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Marke Albrecht-Route
- Details
- Erstellt: Donnerstag, 03. März 2016 11:17
- Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 09. Dezember 2018 15:49
- Geschrieben von Andreas Albrecht
- Zugriffe: 24412
Meine Transalp auf der Albrecht-Route hat inzwischen so etwas wie einen Kultstatus erreicht und wird von Mountainbikern aus aller Welt nachgefahren. Das war von mir nicht geplant, so etwas kann man auch nicht planen. Es freut mich natürlich sehr und ich bin sehr stolz darauf, welche Resonanz meine kleine Suche nach der für mich "optimalen" Transalp erfahren hat. YouTube ist voll mit privaten Videoberichten von Mountainbikern, die auf dieser Route unterwegs waren. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden.
Allerdings gibt es immer wieder Trittbrettfahrer, die versuchen, aus der Leistung anderer Kapital zu schlagen. Es liegt nahe, dass dies auch mit der Albrecht-Route geschieht. Deshalb habe ich mir die Rechte an der Wortmarke schützen lassen. Das heißt nun nicht, dass ich auf Gedeih und Verderb selber Kapital aus meiner Route schlagen will. Jedermann ist natürlich weiterhin frei, zum Beispiel bei seinen Videoberichten in YouTube im Titel die "Albrecht-Route" zu nennen.
Ich widerspreche aber ausdrücklich allen kommerziellen Aktivitäten, die mit der Nutzung des Markennamens "Albrecht-Route" verbunden sind. Es gibt leider schon unrühmliche Beispiele. Die möchte ich derzeit noch nicht öffentlich ausbreiten, weil einvernehmliche Lösungen immer besser als Rechtsstreitigkeiten sind.
Wenn also jemand den Markennamen "Albrecht-Route" kommerziell nutzen möchte, ist das nach Rücksprache mit mir möglich, wenn wir uns über die Modalitäten einig werden. Eine Anfrage über die Kontaktinformationen wäre der erste Schritt.
Ein weiteres Problem ist das Einstellen von GPS-Tracks in öffentliche Tourenportale unter dem Verwenden des Namens Albrecht-Route. Da habe ich schon die ausgefallensten Sachen gesehen, was so unter Albrecht-Route eingestellt wurde. Das hatte mit meiner Wegführung herzlich wenig zu tun, außer dass die Transalp am Gardasee endet. Oft sind die Tracks auch in keinster Weise nachbearbeitet, d.h. es wurden keine Aufzeichnungsfehler entfernt, keine falschen Höhendaten korrigiert etc. Die Krönung war dann noch, dass sich Leute dann bei mir beschwert haben über diese schlechten Daten. Was soll man dazu sagen; außer dass ich auch Privatpersonen hiermit ausdrücklich untersage, dass GPS-Tracks in öffentliche oder geschlossene Tourenportale unter Verwendung des Namens "Albrecht-Route" eingestellt werden. Bei diesen Punkten werde ich keine Ausnahme zulassen.
Lizenzen
Unter der Dachmarke Albrecht-Route ist es möglich, in verschiedenen Regionen und Ländern MTB-Routen (Rundtouren oder One-way-Strecken) zu etablieren. Dabei muss der Qualitätsanspruch der Albrecht-Route gewahrt bleiben - die Entscheidung liegt bei mir. Lizenzanfragen können über die Kontaktinformationen eingereicht werden.
Albrecht-Route Uina
- Details
- Erstellt: Montag, 22. Februar 2016 16:53
- Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 22. Februar 2023 10:24
- Geschrieben von Andreas Albrecht
- Zugriffe: 104861
Transalp: Imst - Uina - Stilfser Joch - Riva
die erste Erkundung der Albrecht-Route
Diese Erkundungstour sollte später die Basis für die Albrecht-Route werden. Damals konnte ich nicht ahnen, was sich aus meiner Suche nach der für mich optimalen Transalp alles entwickelt.
Deshalb lasse ich den Originalbericht aus dem Jahr 2000 soweit als möglich stehen wie ich ihn damals aufgeschrieben habe. Digitale Kameras waren damals noch etwas Exotisches, die Bilder waren im Ursprung analog geknipst - falls jemand noch weiß, was das ist. Gefahren bin ich nach einer reinen Kartenplanung, ohne GPS. Geht alles!
In den Detailinformationen der einzelnen Tage sind die originalen Uhrzeiten angegeben. Auch die damaligen Übernachtungspreise (soweit angegeben) aus der Zeit vor dem EURO haben eine gewisse historische Bedeutung und lassen mich heute schmunzeln.
Strecke:
Imst - St. Anton - Verwalltal - Fimbertal - Val d'Uina - Prad - Stilfser Joch - Bormio - Gaviapass - Pejo - Madonna di Campiglio - Val d' Agola - Ponte Arche - Riva - Gardasee
Länge: ca. 395 km bis Riva, 400 km bis Torbole
Höhenmeter: ca. 11.425 hm
Etappen: 6
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen über 2000 m verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis in den September hinein. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten.
Übersichtskarte
schwarz: erste Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route
cyan: Verbindung Laatsch - Münstertal zu Albrecht-Route

Höhenprofil


Übersicht der Etappen
1. Tag: 85 km, 1826 hm
Imst - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Konstanzer Hütte - Heilbronner Hütte - Kops Stausee - Zeinisjoch - Galtür
2. Tag: 48 km, 1359 hm
Galtür - Ischgl - Fimbertal Weg - Heidelberger Hütte - Fimberpass - Alp Chöglias - Vna - Ramosch - Sur En
3. Tag: 47 km, 1767 hm
Sur En - Val d'Uina - Schlinigpass - Sesvenna Hütte - Schlinig - Schleis - Laatsch - Glurns - Prad - Gomagoi - Trafoi
4. Tag: 59 km, 2371 hm
Trafoi - Stilfser Joch - Pass Umbrail - Bocchetta di Forcola - Malga Pedenelo - Valle Forcola - Bormio - Santa Caterina Valfurva
5. Tag: 53 km, 2012 hm
S. Caterina - Gaviapass - Pezzo - Case di Viso - Rif. Bozzi al Montozzo - Forcellina Montozzo - Lago di Pian Palu - Pejo
6. Tag: 109 km, 2050 hm
Pejo - Dimaro - Madonna di Campiglio - Val d' Agola - Passo Bregn de l'Ors - Stenico - Ponte Arche - Dasindo - Passo Ballino - Lago di Tenno - Riva - Torbole
Nachfahren der Tour
Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Weiterhin ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans im Webshop
Kombination mit Albrecht-Route ist möglich. Die GPS-Daten und Kartenscans decken dies mit ab. In den Daten sind enthalten der 1. Tag der Albrecht-Route Garmisch - Landeck sowie die Verbindung von Laatsch ins Münstertal.
Die GPS-Daten entsprechen dabei auf den Streckenabschnitte, die jetzt Bestandteil der Albrecht-Route sind, jeweils dem aktuellen, heutigen Stand.
Landkarten
Kompass: Digitale Karte Über die Alpen, Digitale Karte Schweiz, 5, 35, 41, 42, 072, 73, 94, 98, 101,
Übersichtskarte: Kompass: Straßenkarte 358 Tirol - Trentino
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer
Tourplanung:
Andreas Albrecht
gefahren vom 10.-15. September 2000: Andreas Albrecht, Frank Dietrich (Pirna), Tobias Schmidt (Ulm)
Prolog
Transalp mit dem Mountainbike zu fahren übt eine unvergleichliche Faszination aus. Seit 1994 bin ich in den Alpen unterwegs. Eigene Erfahrungen sind unverzichtbar, um das Erlebnis genießen zu können und es nicht zum unkalkulierbaren Wagnis werden zu lassen. Transalp zu planen wird immer ein Kompromiss sein zwischen Fahrbarkeit der Strecken und dem Eintauchen in die Felswelt des Hochgebirges. Der Alpenhauptkamm zwischen den Ötztaler Alpen und den Hohen Tauern bietet für Biker keine komplett fahrbaren Übergänge an. Mindestens eine Stunde schieben oder tragen ist immer angesagt. Das Fahren soll bei Transalp jedoch im Mittelpunkt stehen. Auf die vielbefahrenen Auto-Pass-Straßen auszuweichen ist auch keine Alternative, wenn das majestätische Erlebnis der stillen Bergwelt im Vordergrund stehen soll. Weiter westlich sieht es günstiger aus. Hinter dem Fernpass liegen die Übergänge in greifbarer Nähe, die den Transalp in Richtung Gardasee, dem klassischen Endpunkt, auch für Otto Normalbiker möglich machen. Die wilde und zerklüftete Verwall-Gruppe ist wie die Silvretta durchzogen von den hier typischen V-Tälern. Sie führen relativ sanft in Höhen von 2400-2600 m und sind zu großen Teilen fahrbar. Wenn man dann die für Biker uneinnehmbare Gletscherfestung des Ortler-Massivs westlich umfährt, ergibt sich die Streckenführung fast von selbst.
1. Tag: Verwall-Tal
Strecke: 85 km, 1826 hm
Imst - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Konstanzer Hütte - Heilbronner Hütte - Kops Stausee - Zeinisjoch - Galtür
- 16 %: Straße
- 40 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 38 %: Feldweg, Schotter
- 6 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 01-Imst-Galtuer.gpx
- bei Start in Garmisch-Partenkirchen zusätzlich wie original Albrechtroute
GPS-Track: 01-ALR-Garmisch-Landeck.gpx (von Garmisch bis Imst)
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route


Das Tiroler Städtchen Imst hinter dem Fern-Pass wählte ich als Ausgangspunkt der Tour. Vom Gardasee gelangt man hierher problemlos zurück, sei es per Bahn, Bus oder Bike, zudem sehr preiswert, wenn man keine internationalen Fahrkarten erwirbt. Der Inn-Radweg bis Landeck und die Strecke weiter bis St. Anton am Arlberg bringt zum Einrollen viele leichte Kilometer. Ab hier bietet das Verwall-Tal einen ersten Eindruck davon, was der Transalp alles bereithält. Das Wetter meint es Anfang September gut mit uns, strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Oft gibt es in der ersten Septemberhälfte eine stabile Hochdruck-Wetterlage, es ist noch warm und die Wege sind nicht überlaufen. Wir genießen die weiten Hochflächen in ihrer Stille. Mit der ist es allerdings an der Heilbronner Hütte, dem Übergang ins Paznaun-Tal, vorbei. Der vielgepriesene Hüttenzauber will sich angesichts der Massen an Wanderern nicht einstellen. Meine Tourbegleiter Frank aus Sachsen (der schon bei der Ronda Dolomiti im selben Jahr dabei war) und Tobias aus Ulm (via Internet zu uns gestoßen) und ich beschließen deshalb, ins Tal abzufahren. Hier zeigt sich der Vorteil, mit dem Rad unterwegs zu sein. Kaum eine Stunde später sind wir gut 800 Höhenmeter tiefer im Paznaun-Tal und beziehen in Galtür unser erstes Quartier.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| Imst | 0 | 826 | 08:45 | Inntal-Radweg |
| Landeck | 22 | 816 | 10:00 | |
| St. Anton | 49 | 1286 | 11:30 | am Hotel Mooserkreuz km 52 links ab ins Verwall-Tal |
| Rasthaus Ferwall | 55 | 1445 | 12:20 | |
| Konstanzer Hütte | 61 | 1688 | 13:30 | +43 (0)664 5124787, Weg 517 - Rast bis 14:20 |
| Schönverwall-Hütte | 67 | 2007 | 15:15 | bis hierher gut fahrbar, nach Bachbrücke Tragepassage, auf Plateau wieder fahrbar |
| Neue Heilbronner Hütte | 71 | 2320 | 16:20 | 0043/5446/2954, Kapazität: 50 Betten, Rast bis 17:00 |
| Kops Stausee | 78 | 1855 | 17:15 | Traumabfahrt auf guter Schotterpiste, kurzer Anstieg vor Kops-Stausee |
| Zeinisjoch | 81 | 1842 | nach See links ab MTB-Weg Galtür | |
| Galtür | 85 | 1584 | 18:00 | Verkehrsamt 0043/5443/85210, Übernachtung Haus Silvretta - 200 ÖS ÜF - 0043/5443/8395 |
| 1828 | hm gesamt |
2. Tag: Fimberpass
2. Tag: 48 km, 1359 hm
Galtür - Ischgl - Fimbertal Weg - Heidelberger Hütte - Fimberpass - Alp Chöglias - Vna - Ramosch - Sur En
- 8 %: Straße
- 39 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 31 %: Feldweg, Schotter
- 22 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 02-Galtuer-SurEn.gpx
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route


Heute wartet mit dem Fimber-Tal ein weiteres V-Tal auf uns. Nach knackigem Anstieg hinter Ischgl führt uns der Weg dann relativ sanft zur Heidelberger Hütte. Kurz davor passieren wir unspektakulär die Schweizer Grenze. Nur ein Pfahl zeigt auf einem Schild an, dass wir nun Österreich verlassen. Der Weg zum Fimber-Pass erfordert zwar ein paar Schiebepassagen, dauert aber kaum eine Stunde und oben ist er sogar wieder fahrbar. In vielen Berichten steht folgendes geschrieben:
Im Mittelalter sollen über diesen Pass die Toten aus Ischgl zum Friedhof nach Sent im Engadin gebracht worden sein, denn das Paznaun-Tal gehörte jahrhundertelang zur Gemeinde Sent. Im Winter war der Weg unbegehbar. Man ließ deshalb die Leichen einfrieren und brachte sie im Frühjahr in Sent unter die Erde.
Klingt gut, oder nicht?
Der Wahrheit kommt wohl folgende Version näher: Die Gemeinde Sent hatte sehr große Weidegebiete im Paznaun erworben und Ischgl gehörte lange Zeit als Kirchengemeinde zu Sent. Die Geschichte mit den Toten ist eine alte Überlieferung. Da sich die Senter nur im Sommer in Ischgl aufhielten, ist es wohl sehr selten vorgekommen, dass die Leichen eingefroren wurden, um sie später zu transportieren. (Quelle: Cla Rauch - Gemeinde Sent). Wie dem auch sei. Wir genießen den anspruchsvollen Single-Trail ins Unterengadin im rätoromanischen Teil der Schweiz. Das Rätoromanische ist die vierte offizielle Sprache der Schweiz und hat seine Wurzeln im Lateinischen. Weitere verwandte Sprachgruppen findet man in Südtirol (ladinisch z.B. im Grödner Tal) und die zahlenmäßig größte Gruppe im italienischen Friaul ("furlan") - Quelle: Robert Thätig. Hier jedoch grüßen sich Wanderer und Biker mit "Allegra". Wir treffen allerdings auf der gesamten Tour auf wenig Menschen, so dass wir die neuen Sprachkenntnisse selten anwenden können.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| Galtür | 0 | 1584 | 09:00 | Start in Galtür |
| Ischgl | 11 | 1376 | 09:15 | an Silvretta-Bahn vorbei rechts ins Fimbertal Weg 302 |
| Bodenalpe | 18 | 1842 | 10:30 | bis hierher gut fahrbar, Asphalt |
| Heidelberger Hütte | 25 | 2264 | 11:40 | 160 Betten (Lager, Bett), bis hier guter Schotterweg fahrbar, ab hier links steil bergauf schieben, teilweise fahrbar (ca. 1 h), grandioser Übergang) |
| Fimberpass | 29 | 2608 | 13:30 | Passhöhe fahrbar, Single-Trail-Abfahrt (Schiebe-Stücke), Alp Chöglias km 32, ab km 33 wieder komplett fahrbar |
| Griosch | 35 | 1817 | ab hier sehr guter Forstweg, Variante: Zuort, Kurhaus Sinestra, Sent, Sur En (breite Naturstraße), notwendig wenn nicht Val d'Uina sondern über Scuol, Pass da Costainas nach Münstertal | |
| Praschan | 37 | 1833 | ||
| Vna | 40 | 1630 | 15:40 | ab hier Straße |
| Ramosch | 44 | 1231 | 15:50 | |
| Sur En | 47 | 1124 | 16:30 | Tor zum Val d'Uina |
| 1359 | hm gesamt |
3. Tag: Val d’Uina
Strecke: 47 km, 1767 hm
Sur En - Val d'Uina - Schlinigpass - Sesvenna Hütte - Schlinig - Schleis - Laatsch - Glurns - Prad - Gomagoi - Trafoi
- 25 %: Straße
- 31 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 28 %: Feldweg, Schotter
- 16 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 03-SurEn-Trafoi.gpx
Hinweis: in Laatsch ist ein Wechsel hinüber zur klassischen Albrecht-Route möglich, falls man nicht die Straßenauffahrt zum Stilfser Joch machen möchte
- GPS-Track: 03-Verbindung-Laatsch-Muenstertal-zu-Albrecht-Route.gpx
Ansonsten siehe auch die Albrecht-Route Top of the Rocks am 4. Tag. Dort werden die Möglichkeiten beschrieben, aus dem Münstertal zum Pass Umbrail/Stilfser Joch zu gelangen.
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route
cyan: Verbindung Laatsch - Münstertal zu Albrecht-Route


Heute wartet das nächste Highlight der Tour auf uns. Viele Wanderer dürfen allerdings nicht unterwegs sein, wenn man die Eindrücke eines der dramatischsten Übergänge für Biker in den Alpen so recht in sich aufnehmen will. An der Bergkäserei Uina Dadaint laben wir uns mit Buttermilch. Dann wird der Weg immer schmaler und die Felsenwände ragen am Talschluss senkrecht in die Höhe. Ein Durchkommen scheint nur für alpine Kletterer möglich. Wenn man jedoch genau hinsieht, sieht man die Fels-Galerie, die 1910 gebaut wurde. Auf Initiative des Deutschen Alpenvereins wurde eine halbe Röhre in den Fels gehauen, 1,3 m breit und 600 m lang. Damit waren lange Umwege zum Schlinigpass und zur heutigen Sesvenna-Hütte passé. Schwindelfrei sollte man schon sein. Der Steig verläuft ca. 150-200 m über dem Grund der engen Schlucht, durch die das Wasser tobt. An den brenzligen Stellen ist er jedoch gesichert. Diesen Trail vergisst man sein Leben lang nicht.
Oberhalb der Schlucht überquert man am Schlinig-Pass bald die Grenze zu Süd-Tirol. Wieder ist ein neues Sprachgebiet erreicht. Wir entschließen uns wegen des weiterhin stabilen Wetters den Weg übers Stilfser Joch zu nehmen. Schnell geht es hinab ins Etsch-Tal und weiter bis Prad und noch ein paar Höhenmeter hinauf bis Trafoi.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| Sur En | 0 | 1124 | 08:30 | Start Sur En |
| Uina Dadora | 4 | 1499 | 09:10 | |
| Uina Dadaint | 7 | 1731 | 09:40 | ab km 8 1,5 m breiter 600m langer Felssteig 150 m über Schlucht, 1910 gebaut, 11:30 Ende Felsgalerie, dann Hochebene, zu großen Teilen fahrbar |
| Schlinigpass | 12 | 2311 | 12:00 | Übergang nach Süd-Tirol, Holzdrehkreuz |
| Sesvenna -Hütte | 14 | 2258 | 12:15 | 0039/0473/830234 (Lager, Bett mit HP), sehr schön, Rast bis 13:20, Abfahrt schwerer Schotter, teilweise schieben |
| Schlinig | 18 | 1738 | 13:55 | ab km 17 Asphalt, am Ortsende rechts ab Wiesenweg Richtung Schleis, dann Schotter, kurz bergauf, dann Traumabfahrt bis Laatsch |
| Schleis | 22 | 1064 | 14:15 | Kartenstück fehlt - Kopie aus Straßenatlas vorhanden |
| Laatsch | 27 | 1005 | 14:30 | Radweg |
| Glurns | 29 | 920 | 14:35 | Rast, weiter Vinschgau-Radweg bis Prad |
| Prad | 36 | 920 | 15:15 | Stilfser-Joch-Straße, Beginn klassische Radler -Wallfahrtsstrecke |
| Gomagoi | 43 | 1270 | 16:15 | |
| Trafoi | 47 | 1508 | 16:50 | Übernachtung: Gasthof Tuckett (HP 55.000 Lit.) |
| 1767 | hm gesamt |
4. Tag: Stilfser Joch – Alte Kriegspfade
Strecke: 59 km, 2371 hm
Trafoi - Stilfser Joch - Pass Umbrail - Bocchetta di Forcola - Bocchetta di Pedenelo - Malga Pedenelo - Valle Forcola - Bormio - Santa Caterina Valfurva
- 51 %: Straße
- 11 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 16 %: Feldweg, Schotter
- 22 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 04-Trafoi-StCatarina.gpx
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route


Der Morgen verspricht einen klaren Tag. Das Stilfser Joch mit seinen 48 Kehren ist eine der klassischen Radler-Wallfahrten in den Alpen. In reichlich 2 Stunden sind wir oben. Leider leidet der Ort unter der Fülle der Menschen, so dass wir schnell weiter radeln und am Pass Umbrail wieder in die Einsamkeit der Bergwelt eintauchen. Wir folgen den steinernen Spuren der blutigen Kämpfe des 1. Weltkrieges im Ortler-Gebiet. Österreichische Gebirgsjäger und italienische Alpini standen sich kämpfend gegenüber, die Schweizer riegelten am Pass Umbrail ihre Grenze ab. Das Leid der Soldaten muss besonders im Winter unendlich gewesen sein. An der Bocchetta di Forcola sind in 2768 m Höhe noch Reste der alten Befestigungsanlagen zu sehen. 50 Höhenmeter tiefer stehen die Reste des Militärlazaretts der Italiener. Bis hoch hinauf auf ca. 3000 m ziehen sich die Reste der alten Militärtrasse. Für uns Biker sind die alten Pisten ideal. Breit genug und in Serpentinen schlängeln sie sich meist fahrbar an Bergflanken und durch steile Felswände hinab durch Terrain, das sonst Wanderern und Kletterern vorbehalten wäre. Überwältigt von den Eindrücken erreichen wir schließlich die alte italienische Stadt Bormio. Ein Wetterumschwung kündigt sich an. Die letzten Kilometer bis S. Caterina im Valfurva sind ein Wettlauf mit dem drohenden Regen. Heute sind wir noch die Sieger. Unterkunftsmöglichkeiten sind hier reichhaltig vorhanden.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| Trafoi | 0 | 1508 | 08:35 | Start |
| Stilfser Joch | 16 | 2757 | 11:10 | |
| Pass Umbrail | 19 | 2502 | 11:30 | Hangweg rechts oberhalb Straße Bormio, fahren, schieben, Weg 171 ( Variante Straße nach Bormio) |
| Bocchetta di Forcola | 24 | 2768 | 13:00 | kurz hinab zum alten Lazarett, Rast und links wieder hinauf |
| Tal-Ende Valle Forcola | 25 | 2630 | 13:30 | Tal-Ende Valle Forcola |
| Militär-Piste | 26 | 2768 | 14:00 | Weg 173, alte Militärstraße, gigantische Abfahrt in Serpentinen, gut erhalten, erst Schotter, dann Wiesenweg |
| Malga Pedenelo | 30 | 2384 | 14:25 | |
| Talgrund Valle Forcola | 34 | 2100 | 14:55 | dramatischer Abstieg durch Felswand auf teils verfallener Militär-Piste, vor Rist. Solena links ab Richtung Bormio |
| Malga Boscopiano | 40 | 1526 | 15:25 | Schotter |
| Straße nach Bormio | 41 | 1640 | 15:40 | Schotter, knackiger Aufstieg |
| Bormio | 46 | 1225 | 15:50 | Rast, weiter Straße Richtung Gaviapass |
| S. Caterina | 59 | 1738 | 17:20 | am Fuße des Gaviapasses |
| 2371 | hm gesamt |
Übernachtungstipp:
in Santa Caterina Valfurva: Hotel Sport; Via Magliaga 2, 23030 S. Caterina Valfurva (SO), Tel.: +39 0342.925100, der Hotelchef Norberto spricht sehr gut deutsch und ist perfekt auf Transalpbiker eingestellt, Wäscheservice, Reparaturmöglichkeiten, super Essen, organisiert im Fall des Falles alles, was notwendig sein sollte.
5. Tag: Gaviapass - Montozzo
Strecke: 53 km, 2012 hm
S. Caterina - Gaviapass - Pezzo - Case di Viso - Rif. Bozzi al Montozzo - Forcellina Montozzo - Lago di Pian Palu - Pejo
- 50 %: Straße
- 15 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 18 %: Feldweg, Schotter
- 17 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 05-StCatarina-Pejo.gpx
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route


Heute wartet ein Klassiker des Giro d’Italia auf uns – der Gaviapass. Für Autos mehr oder minder gesperrt schlängelt sich das Asphaltband hoch hinauf bis auf 2652 m, immer die vergletscherten Berge im Blick. Bei der Rast auf der Passhöhe inspiziere ich interessiert die Fotos der Helden des Giro. Oft kamen sie sogar im Sommer bei Schneetreiben oben an, im kurzen Trikot. Auch uns sollten heute noch die Wetterkapriolen im Hochgebirge ereilen. Nach der rasanten Abfahrt ins Tal wartet noch ein Scharfrichter auf uns. Der Übergang nach Pejo über die Forcellina Montozzo hat es in sich. Noch mal gut 1000 Höhenmeter sind es hinauf zum Rifugio Bozzi al Montozzo.
Dunkle Wolken brauen sich zusammen, also weiter. Gerade als ich die Scharte schiebend erreiche, wird es düster und es beginnt zu hageln. In der Ferne zucken Blitze. Bedrohlich rollt der Donner durch die Berge. Besser hätte es kein Drehbuch schreiben können. Doch ich bin auf die Mitwirkung im Film nicht sonderlich erpicht. Schnell verwandelt sich der im oberen Teil sonst gut fahrbare Weg in einen Wildbach. Doch wir müssen runter nach Pejo. Ich kenne die Gegend von einem Ski-Urlaub her, es ist Luftlinie nicht mehr weit.
Der Lago di Pian Palu liegt blau schimmernd einige hundert Höhenmeter unter uns. Da unten ist der Wetterspuk vorbei. Am malerischen Anblick des Sees können wir uns heute nicht erwärmen, in wenigen Minuten sind wir total durchnässt und verdreckt in Pejo und quartieren uns in meinen alten Ski-Hotel ein.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| S.Caterina | 0 | 1738 | 08:35 | Giro-Klassiker, Asphalt |
| Mag. d. Alpe | 9 | 2293 | 09:50 | ab hier flacher |
| Rif. A. Berni | 12 | 2545 | 10:30 | |
| Gaviapass | 15 | 2652 | 10:50 | Rast, die Minestrone muss man kosten (1.Juli-1.Oktober - HP 60.000 Lit.-0039/0364/91806) |
| Pezzo | 29 | 1565 | 12:30 | links ab ins Valle di Viso, Richtung Montozzo (Alternative: weiter Straße bis Ponte di Legno und Passo Tonale) |
| Case di Viso | 32 | 1763 | 12:50 | Asphalt zu Ende, Beginn Schotter in Serpentinen, zu großen Teilen fahrbar, aber derbe |
| Rif. Bozzi al Montozzo | 38 | 2478 | 14:45 | 0039/0364/900152 (Hütte HP 45.000 Lit), Rast bis 15:45 |
| Forcellina Montozzo | 39 | 2613 | 16:00 | knackige Schiebepassage, Gewitter, Hagel |
| Lago di Pian Palu | 45 | 1800 | 17:00 | zunächst guter Weg, dann Single-Trail, nur teilweise fahrbar, kurz vor See an Weggabel links, hinter Staumauer wieder Asphalt |
| Pejo-Terme | 53 | 1393 | 17:40 | Hotel Milano (war ich Silvester 1996/97) (HP 55.000 Lit), wir sind total naß und dreckig |
| 2012 | hm gesamt |
6. Tag: Grande Finale am Gardasee
Strecke: 109 km, 2050 hm
Pejo - Dimaro - Madonna di Campiglio - Val d' Agola - Passo Bregn de l'Ors - Stenico - Ponte Arche - Dasindo - Passo Ballino - Lago di Tenno - Riva - Torbole
- 23 %: Straße
- 40 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 32 %: Feldweg, Schotter
- 5 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 06-Pejo-Garda.gpx
Übersichtskarte
schwarz: Erkundung Albrecht-Route via Val d'Uina - Stilfser Joch
magenta: aktuelle Albrecht-Route


Die Wolken sind verzogen. Die Bremsen am Bike werden nachgestellt und ab geht's ins Val di Sole, das heute seinem Namen alle Ehre macht. Ab Dimaro führt unser Weg entlang der schroffen Brenta-Gruppe nach Madonna di Campiglio, dem berühmten Ski-Ort. Es wartet noch ein Pass auf uns, der Bregn de l'Ors. Er erfordert eine letzte 30-minütige Schiebepassage und dann belohnt uns ein sagenhafter langer Schotter-Downhill. Leicht rollt es sich weiter hinunter nach Ponte Arche. Der Gardasee ist heute noch zu schaffen. Auch wenn es noch ein Gewaltritt auf der Straße wird, die letzte Abfahrt ab dem Tenno-See über die alte Straße nach Riva bringt uns noch ein Hochgefühl, das die Strapazen des heutigen Tages vergessen lässt. Punkt 19.00 Uhr stoßen wir als frischgebackene Transalpler auf dem zentralen Platz am Hafen von Riva mit Bier aus der Flasche an. 400 km und 11400 Höhenmeter verteilt auf 6 Etappen liegen hinter uns. Alles ist gut gegangen, unterwegs nur ein platter Reifen. Die nächste Transalp kann kommen.
Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)
| Ort | km | hm | Zeit | Bemerkungen |
| Pejo-Terme | 0 | 1393 | 08:35 | Start in Pejo, wieder strahlender Sonnenschein |
| Dimaro | 21 | 767 | 09:30 | Straße, rechts ab Mad. di Campiglio, in 1. Kehre Nebenweg geradeaus |
| Weggabelung | 25 | 1140 | 10:35 | an Gabelung rechts ab Richtung Cascada |
| Nähe Straße nach Mad. C. | 31 | 1517 | 11:30 | entweder Straße oder Forstweg weiter bis Liftstation |
| Passo Campo Carlo Magno | 34 | 1682 | 12:00 | |
| Madonna di Campiglio | 37 | 1522 | 12:05 | Rast bis 13:10, weiter Straße Richtung Pinzolo |
| S. Antonio di Mavignola | 44 | 1213 | 13:30 | am Ortsschild scharf links auf Asphalt Richtung Val d' Agola |
| Val d' Agola | 46 | 1173 | 13:45 | Bachquerung, Forstweg, fahrbar |
| Lago di Val d'Agola | 52 | 1595 | 14:45 | nach See straffe Schiebepassage - 30 min |
| Passo Bregn de l'Ors | 54 | 1836 | 15:50 | oben an Kapelle Rast, Orientierungsprobleme, Gesicht zur Kapelle, nach links beide Wege möglich (nicht Richtung Malga Bregn de l'Ors) |
| Passo del Gotro | 55 | 1848 | 16:00 | |
| Malga Movlina | 56 | 1803 | 16:10 | endlich abwärts, Schotter-Downhill vom feinsten |
| Rif. Erina | 65 | 1180 | 16:40 | ab hier Asphalt |
| Rif. Ghedina | 66 | 1132 | 16:45 | am Talende links ab Richtung Stenico (Rif.Gh.:0039/0465/321808), Übernachtung möglich |
| Stenico | 76 | 667 | 17:10 | Straße |
| Ponte Arche | 80 | 400 | 17:15 | Straße, Gewaltritt bis Riva |
| Dasindo | 84 | 512 | 17:50 | Straße |
| Ballino | 90 | 795 | 18:30 | höchster Punkt vor Gardasee, nur noch Abfahrt |
| Lago di Tenno | 95 | 590 | 18:40 | am Lago rechts ab alte Straße über Pranzo |
| Riva | 106 | 73 | 19:10 | Platz Hotel Centrale, geschafft, Bier |
| Torbole | 109 | 73 | 19:30 | Casa Morandi 0039/0464/505239 (ÜF 52.000 Lit) |
| 2090 | hm gesamt | |||
| 11425 | Gesamthöhenmeter |
Übernachtungstipps:
Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it
Rückreise
Ich bin damals mit dem Fahrrad und der Bahn zurück an den Ausgangspunkt dieser Transalp.
Konkret sieht das so aus:
Strecke in zwei Abschnitten: ca. 60 km, ca. 300 hm
- mit dem Rad von Torbole nach Rovereto: ca. 20 km, ca. 300 hm
Radweg ist sehr gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen
GPS-Track: Radweg-Torbole-Rovereto.gpx
Download: hier klicken - mit dem Regionalzug bis Brenner, ggf. mit Umsteigen in Bozen
- mit dem Rad vom Brenner - Innsbruck: ca. 39 km, ca. 10 hm
GPS-Track: Brenner-Innsbruck.gpx
Download: hier klicken
bei schlechtem Wetter mit Regionalzug bis Innsbruck - per Regionalzug z.B. Innsbruck - Garmisch - München
- per Regionalexpress oder ICE weiter nach Hause
Übersichtskarte Radweg Torbole - Rovereto

Übersichtskarte Brenner - Innsbruck

Shuttle
Inzwischen sind Shuttledienste auf breiter Front tätig, um Transalpler wieder zurück zu bringen.
Folgende deutschsprachige Anbieter organisieren einen Rücktransport vom Gardasee und auf Anfrage teilweise auch einen individuellen Gepäcktransport auf der Strecke
- www.bikeshuttle.it: mit Sitz in Mals am Reschenpass - Tel: 0039-320-3114552
- www.bikeshuttle.at: mit Sitz in Nauders am Reschenpass, TRANSALP-HOTLINE: 0043-664-1217050
Ein besonders toller Service wird hier angeboten.
PKW-Überführung vom Start- zum Zielort: www.transalp-shuttle.com Tel: 0043-676-6877008
Das klappt bestens, wie ich selber mehrfach erleben durfte. Rechtzeitige Anmeldung ist sinnvoll. Sie sind in der Sommersaison schnell ausgebucht.
Außerdem gibt es direkt vor Ort in Torbole noch folgenden Anbieter:
- Shuttle Express Andre Conti (spricht sehr gut deutsch) - Kleinbus für 8 Personen mit Klimaanlage, auch Transalpshuttle:
Sitz: Torbole sul Garda - Tel.: +39 329 1635392
Fazit (aus dem Jahr der Befahrung)
Eine wahre Traumtour ist diese Transalp. Das Wetter war wie es besser nicht sein kann. Bei solchen Bedingungen werden die Trails weit über der Baumgrenze zum Genuss. Insbesondere die Passage nach dem Pass Umbrail zur Bocchetta di Forcola ist ein Highlight. In Kombination mit der ein Jahr zuvor gefahrenen Strecke vom Lago Cancano durch das Valle di Rezzalo zum Passo dell' Alpe und weiter über Gaviapass und Montozzo gibt es wahrscheinlich kaum eine schönere Strecke im hochalpinen Bereich, die nahezu komplett zu fahren ist. Die Etappe am letzten Tag war ein wenig zu lang. Hier sollte man noch eine Übernachtung einschieben, um am letzten Tag dann den Gardasee etwas entspannter zu erreichen.
Das Stilfser Joch muss man mit dem Bike einmal bezwungen haben, wenn man in den Alpen unterwegs ist. Auch wenn die Straße im Sommer ab 10 Uhr meist stark frequentiert ist, ist es ein tolles Erlebnis. Bei entsprechender Etappenplanung ist man rechtzeitig oben. Ende August wird die Straße an einem Tag für Autos gesperrt und gehört den Radlern alleine.
Infos dazu: www.stelviobike.com
aus heutiger Sicht: Ja, damals war ich schon auf der richtigen Fährte. Val d'Uina, Stilfser Joch und Bocchetta di Forcola haben es allerdings nicht in die klassiche Albrecht-Route geschafft, weil mir die nahezu komplett fahrbare Strecke über den Pass da Costainas mehr zusagte. Das spricht nicht gegen das Val d'Uina. In meiner "Top of the Rocks"-Variante der Albrecht-Route ist es wieder enthalten. Außerdem habe ich es in der besser fahrbaren Süd-Nord-Richtung in meine Transalp von Mittenwald an den Comer See eingebaut. Dokumentiert im Transalp Roadbook 13.
Albrecht-Route: 6 Tage
- Details
- Erstellt: Sonntag, 21. Februar 2016 11:50
- Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 15. Januar 2023 19:39
- Geschrieben von Andreas Albrecht
- Zugriffe: 143751
Mit Hüttenübernachtung in La Baita
Beispiel für eine 6-Tage-Variante der Albrecht-Route gefahren als Rucksacktour. Das Wetter spielt nicht immer mit. Auch das muss man einkalkulieren. Rückreise ohne Shuttle, sondern mit Rad und Regionalbahnen. Auch ein Erlebnis, wenn man es als Teil der Reise auffasst. Dokumentiert auch im Transalp Roadbook 1 - Die Albrecht-Route
Strecke:
Garmisch- Fernpass - Landeck - Tobadill - Ischgl - Bodenalpe - Fimberpass - Scuol - Pass da Costainas - Münstertal - Val Mora - Bormio - Le Prese - Valle di Rezzalo - Passo Gavia - Pezzo - Passo Tonale - Val di Sole - Dimaro - Madonna di Campiglio - Passo Bregn de l'Ors - Passo Ballino - Gardasee
Länge: 401 km
Höhenmeter: ca. 9.970 hm
Etappen: 6
Beste Reisezeit: wenn der Schnee von den hohen Pässen über 2000 m verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat - also erfahrungsgemäß ab Mitte/Ende Juni bis in den September hinein. Im Vorfeld und unterwegs heißt es, sich rechtzeitig zu erkundigen und immer die aktuelle Wettersituation im Auge zu behalten.
Übersichtskarte
magenta: Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: Hauptroute
Übersicht der Etappen
1. Tag: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - alter Fernpass - Schloss Fernstein - Nassereith - Strad - Imst - Schönwies - Zams - Landeck
2. Tag: 37,9 km, 1514 hm
Landeck - Perfuchs - Perfuchsberg - Tobadill - Vordergiggl - Giggler Tobel - Frodenegg - See - Sesselebene - Kappl - Ebene - Ischgl - Bodenalpe
3. Tag: 61 km, 2058 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü
4. Tag: 76,3 km, 1790 hm
Lü - Tschierv - Fuldera - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Bormio - Le Prese - Val di Rezzalo - La Baita
5. Tag: 82,9 km, 2550 hm
La Baita - Passo dell' Alpe - Gaviapass - Pezzo - Passo Tonale - Ossana - Dimaro - Madonna di Campiglio
6. Tag: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Passo del Gotro - Albergo Brenta - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Cure - Passo Ballino - Tennosee - Villa del Monte - Tenno - Deva - Riva - Torbole
Die Angaben zu Kilometern und Höhenmeter entsprechen den derzeit aktuellen Strecken der Albrecht-Route.
Höhenprofil

Wegeverteilung

Nachfahren der Tour
Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, gilt immer mein allgemeiner Haftungsausschluss - siehe hier.
Weiterhin ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Transalp Roadbook: im Webshop
Die Daten sind enthalten in der klassischen 7-Tage Albrecht-Route (Hinweise zur 6-Tage Variante gibt es natürlich jeweils.)
Die GPS-Daten etc. entsprechen jeweils dem aktuellen Stand der Albrecht-Route.
Landkarten
KOMPASS: Digitale Karte Über die Alpen, Digitale Karte Schweiz, Wanderkarten: WK 5, WK 35, WK 41, WK 42, WK 072, WK 73, WK 94, WK 98, WK 101
Übersichtskarte: Kompass: Straßenkarte 358 Tirol - Trentino
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer
Tourplanung, Tourführung:
Andreas Albrecht
gefahren von: Andreas Albrecht, Sascha Braune, Dirk Kersken, Jürgen Heigl, Jürgen Schottenhamml, Oliver Block, Stefan Matter
Tourbericht
Autor: Jürgen Schottenhamml
Fotos
Damit es authentisch ist, habe ich bei der Streckendokumentation überwiegend die Originalbilder unserer Gruppe verwendet. Man hat halt nicht immer super Sonnenschein auf einer Transalp. Wer auch die sonnigen Seiten auf wirklich jeder Etappe der Albrecht-Route sehen will, schaut dort hinein in den Tourbericht.
Tourbericht
Die Notwendigkeit realisiert sich über den Zufall.
Hegel (1770-1831)
6-Tage-Variante: Mit Hüttenübernachtung in La Baita
Wenn man zum Beispiel das einmalige Flair der Hüttenübernachtung in La Baita erleben will, kann man die Albrecht-Route abkürzen. Außerdem sind manche lieber nur 6 Tage unterwegs. Auch dann ist das eine erprobte Alternative. Der Unterschied zur 7-Tagesroute ist einfach folgender. Am 4. Tag fährt man nach dem Passieren der beiden Stauseen Lago di San Giacomo di Fraele und Lago di Cancano hinunter nach Bormio. Das ist ganz einfach zu finden. An den Türmen Torri di Fraele sieht man schon die Serpentinenstrecke hinunter in Richtung von Bormio, wie auf dem Bild zu sehen ist. In Bormio fährt man dann weiter das Tal hinab bis Le Prese. Hier beginnt die Auffahrt ins Val di Rezzalo. Beschrieben ist das hier in diesem Tourbericht.
In den GPS-Daten, Kartenscans etc. sind sowohl die 7-Tages als auch die 6-Tagesvariante enthalten.
Jeder ist natürlich frei in seiner Entscheidung, die Route auch anders aufzuteilen, um sie in nur 6 Tagen zu absolvieren.
Torri di Fraele: Blick auf Serpentinenstrecke - in Richtung Bormio ist man auf der 6-Tage-Route
Was für die Hüttenübernachtung auf La Baita spricht?
La Baita liegt etwas oberhalb der Kirche San Bernardo im Val di Rezzalo, wie im Bild von der Terrasse aus gut zu sehen ist
1. Tag: Garmisch - alter Fernpass - Landeck
Strecke: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - alter Fernpass - Schloss Fernstein - Nassereith - Strad - Imst - Schönwies - Zams - Landeck
- 4 %: Straße
- 49 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 42 %: Feldweg, Schotter
- 5 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 01-ALR-Garmisch-Landeck.gpx
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

Begonnen hatte alles am Gardasee im April 2006. Schon seit Sommer 2005 spielte ich mit dem Gedanken, eine Transalp zu fahren, war mir aber nicht sicher, welchen Schwierigkeitsgrad ich konditionell und technisch wählen sollte. Da war das Angebot von Andreas Albrecht, das Gardasee Trainingscamp, genau richtig : Nach den 4 Tagen am Gardasee war mir klar, dass ich seine Albrecht-Route mit genügend Training schaffen kann, und freute mich schon auf die Tour mit Andreas, Dirk, Oliver und Sascha, die wie ich bei dem Camp dabei waren. Der Tag der Entscheidung war da. Nach einer kurzen Nacht fuhr ich um 6:30 los, Richtung Garmisch, voller Erwartung auf die Transalp. Das Wetter verschlechterte sich zusehends, je weiter ich nach Süden kam. Endlich, Ankunft am vereinbarten Treffpunkt, der Parkplatz des Bahnhofs. Sascha war schon da und baute sein Bike zusammen. Nach und nach trudelten Oliver, Dirk, Andreas, sowie die "Neuen", Jürgen und Stefan ein. Einen Regenschauer warteten wir noch ab, und starteten dann bei leichtem Nieselregen um 11 Uhr. Meistens auf dem Gehsteig ging es Richtung Ehrwald, der Regen wurde immer stärker.

Start bei Regen in Garmisch
Die Auffahrt zum Fernpass war die erste richtige Steigung, doch schnell ging es in den Wald auf einen Schotterweg, der uns mit teils kräftigen Steigungen richtig forderte. Am höchsten Punkt wurde es dann doch empfindlich kalt, und wir mussten das erste Mal unsere Ärmlinge und Beinlinge benutzen. Im Zick-Zack über Schotterwege ging es dann den Fernpass hinunter, nach einer kurzen Rast steuerten wir den schönsten Abschnitt der Via Claudia an, den legendären Singletrail über die Holzbrücke, mit atemberaubenden Tiefblicken. Der nasse Trail forderte volle Konzentration, machte aber tierisch Spaß. Schnell war der Talgrund erreicht, und wir hatten noch 20 km bis Landeck vor uns. Der leichte Regen hielt an, 5 gelbe Regenhüllen (Deuter Transalp Rucksack) und 2 orange (Vaude Alpin ) bewegten sich zügig Richtung Landeck. So ca. 10 km vor unserem Ziel erbarmte sich der Himmel, die Wolken rissen auf, der Regen hörte auf, und wir rollten im Trockenen zum Hotel Mozart. Nachdem wir uns aus unseren nassen Klamotten geschält hatten, ging es erst mal zum Duschen. Die 2 Stunden bis zum Essen verbrachten wir mit Schuhe trocken föhnen, nasse Klamotten im Heizungskeller aufhängen und Fahrräder waschen. Andreas hatte eine bessere Idee und stellte seine Schuhe zum Trocknen auf die Wiese vor dem Hotel, von hier aus hatte man schöne Ausblicke auf eine in der Sonne badende Blondine, die höchsten 50 g Stoff am Körper hatte. Das Essen entschädigte dann für so manchen Regenkilometer, 5 Gänge und ein anschließender Obstler sorgten für die nötige Bettschwere und Kalorienzufuhr.
Hinweis
Wir hatten an dem Tag nun wirklich kein tolles Wetter. Deshalb gibt es auch kaum Originalbilder. Da der erste Tag identisch mit der Albrecht-Route in 7 Tagen ist, wird man dort mit optischen Eindrücken fündig.
Übernachtungstipps:
- Landeck: Hotel Mozart, Nähe Bahnhof, Superkomfort, Schwimmbad, super Essen: www.mozarthotels.at, Tel.: 0043/5442/64 222, abschließbare Radgarage, Reinigungsgerät, Werkstatt und Trockenraum ........ sicher, sauber
2. Tag: Landeck - Tobadill - Ischgl - Bodenalpe
Strecke: 37,9 km, 1514 hm
Landeck - Perfuchs - Perfuchsberg - Tobadill - Vordergiggl - Giggler Tobel - Frodenegg - See - Sesselebene - Kappl - Ebene - Ischgl - Bodenalpe
- 32 %: Straße
- 55 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 9 %: Feldweg, Schotter
- 4 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 02-var-ALR-Tobadill-Ischgl.gpx
- im Falle schlechten Wetters kurze Strecke nach Ischgl
- am Giggler Tobel meist nasse Trailanteile, ggf. schieben
- ab See entlang der Paznaun-Talstraße bis Ischgl mit diversen Umfahrungen
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

Der zweite Tag begann mit dichter Bewölkung, in der Nacht hatte es auch geregnet. Aufgrund der unsicheren Wettersituation entschloss sich Andreas, das Tagesprogramm umzustellen und die Etappe zu verkürzen. Statt über das Verwalltal und die Heilbronner Hütte sollte es nun über Tobadill nach Ischgl und dann hoch zur Bodenalpe gehen. Nach einem reichlichen Frühstück stiegen wir in unsere frisch getrockneten Funktionsklamotten und radelten, immer mit Blick auf die düsteren Regenwolken, Richtung Ischgl. Nach gerade mal 20 Minuten fing es das Tröpfeln an. Ein Bushäuschen diente uns als Unterstand, bis sich nach ca. ½ Stunde endlich der Regen verzog. Sanft stieg die Straße nach Tobadill an und endlich ließ sich die Sonne wieder blicken.

Panorama von Tobadill nach Grins mit Parseierspitze
In Tobadill war dann auch Schluss mit Teer, ein knackiger Anstieg auf einem Singletrail zwang fast alle vom Rad.

Anstieg nach Hintergiggl
Beim Almstüberl in Hintergiggl, das seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird, machten wir Rast, um uns auf den folgenden Trail vorzubereiten und den herrlichen Ausblick zu genießen.

Trail vom ehemaligen Almstüberl zum Giggler Tobel
Es folgte ein ruppiger, schmieriger Downhill mit engen Serpentinen, der sich bei diesen widrigen Bedingungen als fast unfahrbar präsentierte.

Giggler Tobel
Am Schluss ging es dann doch noch ein Stück zu fahren, und wir rollten nach See im Paznauntal hinunter.

Trailabschnitt kurz nach dem Giggler Tobel

Wiesenpfad bei Frödenegg
In See stärkten wir uns an einem kleinen Supermarkt mit Cola und Bananen, und wir freuten uns über das Wetter, das immer besser wurde. Die sanft ansteigende Landstraße von See nach Ischgl wurde dann mit kräftigem Gegenwind zur Geduldsprobe. Immerhin schafften wir es, die Teamwertung gegen die in Tobadill zeitgleich mit uns gestartete Gruppe aus dem Allgäu zu gewinnen, da Andreas kurz vor dem Zwischenziel Ischgl zum Endspurt ansetzte. Den kurzen Regenguss am Ortsanfang warteten wir in einer Tankstelle ab, anschließend ging es ins Zentrum, um Ersatzteile zu kaufen und unseren Kohlenhydratspeicher aufzufüllen. Es gab, mal wieder Nudeln, Apfelschorle sowie Pfannkuchensuppe zu wahrhaft exklusiven Preisen.
Ischgl: dort, wo die Seilbahn ist, geht es steil hinauf ins Fimbertal
Ischgl bietet im Sommer einen merkwürdigen Eindruck, massenhaft Hotels und Restaurants, von denen die meisten geschlossen sind. Im Fahrradgeschäft konnte Stefan noch ein Schutzblech, Dirk und ich je einen Tachomagneten erstehen (ich hatte meinen beim Waschen am Vortag mit scharfem Wasserstrahl aus der Halterung gespült). Dann ging es los in Richtung Bodenalpe. Spätestens nach 200 m verfluchten wir den Architekten dieses unverschämt steilen Weges. Ich kam zeitweise bei 20% Steigung nur durch Serpentinenfahren vorwärts. Doch bald waren 300 Höhenmeter geschafft, auf nur ca. 3 km. Die restlichen 300 Höhenmeter gingen dann recht zügig. Das Wetter wurde langsam wieder besser.

Schlussanstieg zur Bodenalpe
Nach der Ankunft auf der Bodenalpe bei Sonnenschein gab es erst mal ein Hefeweizen, und danach ein reichhaltiges Abendessen mit Suppe, Braten, wieder Nudeln und Nachtisch.

Prost nach der Tour: das haben wir uns verdient!
Übernachtungstipp
Bodenalpe (angenehmes Berghotel) www.bodenalpe.com Tel.: 0043-5444-5285

Inzwischen ist die Albrecht-Route für die Bodenalpe ein fester Bestandteil des Sommergeschäfts geworden und mich verbindet eine herzliche Freundschaft mit der Familie Walser.
3. Tag: Fimberpass, Pass da Costainas
Strecke: 61 km, 2058 hm
Bodenalpe - Fimberpass - Vna - Sent - Scuol - S-charl - Pass da Costainas - Lü
- 2 %: Straße
- 18 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 53 %: Feldweg, Schotter
- 27 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 03-ALR-Bodenalpe-Tschierv.gpx (bis Lü)
- ggf. weiterfahren bis Tschierv im Münstertal
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

In der Nacht hatte es wieder geregnet. Dicke Wolken hingen am Himmel und der Blick hoch zum Fimberpass war meistens durch Wolken oder Nebel versperrt.

Fimbertal
Nach dem Frühstück fuhren wir in leichtem Regen los, der bis zur Heidelberger Hütte nicht besser wurde.

Auf dem Weg passieren wir die grüne Grenze zur Schweiz
An der Heidelberger Hütte endete auch nach 450 Höhenmetern der recht ordentliche Schotterweg. Wir mussten uns auf die längste Schiebepassage der Tour mit knapp 400 Höhenmetern einstellen.

Heidelberger Hütte: lässt der Regen nach?

Start der Schiebepassage kurz nach der Heidelberger Hütte

Auf dem Plateau könnte man bei trockenen Bedingungen ein paar Meter fahren
Die "Ankunft am Fimberpass" sah dann anders aus als auf der Homepage von Andreas.

Fimberpass: die letzten Meter sind fahrbar
Gerade mal 4°C, Nieselregen und kräftiger Wind trieben uns in die restlichen Regenklamotten und den anspruchsvollen Trail ins Val Chöglias hinunter.

Fimberpass: Vorbereiten auf die Abfahrt

Singletrail ins Unterengadin
Während Dirk, Jürgen, Sascha, Andreas und Stephan den größten Teil gefahren sind, zogen Olli und ich das Schieben vor. Das Risiko war auf dem steilen, schmierigen Trail für meine Fahrkünste einfach zu groß (da muss ich nochmal hin, wenn es trocken ist). 600 hm tiefer bei der Alm Chöglias trafen wir wieder zusammen.

Alp Chöglias
Anschließend ging es über einen ruppigen Weg mit Tempo hinunter nach Griosch. Weiter ging es in Richtung Vna. Kurz vor dem Örtchen zweigt rechts ein toller Singletrail ab, der mit etlichen Stein- und Wurzelstufen hinunter bis zur Brücke geht, die uns zum alten Kurhaus führte.

Trail im Val Sinestra
Ein kurzer Gegenanstieg und eine lange anschließende Abfahrt brachte uns bis nach Sent im Unterengadin, ein wunderschönes Örtchen mit reichlich Häusern, die mit Sgraffito verziert sind. Die Muster werden dabei direkt in den Putz gekratzt. Und endlich Mittagspause!

Rast in Sent
Es gab mal wieder Nudeln, Apfelschorle, Rivella rot und Gulaschsuppe, wir hatten ja noch die 900 hm bis zum Pass da Costainas vor uns. Die Sonne kam wieder heraus und begleitete uns für den Rest des Tages. Gemütlich rollten wir nach dem Essen nach Scuol. Dort versorgten wir uns noch im örtlichen Supermarkt mit Riegeln und Bananen. Über eine atemberaubend hohe Brücke ging es über den Inn auf die Südseite des Engadin.

Innbogen in Scuol
Eine mäßig steile Straße führte uns durch ein malerisches Gebirgstal bis nach S-charl, einen alten Bergwerksort, in dem früher Silber gefördert wurde.

S-charl: am Dorfbrunnen finden sich alle wieder zusammen
Und es wurde immer schöner, der Weg führte weiter hoch bis zur Alp Astras, und wurde zu einem richtig geilen, sanft ansteigenden Singletrail, der uns in Windeseile bis zum Pass da Costainas brachte. Für mich war das der Top-Trail der Tour.

Traumtrail zum Pass da Costainas

Jürgen Schottenhamml am Pass da Costainas
Damit war der Tag, was Höhenmeter betrifft, erledigt. Wir konnten uns auf den anschließenden Downhill auf einer ausgewaschenen Forststraße freuen. Unsere Experten fuhren mal wieder alles runter, Olli und ich zogen bei 2 Passagen das Schieben vor. Wenig später rollten wir in Lü ein, mit Blick auf den König der Südtiroler Berge, den Ortler (3905m).

Lü mit Ortler
Mama Lü verwöhnte uns dann in der Pension Hirschen mit Bergen von Nudeln, Salat und Nachtisch (Strudel mit Vanillesoße). Wir ließen den Tag bei einigen Weizenbierchen ausklingen.
Übernachtungstipps
Lü
Pension Hirschen - Telefon: +41 81 858 51 81 http://hirschen-lue.ch/

Tschierv
Hotel Al Rom: Direkt an der Ofenpass-Straße gelegen. Bei Ankunft kann das Fahrrad gereinigt und über Nacht in der abschließbaren Bikegarage abgestellt werden. Wäscheservice (kostenpflichtig).
Hotel Al Rom in Tschierv im Münstertal
4. Tag: Val Mora, La Baita
Strecke: 76,3 km, 1790 hm
Lü - Tschierv - Fuldera - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Bormio - Le Prese - Val di Rezzalo - La Baita
- 5 %: Straße
- 38 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 45 %: Feldweg, Schotter
- 12 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 03-ALR-Bodenalpe-Tschierv.gpx (von Lü bis Tschierv)
- GPS-Track: 04-ALR-Tschierv-Grosio.gpx (von Tschierv bis Torri di Fraele)
- GPS-Track: 04-var-ALR-Torri-di-Fraele-Bormio.gpx (von Torri di Fraele bis Le Prese)
- GPS-Track: 05-ALR-Grosio-Pezzo.gpx (von Le Prese bis La Baita)
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

Herrliches Wetter begrüßte uns am Morgen. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es erst mal bergab ins Münstertal. Ein Stück nach Osten und schon begann der Schotteranstieg in das traumhafte Val Mora, 600 hm am Stück. Jeder fand sein Tempo. Nach einer guten Stunde trafen wir uns an einer Alm wieder.

An der Alp Praveder gibt es eine Wasserstelle - perfekt, um zu warten, damit die Gruppe wieder zusammen kommt
Nächster Halt ist am höchsten Punkt, dem Döss Radond.

Dirk hat das leichteste Bike dabei und ist zuerst am Döss Radond
Wir wartetn, bis alle Mitglieder unsere Gruppe nach und nach eintrudelten.

Mittlerweile hatte sich auch eine Gruppe eines Alpencross Veranstalters genähert, die sich aber als recht inhomogen herausstellte. Während einige ihre überschüssige Energie beim Turnen mit den Bikes auf den herumliegenden Felsbrocken loswerden mussten (unter kräftigem Geläster unserer Gruppe), quälten sich noch etliche Nachzügler den Berg hinauf. Wir beeilten uns, um vor ihnen den Trail nach Italien zum Lago di Cancano zu fahren. Doch zunächst ging es auf traumhafter Piste leicht abfallend das Val Mora hinunter.

Val Mora
Später wird aus der Schotterpiste ein Wiesentrail.

Val Mora
Der Weg wird immer spannender.

Trail durch Krüppelkiefern im Val Mora
Streckenweise mussten wir schieben, aber der Rest war pures Vergnügen.

Val Mora - Trail durch die Schutthalden
Schließlich passieren wir am Passo Val Mora die grüne Grenze nach Italien und sind an den Stauseen oberhalb von Bormio.
Lago di Cancano
An einer sehr schön am Lago gelegenen Gaststätte kam dann die Enttäuschung, es gab nichts mehr zu essen! Kohlenhydrate mussten her, also nichts wie weiter. Aber zuerst mussten wir an den 2 Stauseen entlangfahren, die Straße war zwar recht langweilig und ziemlich befahren, die Ausblicke dagegen auf die Stilfserjochregion fantastisch.
Eindrucksvolle Aussicht am Rifugio Monte Scale
Nach einer kurzen Pause bei den Torri di Fraele ging es über den gleichnamigen Pass in unzähligen Serpentinen hinunter nach Bormio. Der Pass wurde übrigens für die Lastwagentransporte zu den Stauseen angelegt.
Torri di Fraele: Blick auf Serpentinenstrecke - in Richtung Bormio ist man auf der 6-Tage-Route
Vor Bormio noch fanden wir ein Restaurant, in dem wir unsere Apfelschorle und die heißbegehrten Nudeln bekamen. Von Bormio aus ging es dann erst mal bergab Richtung Sondrio. Die Strecke verläuft flussabwärts fast durchgängig auf schönen Radwegen entlang der Adda.

Sentiero Valtellina: perfekter Zubringer. Verläuft inzwischen fast durchgängig als Radweg abseits der Straße von Bormio bis an den Comer See.
Vom Radweg zwischen Aquilone und Le Prese sieht man noch die Spuren des gewaltigen Bergrutsches im Tal der Adda, der im Jahr 1987 dazu führte, dass der Gaviapass asphaltiert wurde, da die normale Zufahrt nach Bormio verschüttet war.

Valdisotto bei Aquilone: Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (detaillierte Infos dazu hier)
Der übliche starke Gegenwind in den Nachmittagsstunden ließen unsere Windschattenfahrerei dann doch auseinanderfallen. Bei der Ankunft in Le Prese war ich dann ziemlich platt, und hatte wenig Lust auf die folgenden 850 hm zu unserer Hütte im Val Rezzalo. Eine Rast tut not.

Le Prese
Wir rasteten in dem typisch italienischen Dorf an der Bar "Ai Cacciatori". Die ist jeden Tag von frühmorgens bis spätabends geöffnet und wird von den Einheimischen ordentlich frequentiert. Das konnten wir feststellen, als wir Kräfte für den Schlussanstieg des heutigen Tages sammelten.
Die ersten 500 hm auf Teer bis Fumero waren dann doch in gut einer Stunde geschafft.

Auffahrt von Le Prese nach Fumero
Bei der anschließenden Schiebepassage (15% Steigung auf groben Steinplatten, da schiebt es sich genauso schnell wie es sich fährt) traf ich mich wieder mit Olli und Sascha. Die Hütte "La Baita" entpuppte sich als sehr liebevoll hergerichtete Alm, mit einem schönen Gastraum und einfachen, aber neuen und sauberen Schlafzimmern. Der Wirt Alessandro begrüßte uns herzlich und verwöhnte uns mit Salat, Nudeln, Nachspeise, Käse und Schnaps.
Übernachtungstipp:
- La Baita: Telefon: +39 340 795 3688 (Alessandro spricht deutsch), www.rezzalovacanze.com
La Baita liegt etwas oberhalb der Kirche San Bernardo
Danke caro amico Alessandro für das Paradies, dass du mit La Baita geschaffen hast!
5. Tag: Königsetappe - Passo dell'Alpe, Gaviapass, Passo Tonale, Madonna di Campiglio
Strecke: 82,9 km, 2550 hm
La Baita - Passo dell' Alpe - Gaviapass - Pezzo - Passo Tonale - Ossana - Dimaro - Madonna di Campiglio
- 31 %: Straße
- 18 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 42 %: Feldweg, Schotter
- 9 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 05-ALR-Grosio-Pezzo (von La Baita bis Pezzo)
- GPS-Track: 06-var-ALR-Tonalina.gpx (von Pezzo bis zur Tonalestraße)
- GPS-Track: 06-var-ALR-Passo-Tonale.gpx (von Tonalestraße über Passo Tonale bis Fucine)
- GPS-Track: 06-ALR-Pezzo-Madonna.gpx (von Fucine bis Madonna di Campiglio)
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

Der Tag begann schrecklich für mich. Ich hatte gerade mal eine Stunde geschlafen, und das vor der Königsetappe. Laut Andreas ein paar Kilometer weniger als gestern, und ein paar Höhenmeter mehr. Es wurden dann mehr als 2500 hm und knapp 90 Kilometer! Doch die Kameraden munterten mich auf und sparten nicht mit guten Ratschlägen (Streichhölzer zwischen die Augenlider). Nach 5 Tassen Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Alessandro. Nach einer kurzen Einrollstrecke folgten die ersten steilen Rampen.
Serpentinen der alten Militärpiste
Mit Fahren war recht bald Schluss. Ein steiler, steiniger Weg zwang uns zum Schieben, was für die nächsten 400 Höhenmeter mehr oder minder anhielt.

Schieben bis zum ersten Plateau bei Saleit

Saleit: kurze fahrbare Abschnitte
Der Talschluss war dann auch der Passo del Alpe (2463 m). Die letzten paar Meter sind wieder fahrbar.

Trail am Passo dell'Alpe
Das obligatorische Beweisfoto am Pass.

Über einen tollen Trail ging es hinunter zur Nordrampe des Gaviapasses. Hier warteten noch ca. 350 hm bis zum Pass auf uns, die wir, jeder in seinem Tempo, zügig hinter uns brachten. Im Gegensatz zum einsamen und stillen Val Rezzalo war hier die Hölle los. Massen von Motorrädern jagten knapp an uns vorbei den Berg hinauf, das war echt nervig.
Ponte dell'Alpe an der Gaviapass-Straße
Schöne Ausblicke gab es allerdings auf die gewaltigen Gletscher und umliegenden Dreitausender.
Dosegu-Gletscher vom Rifugio Berni aus zu sehen
Auf dem Pass war es dann ziemlich voll, Heerscharen von Radfahrern stärkten sich nach der langen Auffahrt, wir beeilten uns, nach einer kurzen Rast schnell wieder loszufahren.
Gaviapass: Rast am Rifugio Bonetta
Nach dem Umbau in den 1990er Jahren präsentierte sich die Südrampe jetzt asphaltiert, wir konnten die 1300 hm bergab bis Pezzo zügig zurücklegen, mit guter Sicht auf die Adamello-Gruppe.
Bei der Abfahrt hat man tolle Ausblicke auf die Adamello-Presanella-Gruppe
Kaum waren wir unten, stand schon die nächste Bergauf-Passage auf dem Programm, der Passo de Tonale mit 500 hm, leider auch eine Hauptstraße mit entsprechendem Verkehr.

Ponte di Legno: hier beginnt die Auffahrt zum Passo Tonale auf der Straße
Oben auf dem Pass genehmigten wir uns erst mal einen Cappuccino.

Passo Tonale: rechts vom Schild ist gleich die Kaffeestube
Weiter ging es talabwärts über einen tollen Forstweg mit etlichen kleinen Sprüngen hinunter nach Dimaro.
Abfahrt auf der alten Tonalestraße (Schotterpiste) in Richtung Baita Velon
In Dimaro setzte erst mal die Suche nach einem ordentlichen Restaurant ein. Für die noch anstehenden 900 hm hinauf nach Madonna di Campiglio wollten wir uns mit Nudeln und nicht mit Sandwiches stärken. Schließlich fanden wir eine Pizzeria. Zusammen mit einem Powerbar als Vorspeise und einer Apfelschorle zum hinunterspülen fühlten wir uns fit genug für die letzte Etappe. Im Val Meledrio verläuft der Schotterweg, der bis hoch zur Malga Mondifra führte.

Pfad entlang des Canyons des Torrente Meledrio
Steigungen von 7 bis 15% forderten noch mal alles von uns. Ab der Hälfte zog ich allerdings das Schieben vor, da auch Regen einsetzte, der immer heftiger wurde. Ein Blitz schlug vielleicht gerade mal 150 m entfernt von uns ein. Bei Dauerregen liefen wir im Hotel Arnica ein und konnten unsere Klamotten erst mal im riesigen Heizungskeller des Hotels aufhängen. Mit den trockenen Klamotten mussten wir dann nur noch über die Straße in unser Restaurant, um die wohlverdienten Pizzen und Nudeln zu genießen. Das Gewitter hatte sich inzwischen verzogen und die Abendsonne leuchtete. Danach hatten wir noch einen unterhaltsamen Abend in der Hotelbar, bei der wir unsere Flüssigkeitsbilanz des Tages mit Hefeweizen wieder ausgleichen konnten.

Zum Abendessen ein paar Meter gegenüber ins Hotel Ariston
Übernachtungstipps
Madonna di Campiglio
Hotel Arnica
38086 Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa 32
tel 0039-0465-442227
Chef ist Matteo, mitten im Zentrum, Supermarkt in der Nähe
Die Albrecht-Route ist inzwischen in Madonna di Campiglio im Sommergeschäft ein schöner Nebenerwerb, nicht nur für das Hotel Arnica
Hotel Vidi
Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa, 50
TEL: 0039-0465-443344
Bed and Breakfast, mit Sauna und Restaurant, zentral gelegen, Supermarkt in der Nähe
Garage, Möglichkeit für Reparaturen und Bikewäsche, Wäscheservice für Bikeklamotten
Garni dello Sportivo
Madonna di Campiglio, Via Pradalago, 29
Tel.: 0039-0465-441101
Im Zentrum von Madonna di Campiglio, an der Seilbahn Pradalago. Sehr gutes Frühstücksbuffet. Sichere Bike-Garage. Wäsche-Service.
Famiglia Stefani
6. Tag: Die Belohnung - bei schönem Wetter zum Gardasee
Strecke: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Passo del Gotro - Albergo Brenta - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Cure - Passo Ballino - Tennosee - Villa del Monte - Tenno - Deva - Riva - Torbole
- 27 %: Straße
- 36 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 31 %: Feldweg, Schotter
- 6 %: Trail, Pfad
- GPS-Track: 07-ALR-Madonna-Torbole.gpx
Übersichtskarte
magenta: damals gefahrene Variante 6 Tage mit Hüttenübernachtung La Baita
schwarz: aktuelle Hauptroute

Aktuelles Höhenprofil

Wunderschönes Wetter begrüßte uns am Morgen. BeimFrühstück lernten wir, was es heißt, sich gegen eine andere hungrige Bikergruppe am Frühstücksbuffet durchzusetzen. Zum Glück hatte das Hotel immer neue Highlights in scheinbar unbegrenzten Mengen zu bieten. So wurden alle doch noch satt.
Schönes Wetter beim Start zur letzten Etappe
Nach einem kurzen Fahrradcheck ging es dann sanft bergab, bis wir in einem Waldweg eintauchten. Kurze Zeit später standen wir am Rifugio Cascate vor dem Wasserfall, ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Cascata di Mezzo - Rifugio Cascate
Nach einer kurzen Rast waren erst mal wieder 400 hm am Stück zum Lago d'Agola angesagt.

Lago d'Agola
Am malerischen See stärkten wir uns bei herrlichem Wetter erst mal mit ein paar Riegeln, bevor wir den steinigen, zunächst völlig verblockten Anstieg zum Bärenpass in Angriff nahmen. Aber vorher schickten wir noch einige hochmotivierte Biker mit "alles fahrbar" in die Steinwüste, wo sie nach wenigen Metern doch zum Absteigen gezwungen wurden.
Schiebepassage auf der Wiese
Der Anstieg zum Bärenpass entpuppte sich zuerst als sehr steile Almwiese, die dann in einen ebenso steilen, schmalen Wurzelweg überging. Sascha hätte am liebsten sein Bike weggeschmissen, der Trail forderte selbst beim Schieben volle Konzentration.

Gleich geschafft! Nur noch weniger Meter bis zum Bärenpass
Passo Bregn de l'Ors oder Bärenpass
Doch die Schieberei wurde dann oben mit einem Spitzentrail abwärts belohnt.
Trail vom Passo del Gotro zur Malga Movlina
Rasant ging es im Val Algone abwärts ins Sarcatal. Auf dem Weg nach Stenico blies uns der Gegenwind ins Gesicht. Dort machten wir erst mal eine kurze Rast am Brunnen. Ich wechselte mal wieder die Bremsbeläge und dann stand uns nur noch der Anstieg zum Passo Ballino bevor. Da zog sich unser Feld recht auseinander. Auf der Passhöhe fanden wir uns wieder zusammen.
Passo Ballino: der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer
Vom Passo Ballino ging es dann nur noch bergab. Schnell war der Tenno-See passiert und über die alte Straße nach Riva ging es flott in Serpentinen hinunter.

Lago di Tenno in seiner ganzen Pracht
Und dann sahen wir das erste Mal den Gardasee von oben.

Sechs Tage nach dem Start in Garmisch am Lago di Garda

Lago in Sicht - der rechte Anlass für ein Gruppenbild
Ein letzter Stopp für ein Gruppenfoto, und wenige Minuten später rollten wir am Ufer des Gardasees in Riva ein.

Riva
Nach etlichen Erinnerungsfotos machten wir uns auf das letzte Stück Weg.

Entlang des Gardasees nach Torbole
Der Uferweg ist das beliebte Geschicklichkeitsfahren von Riva nach Torbole. Endpunkt der Transalp ist an der Strandbar. Dort wartete dann auch der letzte Höhenmeter auf uns, die Treppe zur Terrasse. Jetzt erst mal ein Weizen.

Ankunft in Torbole
Und für Jürgen und Sascha ging's mit den Erfrischungen im Hotelpool weiter.

Prost!
Übernachtungstipps
Torbole
Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
Villa Stella in Torbole
Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it
Rückreise per Rad und Bahn
Nachdem es am Freitagabend noch geregnet hatte, war für den Samstag nichts Gutes vorauszusehen. Doch der Wettergott hatte ein Erbarmen, blauer Himmel und sommerliche Temperaturen machten uns, Andreas, Sascha, Stefan und mir, den Abschied schwer. Jürgen, Oliver und Dirk blieben noch am Gardasee, um mit ihren Frauen noch ein paar Tage in südlicher Sonne zu verbringen. Wir restlichen machten uns über Nago auf den Weg nach Rovereto, nicht ohne vorher in der Cantina Valli di Zugna in Mori noch eine Flasche Rosso Reale (mmh!!!) einzupacken. Der Rucksack wog jetzt 7,5 kg, was soll's. Die Räder wurden in den Zug gepackt, und wir konnten uns es erst mal bequem machen. Am Brenner war dann schnelles Aussteigen angesagt, die Trinkflaschen noch rasch gefüllt, und unser Bahnvierer startete zum Downhill nach Innsbruck. Je nach vorhandener Kraft wurde die Führungsarbeit verteilt, im Windschatten bei Gegenwind kamen wir auf der Geraden auf ca. 30 km/h, in den Gefällestrecken bis über 50 km/h. Nach exakt 66 Minuten war Innsbruck-Hauptbahnhof erreicht, wo die Mannschaft gleich den M-Preis enterte, und mit Wurstbroten und Hähnchensandwich, Andreas sogar mit einem ½ Hähnchen wieder erschien. Bei der anschließenden Zugfahrt wurde alles in Windeseile verzehrt. In Garmisch war dann die Fahrt zu Ende, aber schon beim Einladen des Bikes war für mich klar: Nächstes Jahr gibt es wieder eine Transalp! Es war ein einzigartiges Erlebnis. Eine homogene und gutgelaunte Gruppe und ein souveräner Andreas, der in jeder Situation alles im Griff hatte und stets motivierende Worte fand, wenn die Steigung mal wieder etwas länger andauerte, machten diese Transalp zu einem großen Vergnügen!
Konkret sieht die Rückfahrt per Bike und Bahn so aus:
Strecke in zwei Abschnitten: ca. 60 km, ca. 300 hm
- mit dem Rad von Torbole nach Rovereto: ca. 20 km, ca. 300 hm
Radweg ist sehr gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen
GPS-Track: Radweg-Torbole-Rovereto.gpx
Download: hier klicken - mit dem Regionalzug bis Brenner, ggf. mit Umsteigen in Bozen
- mit dem Rad vom Brenner - Innsbruck: ca. 39 km, ca. 10 hm
GPS-Track: Brenner-Innsbruck.gpx
Download: hier klicken
bei schlechtem Wetter mit Regionalzug bis Innsbruck - per Regionalzug z.B. Innsbruck - Garmisch - München
- per Regionalexpress oder ICE weiter nach Hause
Blick von Nago zurück auf den Gardasee
Übersichtskarte Radweg Torbole - Rovereto

Übersichtskarte Brenner - Innsbruck

Shuttle, Gepäck:
Folgende deutschsprachige Anbieter organisieren einen Rücktransport vom Gardasee und auf Anfrage teilweise auch einen individuellen Gepäcktransport auf der Strecke
- www.bikeshuttle.it: mit Sitz in Mals am Reschenpass - Tel: 0039-320-3114552
- www.bikeshuttle.at: mit Sitz in Nauders am Reschenpass, TRANSALP-HOTLINE: 0043-664-1217050
Ein besonders toller Service wird hier angeboten.
PKW-Überführung vom Start- zum Zielort: www.transalp-shuttle.com Tel: 0043-676-6877008
Das klappt bestens, wie ich selber mehrfach erleben durfte. Rechtzeitige Anmeldung ist sinnvoll. Sie sind in der Sommersaison schnell ausgebucht.
Außerdem gibt es direkt vor Ort in Torbole noch folgenden Anbieter:
- Shuttle Express Andre Conti (spricht sehr gut deutsch) - Kleinbus für 8 Personen mit Klimaanlage, auch Transalpshuttle:
Sitz: Torbole sul Garda - Tel.: +39 329 1635392
Vorsicht bei preisgünstigen Shuttleanbietern
Da sollte man sich im Vorfeld über die Modalitäten, Fahrzeuge und Ziele erkundigen.
Albrecht-Route mit Kindern
- Details
- Erstellt: Montag, 22. Februar 2016 13:41
- Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 04. Dezember 2022 11:56
- Geschrieben von Andreas Albrecht
- Zugriffe: 46299
Kaum zu glauben, was Mirjam und Andreas zusammen mit ihren Kindern auf Albrecht-Routen unternehmen.
Mirjam und Andreas fahren mit ihren 3 Kindern seit Jahren auf Transalp-Routen von mir. In den letzten Jahren habe ich jeweils Routen nach ihren Wünschen zusammengestellt. Diesmal war es eine Albrecht-Route XL in 11. Etappen mit 695 km von München an den Gardasee.
Länge: ca. 670 km
Höhenmeter: ca. 15.930 hm
Doch seht selbst:
Übersichtskarte

Lassen wir Mirjam zu Wort kommen, wie die Tour entstanden ist:
Lieber Andreas,
so, wir haben erneut eine Transalp mit Kindern genossen. Herzlichen Dank für deine Vorschläge, die wir alle inkorporiert haben und dadurch eine E-Transalp-XL gefahren sind (11 Tage, ca.670 km, ca. 16.000 Hm). Deine Tipps waren hervorragend (mit Osmand war das Einlesen deiner Tracks kein Problem) und wir hatten auch gutes Glück (traumhaftes Wetter, keinerlei relevante Defekte (trotz 3 E-Bikes, davon 2 Tandems), keinerlei Stürze (trotz 11-Jähriger Tochter) und auch sonst ist es einfach „geflutscht“ trotz geringer Vorbereitungsmöglichkeit. Inzwischen werden wir unterwegs regelmäßig angesprochen: „Ihr seid doch die von Youtube“. Das motiviert v.a. die Kinder sehr.
Konkret war die Route (durchgehend jeder Zentimeter auf deinen Tracks):
Start in München wie München-Venedig.
Dann ab über den Walchensee wie München-Meran.
Dann ab Ehrwald auf eMTB-Albrecht-Route.
Ab Lago Cancano über Passo Trela nach Livigno und zurück über Passo Alpisella. Dann wieder eMTB-Route.
Dann Montozzo-Scharte (entlang Original-Albrecht-Trail, also nicht die auch sehr schöne eMTB-Variante über Alta Via Camuna, die wir letztes Jahr gemacht haben).
Dann wieder eMTB-Route bis Val d'Algone.
Dann am Ende Val Algone über den Idrosee, Bondone, Bocca Caplone, Monte Caplone, Tremalzo, Riva. Dort mit Canyoning und Stand-Up-Paddling etc. diesmal mal richtig längeren Urlaub.
1. Tag: München - Bad Tölz
2. Tag: Bad Tölz - Leutasch
3. Tag: Leutasch - Rifenal
4. Tag: Rifenal - Scuol
5. Tag: Scuol - Santa Maria
6. Tag: Santa Maria - Livigno
7. Tag: Livigno - Grosio
8. Tag: Grosio - Passo Mortirolo - Ponte di Legno
9. Tag: Ponte di Legno - Montozzo-Scharte - Dimaro
10. Tag: Dimaro - Bärenpass - Idrosee
11. Tag: Idrosee - Caplone -Tremalzo - Riva
Hier auch der Bericht der Familie in Textform:
Angefangen hat es mit ihren Kleinkindern im heißen Sommer 2010. Da sind sie gemeinsam auf der Albrecht-Route unterwegs gewesen. Und das mit Mountainbike und Trekking-Kinderwagen. Doch lest selbst, was die vier erlebt haben.
Und sie tun es immer wieder:
Getoppt wird das Ganze noch, was Jens und Jana Steingässer mit ihren 4 Kindern erlebt haben. Die zwei härtesten Übergänge (Heilbronner Hütte und Fimberpass) als Aufgalopp. Danach fühlt sich der Pass da Costainas wohl als reine Erholung an.

Und dazu das Video in YouTube
Albrecht route english
- Details
- Erstellt: Sonntag, 21. Februar 2016 11:50
- Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13. Oktober 2021 21:39
- Geschrieben von Andreas Albrecht
- Zugriffe: 66017
translated by Katie Stephens
Trailer DVD Abenteuer Alpencross 2 - Transalp auf der Albrecht-Route - © Sebastian Runschke and Roland Schymik - SERU Film
route:
Garmisch- Fernpass - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Galtür - Ischgl - Fimberpass - Scoul - Passo Costainas - St. Maria - Val Mora - Passo Verva - Grosio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Ponte di Legno - Montozzo - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee
distance: 487 km
meters of ascent (moa): 11.921 hm
stages (7): km, moa
day 1: 79 km, 849 moa
Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - Fern-Pass - Schloss Fernstein - Strad - Imst - Landeck
day 2: 78 km, 2240 moa
Landeck - St. Anton am Arlberg - Verwall-Tal - Heilbronner Hütte - Galtür - Ischgl - Fimber-Tal - Bodenalpe
day 3: 68 km, 1996 moa
Bodenalpe - Fimber-Pass - Vna - Sent - Scoul - S-charl - Pass da Costainas - Lü - St. Maria im Münstertal
day 4: 73 km, 1503 moa
St. Maria im Münstertal - Val Mora - Lago Cancano - Arnoga - Passo Verva - Eita - Grosio
day 5: 50 km, 2254 moa
Grosio - Le Prese - Fumero - Val di Rezzalo - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Ponte di Legno
day 6: 64km, 2217 moa
Ponte di Legno (Precasaglio) - Pezzo - Montozzo - Pejo - Fucine - Dimaro - Madonna di Campiglio
day 7: 75 km, 862 moa
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Villa Banale - Sarche - Arco - Torbole
hint: here the Albrecht-Route is described how we rode it in 2004. Since then I developed the route slighty to avoid tarmac roads. See the differences on the map and profiles.
little helpers to find the right way
GPS-tracks, scanned maps, TOPO-map on mico-SD-card for Garmin GPS devices, DVD for the current route: see Webshop












