahrt ist ein Traum auf guter Straße.  Zuerst gibt es viele enge Kehren und später ein paar Geraden, auf denen man es so richtig laufen lassen kann. Außerdem hat man eine gute Aussicht ins Tal der Sarca, die direkt in den Gardasee fließt. Aber ein paar Höhenmeter will ich noch machen. Der Passo Durone ist noch zu bezwingen. Ich kann ihn schon auf der gegenüberliegenden Talseite ausmachen.

Zuclo Durone

Blick ins Sarcatal mit dem weiteren Wegverlauf über Zuclo zum Passo Durone


Nach einer Kurve halte ich an und begutachte den Straßenverlauf von oben. Dabei entdecke ein kleines Nebensträßchen, das nach Zuclo zu führen scheint und mir den Umweg über Tione ersparen könnte.

Tione di Trento

Tione di Trento: wenn man den Passo Daone auslassen sollte oder muss, führt der Radweg des Valle Rendana rechts am Ort vorbei


Im Tal angekommen, bestätigt sich meine Vermutung und ich erreiche unbehelligt von Autoverkehr den Ortskern von Zuclo, trinke einen letzten Cappuccino vor dem Lago, schaue zurück und denke mir, nun ist es ja geschafft.

Sarcatal

Blick zurück über das Sarcatal auf die Kehren der Abfahrt vom Passo Daone


Ja, es ist fast geschafft, allerdings nicht ohne eine letzte, etwas steilere Rampe. Dann wird die Straße breit und moderat im Anstieg und ich bin oben am Passo Durone. Der Rest ist freundliche Zugabe. In Fiave angekommen, sind es keine einhundert Höhenmeter mehr bis zum Passo di Ballino, dem definitiv letzten Pass vor dem Gardasee. Der kostet mich nur ein müdes Lächeln.

Passo Ballino

Passo Ballino: der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer


Es folgt die rasante Abfahrt zum Lago di Tenno, die ich schon so oft gefahren bin.

Lago di Tenno

Lago di Tenno: auf der gegenüberliegenden Seite ist die Straßenabfahrt zu erkennen


Tenno

Tenno: nur wenig später passiere ich den Ort, der dem Tennosee seinen Namen gab


Bald kommt auch schon der Gardasee ins Blickfeld.

Gardasee

Gardasee: Blick auf Riva und den Altissimo


Und wieder macht sich das übliche, angenehme Glücksgefühl breit, als im am Hafen von Riva aus dem Gewirr der schmalen Gassen auftauche.

Finale Riva

Finale in Riva? Nicht ganz.


Der Rest ist angenehme Zugabe. Entspanntes Rollen von Riva nach Torbole, hier das Teilstück entlang des Monte Brione.

Radweg von Riva nach Torbole am Monte Brione

Ankunft am Gardasee - was für ein Gefühl! Besonders, wenn man es teilen kann wie hier bei einer späteren Transalp mit meinem Bikefreund Philipp Petermann.


In Torbole ist dann wie immer am Strandcafé endgültig Schluss. Eine gelungene Transalp mit dem Rennrad liegt hinter mir.

Torbole

Torbole: geschafft und die Seele baumeln lassen


Torbole

Torbole


Enten

Der Gardasee erfreut nicht nur Radfahrer.


Übernachtungstipps:

  • Torbole: Aktivhotel Santalucia, Via di Santa Lucia, 6, 38069 Nago-Torbole, Tel.: +39 0464 505140
  • Torbole: Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354

Villa Stella in Torbole

Villa Stella in Torbole




6. Tag: Rückfahrt

Strecke: 60 km, 300 hm

  • per Rad: Torbole - Nago - Mori - Rovereto Bhf, ca. 20 km, ca. 300 hm
    GPS-Track:  Radweg-Torbole-Rovereto.gpx
  • mit Regionalzug von Rovereto zum Brenner
  • per Rad: Brenner - Innsbruck, ca. 39 km, ca. 10 hm
    GPS-Track:  Brenner-Innsbruck.gpx
  • per Regionalzug Innsbruck - Garmisch - München - Gotha
  • Download der GPS-Tracks: hier klicken

Wie schon so oft, habe ich auch diesmal die Rückreise mit dem Zug erledigt. Der Radweg von Torbole zum Bahnhof nach Rovereto war in ca. 50 Minuten bewältigt.

Gardasee bei Torbole

Blick von Nago zurück auf den Gardasee


Dann lassen sich im Zug bis zum Brenner noch einmal die Alpen Revue passieren. Vom Brenner geht es auf der alten Brennerstraße bis zum Innsbruck Bahnhof sehr rasant. Für die ca. 39 km braucht man mit dem Rennrad deutlich weniger als eine Stunde. Im Bahnhof Innsbruck die Fahrkarten kaufen und sich im M-Preis verpflegen und dann rein in den Zug nach München. Dort umsteigen und relaxt nach Hause kommen. Auf der Fahrt gleich den Bericht geschrieben. Besser geht es nicht.


Orient-Express

Mit dem Zug zurück macht diese Reise rund. Es muss ja nicht gleich der Orient-Express sein.


Übersichtskarte Radweg Torbole - Rovereto

Radweg Torbole Rovereto


Übersichtskarte Brenner - Innsbruck

Brenner Innsbruck


Folgende deutschsprachige Anbieter organisieren einen Rücktransport vom Gardasee und auf Anfrage teilweise auch einen individuellen Gepäcktransport auf der Strecke

Ein besonders toller Service wird hier angeboten.
PKW-Überführung vom Start- zum Zielort: www.transalp-shuttle.com Tel: 0043-676-6877008 
Das klappt bestens, wie ich selber mehrfach erleben durfte. Rechtzeitige Anmeldung ist sinnvoll. Sie sind in der Sommersaison schnell ausgebucht.


Weitere Einträge nehme ich gern auf. Anmelden bzw. Kontaktaufnahme über Kontakt oder die Angaben im Impressum.



Fazit

Meine erste Transalp, die ich alleine gefahren bin. Das würde ich auch nur mit dem Rennrad so machen. Der Vorteil ist, dass man die täglichen Etappenlängen nur mit sich selber ausmachen muss. Das ist nach meinem Empfinden gleichzeitig auch ein Nachteil, weil man wahrscheinlich eher zu viel als zu wenig fährt. Aber das ist sicher Geschmackssache.

Beim Gepäck bin ich wirklich auf das absolute Minimum dessen gegangen, was ich mit gutem Gewissen noch verantworten konnte. Das Leichtgewicht Deuter Speed Lite 30 hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich trotz Rucksack auf dem Rücken auf dem Rennrad wohl gefühlt habe. Die minimale Packliste könnt ihr hier einsehen. Natürlich habe ich im Großen und Ganzen auch Glück mit dem Wetter gehabt. Es gab keinen gravierenden Wetterumschwung. Kälte und Dauerregen sind mir erspart geblieben. Was das Rennrad angeht, kann ein dreifaches Kettenblatt vorne auf keinen Fall schaden und hinten kann das größte Ritzel ruhig 28 Zähne haben, dann ist genug Reserve vorhanden. Gut, dass heutzutage Scheibenbremsen auch Standard am Rennrad sind. Die Felgenbremsen der damaligen Zeit sind bei nassen Bedingungen ein relevantes Sicherheitsproblem.


Stilfser Joch

Bei dieser Transalp für Rennrad erreicht man am Stilfser Joch den höchsten Punkt der Tour mit 2758 m.



Meinungen und Rückmeldungen:


Datum: 11. August 2021

Alexander
Betreff: Rennrad AlpenX vom 05. bis 08.08.2021

Hallo Andreas,

nach der „Top of the rocks“ anfangs Juli, hab ich nun noch den „RRAlpenX“ anfangs August durchgeführt, den ich eigentlich schon letztes Jahr machen wollte, aber dies dann wegen der Sperrung des Tunnels nach Livigno nicht mehr möglich war. Genauso wie im Juli, war das Wetter nicht besonders gut und beständig gemeldet, was heuer aber ja keine Besonderheit darstellt.

Dennoch bin ich dann am 05.08.21 vom Skisprungstadion in Partenkirchen gestartet, wo mich netterweise wieder mein Vater hingefahren hat. Oder besser gesagt zunächst erst ein wenig abgewartet habe, da das Wetter nicht so mitspielte wie ich wollte und es regnete bzw. wolkenverhangen war. Um 9.30 Uhr startete ich dennoch in voller Regenmontur und siehe da, es hörte auf zu regnen.
Ich hatte mir eine etwas andere Aufteilung der Etappen vorgenommen, damit ich jeden Tag ungefähr 100km und 2100hm absolviere.
Bei Weidach kurz vor Seefeld hat nochmal kurz ein Sprühregen eingesetzt. Somit waren die Regenklamotten nicht nur auf der regennassen Fahrbahn vollkommen richtig. Ab Seefeld ist es dann aber immer schöner geworden. Kurz vor der Steigung nach Arzl sind die Regensachen dann endgültig bei Sonnenschein runter gekommen, was zur Folge hatte, dass es kurz danach noch ein paar Tropfen geregnet hat, was es dann für diese Tour aber auch war! Der Anstieg zur Pillerhöhe zieht sich doch ganz schön hin, aber die Aussicht ist dann zumindest grandios.Die anschließende Abfahrt ist steil und lang. Somit wurden die Scheibenbremsen einem ersten Test unterzogen.Eigentlich wollte ich in Prutz übernachten, aber da es erst kurz nach 14 Uhr war und mein gewählter Gasthof Ruhetag hatte, entschloss ich mich weiter bis nach Nauders zu fahren, wo ich vorab noch schnell eine sehr nette, schöne und günstige Unterkunft am Ortsausgang gebucht habe (Gästeheim Sigrid).Der Weg von Prutz bis Nauders mit der Norbertshöhe zieht sich doch etwas. Am Ende waren es dann doch statt der geplanten 115km am ersten Tag 155km und 2700hm.

Eigentlich hatte ich für den 2. Tag schon die Unterkunft am Stilfser Joch auf der Franzenshöhe vorgebucht, weil dies eine sehr schöne Unterkunft ist, aber das wären dann nur gute 50km gewesen. Evtl. kann ich die Tour ja sogar etwas schneller absolvieren. Somit entschloss ich mich nach der Bezwingung des Stilfer Joches, wo oben mal wieder die Hölle los war, weiter zu fahren. Die Unterkunftsfindung in der Schweiz war dann aber nicht besonders leicht und billig und somit fuhr ich noch den Ofenpass hoch. Dies war aber bei der Hitze und nach dem Stilfser Joch alles andere als leicht. Dafür kann man die Abfahrt bis zum Tunnel nach Livigno dann wieder genießen. Eine schöne Unterkunft in Livigno war mitten im Zentrum mit dem Hotel Helvetia schnell gefunden. Auch Livigno war komplett mit Menschen überfüllt. Heute stand dann eigentlich schon fest, dass ich die Tour in 4 anstatt 5 Tage fahre.

Am nächsten Tag ging es wieder bei sehr schönem Wetter los. Nach dem Passo d’Eira und Foscagno am Morgen ist man dann auch ganz schnell wieder wach. Es folgte eine schöne und lange Abfahrt nach Bormio mit anschließender Anfahrt auf Radwegen zum Mortirolo-/Foppapass. Dieser Anstieg zieht sich wirklich ganz schön hin und ist mit seinen teilweise sehr steilen Steigungen und dem Rucksack nicht ganz ohne. Ich wundere mich immer wieder, wie die Radprofis solche Berge so spielerisch bezwingen!? Nach der schönen Abfahrt folgte eine lange Anfahrt nach Ponte die Legno zum Tonalepass, der trotz seiner eigentlich moderaten Steigung nach so vielen km, hm und bei sehr warmen Wetter nicht mehr ganz so einfach ist. Nach einer kleinen Stärkung aus dem Supermarkt am Pass ging es heute noch nach Dimaro zu meiner Lieblingsunterkunft „Albergo Dimaro“ mit Sauna, Schwimmbad, Whirlpool und sehr gutem Essen.

Der letzte Tag begann mit einer überraschend nassen Straße. Die Sonne kam aber sofort heraus. Die Auffahrt zum Passo Campo Carlo Magno war auch nicht ganz ohne! Wer jetzt denkt, nach der Abfahrt von Madonna hat man es ja schon fast geschafft, der irrt! Es folgte noch der Anstieg zum Daonepass mit durchwegs sehr steilen Rampen. Nach einer herrlichen Abfahrt folgte noch der teilweise auch steile Duronpass, bevor man dann endlich noch den Ballinopass erklimmt. Jetzt kam noch die Abfahrt mit der Vorfreude auf den Gardasee am herrlichen Tennosee vorbei. In Torbole noch schnell ins Strandcafé und einen ersten Aperol genießen.

Somit bin ich in 4 Tagen 510km und 10600hm bei nicht vorhergesehenem Superwetter geradelt. Eine wirklich wieder sehr schöne Tour, die vor allem durch deine wie gewohnt sehr gut ausgearbeiteten Unterlagen (GPS-Daten, Karten und Beschreibung) wieder problemlos geklappt hat.

Abends nach einem kurzen Strandaufenthalt dann noch schnell traditionell Pizza bei „Villa Emma“ in Torbole gegessen und am nächsten Tag nach Rovereto zum Zug geradelt. Bin dann auch mit dem Regionalzug fast problemlos bis zum Brenner gefahren, da die Züge teilweise Verspätung hatten usw. Die Abfahrt nach Innsbruck war auch sehr schön, hat aber trotz Windschatten und Wettfahrt mit RR-Fahrer mehr als eine Stunde gedauert.Die Rückreise ab Innsbruck war dann durch die teilweise umständlichen Buchungen mit Regionalzügen nicht ganz so einfach und schnell. Aber auch egal, immerhin hatte man ja wieder eine sehr schöne Tour hinter sich.

Zur Info:

Mein Rennrad hatte folgende Übersetzung: vorne 52/36, hinten 11/30, wobei ich den 1. Gang tatsächlich gar nicht genutzt habe! Gewicht des Rucksacks immerhin knapp 7kg.

Schöne Grüße aus Oberfranken

Alexander

Alexander


Datum: 8. August 2020

Patrick
Betreff: Rennrad Transalp

Hallo Andreas

spontan und leicht naiv hatte ich mich als Odenwald Freizeitsportler in diesem Juni für eine Transalp Tour mit dem Rennrad entschieden und war beim ersten Stöbern im Internet auf deine Homepage gestossen.

Das war perfekt. Du hast nicht nur eine Tour für die Strasse "im Programm", die nicht "nur" direkt von A nach B führt, sondern auch anspruchsvoll zu sein scheint. Dazu kommen deine ausführlichen Berichte, die schon im Vorfeld Lust auf mehr machen. Folglich waren an einem Samstag Vormittag ruckzuck mal alle Unterkünfte und der Rücktransport gebucht für Mitte August.

Erst nach dem Buchen und dem Abflachen der Euphorie Welle kamen die ersten Zweifel. Packst du das? Willst die Tour wirklich alleine durchziehen? Und dann noch das Gepäck? Doch letztendlich bin ich mit 3000 km Rad- und 500 km Lauftraining auf dem Buckel voller Motivation am 03.08. Mittags ab 12:30 in Garmisch aufgebrochen und habe Riva del Garda planmäßig mit stolzer Brust am 07.08. um 14:00 erreicht.

Warum schreibe ich nun diesen Kommentar?
Zum einen, um dir für deine Arbeit und all die Mühe in deine echt gelungene Homepage zu danken. Das hat es so einfach gemacht, alles selbst zu organisieren und sich auf das Wesentliche, das Radfahren konzentrieren zu können.
Und zum anderen natürlich, um all jene da draussen zu motivieren, dieses Abenteuer anzugehen. Die Alpen sind die Mühen wert. Ihr könnt das!

Schlussendlich noch ein paar persönliche Eindrücke:
- Kompliment zur Routenwahl: wenige viel befahrene Strassen, herrliche Abfahrten mit immer gutem Strassenbelag, häufig ruhige Auffahrten, schöne Abstecher in die Schweiz
- die Abfahrten sind teilweise anspruchsvoll, da lang, steil und kurvenreich. Material und Konzentration sind echt gefordert
- am meisten Kräfte kostete der Ofenpass bei Hitze in der vollen Sonne mit dem Stilfserjoch in den Beinen
- die Abfahrt hinab vom Passo di Daone ist echt ein Traum
- das erfrischende Gefühl in Riva in das kühle Nass des Gardasees einzutauchen ist unbeschreiblich
- es braucht in den Alpen auch immer ein Quäntchen Glück, um die Tour erfolgreich beenden zu können. Stichwort Wetter: das Stilfserjoch war einen Tag vor meiner Auffahrt wegen 30cm Neuschnee gesperrt,
Stichwort Material: bereits an Tag 2 verbrachte ich schon fast verzweifelnd beim Anstieg zur Piller Höhe 30 min alleine damit, meine Kette mit roher Gewalt wieder aus den Fängen der Speichen und dem großen Kettenblatt zu befreien.

Du wirst gesehen haben, dass ich letztendlich nicht das Rennrad genutzt hatte, sondern eine Alternative auf Grund der Scheibenbremsen und der günstigeren Übersetzung.
Dafür nahm ich gerne auch 2 Kg mehr in Kauf. Am Ende hatten Rad und alles Andere ausser dem nackten Kerl 21 kg. Das hielt ich für okay.

Mit sportlichen Grüßen
Patrick

patrick


Datum: 01.10.2013
Tom Prock
Kurze Danksagung zur Rennrad Transalp:
Bin Deine Rennrad Tour 2013 im August alleine gefahren. Super Tour! Vorwiegend einsame Strecken, seeehr fordernde Anstiege. Wer glaubt, nach dem Stilfser Joch hat man das schlimmste hinter sich, irrt (wie ich) gewaltig. Packliste auch ideal. Hatte die ersten beiden Tage immer über 33 Grad, dann Wetterumschwung und am Passo Tonale auch mal 4 Grad mit Starkregen. Da is man froh um jedes Kleidungsstück auf der Abfahrt (und um Scheibenbremsen bei Carbonfelgen).
Abgewichen bin ich nur im Bereich Nauders bis Prad. Da fährts sich am Radweg auf der anderen Seite entspannter als auf der Hauptstraße. Der neue Deuter TransAlpine 32 EL war perfekt. Kein Drücken oder Ziehen. Klare Kaufempfehlung. Kompaktkurbel 50/34 und 28er Ritzel hinten waren gerade so ausreichend.
War eine sehr erholsame Reise! Bis nächstes Jahr!


Datum: 02.09.2013
Karen
Danke für die schöne Alpentour :) - Rennrad-Transalp
Ende August bin ich mit einem Freund Deine Rennradtour von Garmisch nach Garda nachgefahren, mit unwesentlichen Abweichungen (Gavia noch mitgenommen...). Es war eine geniale Tour, vielen Dank für Deine guten Beschreibungen, Karten etc. Nur den letzten Tag fand ich hart: Da meint man es wäre fast geschafft und Du jagst einen noch über den Passo Daone, einer der gefühlt steilsten der ganzen Tour.
Schönen Gruss, Karen


Datum: 26.09. 2011
Chris
Hallo Herr Albrecht,
Ich bin 24 Jahre alt und studiere Maschinenbau in München. In den Semesterferien möchte ich den Kopf einfach mal ein bisschen frei bekommen und habe vor mit dem Rennrad an den Gardasee zu fahren. Bei ihnen bekomme ich ja wirklich jede Hilfe, die ich für so eine Tour benötige. Genau diese Tour will ich nun auch fahren. Danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben und so einen detaillierten Bericht ins Netz gestellt haben. Ob ich nun genau so extrem bin wie sie und teilweise 3000hm am Tag schaffe weiß ich nicht, und vielleicht brauche ich auch 2-3 Tage länger.. Egal! Ich versuche es und hoffe Ihren Routen folgen zu können.
Danke, dieser Bericht hat mich zusätzlich sehr motiviert!
Viele Grüße & weiter so!
Eine kleine Änderung zu Ihrer Route hatte ich dann doch: Von Bormio aus bin ich über den Gaviapass gefahren - sehr tolle Route und wahnsinns Natur.
Danke, ohne Ihren Bericht hätte ich nie so eine tolle Erfahrung mit so geringem organisatorischem Aufwand geschafft!
Chris