4. Tag: Durchs Tinnetal auf die Villanderer Alm
Strecke: 67,4 km, 2188 hm
Klausen - Tinnetal - Gasthaus Mühlele - Abzweig Latzfons - Obergruber Hof - Jochalm - Stöffl Hütte - Mair in Plun - Gasteiger Sattel - Feltuner Hütte - Pemmern - Riggermoos - Oberbozen - Erdpyramiden - St. Magdalena - Bozen - Bivio Kaiserau - Frangart - Eppan - Kaltern
- 2 %: Straße
- 61 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 33 %: Feldweg, Schotter
- 4 %: Trail, Pfad (S1, max. S2)
- Schiebepassage: ggf. Stufen bei den Erdpyramiden
- GPS-Track: 4-TirolJoch-Klausen-Kaltern.gpx
siehe auch Varianten Oberbozen - Bozen: Hinweise im Tourbericht, eingezeichnet auf Übersichtskarte und separater Karte Oberbozen - Bozen
- GPS-Track: 4-Var1-Oberbozen-MariaHimmelfahrt.gpx
- GPS-Track: 4-Var2-Bozen-ruhige-Durchfahrt.gpx
Übersichtskarte
schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)


Der Morgen ist klar und frisch. Das brauche ich eigentlich nicht extra zu betonen, es versteht sich bei dieser Tour von selbst.

Klausen: Start bei Traumwetter zu einer eindrucksvollen Etappe über die Villanderer Alm
Als Morgenprogramm steht die ellenlange Auffahrt zur Stöffl Hütte auf dem Programm.

Der Tinnebach mündet unweit des Ortskerns von Klausen in die Etsch.
Durchs Tinnetal geht es stetig bergan.

Lange Auffahrt durchs einsame und im unteren Teil wildromantische Tinnetal
Dabei fahren wir auf kaum befahrenen Nebensträßchen bis zum Wanderparkplatz in der Nähe der Jochalm.
Schloss Garnstein im Tinnetal
Ich kenne die Strecke, verfahren kann man sich kaum. Wir vereinbaren unterwegs zwei Treffpunkte. Auf einer so langen Steigung muss jeder in seinem Tempo fahren, da zieht sich die Gruppe unweigerlich auseinander. Das stellt aber überhaupt kein Problem dar. Die Ersten hetzen nicht, die Letzten jammern nicht.

Latzfons schon weit unten im Tal, aber es ist schon noch ein Stückcken bergauf bis zum Rastpunkt Jochalm Käserei. Im Hintergrund grüßen die Dolomiten in ihrer ganzen Pracht.
An der Jochalm treffen wir wieder zusammen, kurze Brotzeit, Wasser fassen.
Die Jochalm Käserei liegt auf 1960 m Höhe - das sind gut 1400 Höhenmeter ab Klausen. Eine Rast tut gut und not.
Frisch gestärkt erreichen wir die Hochebene der Villanderer Alm.

Bei klarem Wetter hat man einen Traumblick hinüber zu den Dolomiten. Rechts ist schon die Stöffl Hütte zu sehen.
Mittagspause machen wir an der Stöffl Hütte. Die erreichen wir gemeinsam. Sie liegt oberhalb der Baumgrenze. Wenn man seine Transalptour anders plant - das wäre auch ein toller Ort zum Übernachten.

Stöffl Hütte auf der Villanderer Alm
Bei der ausgedehnten Mittagsrast zieht Hochsommerdunst auf. Wir beratschlagen, wie weit wir heute wohl noch kommen werden. Die Villanderer Alm ist eine wellige ausgedehnte Hochebene, so dass noch einige Abfahrten und Gegenanstiege zusammenkommen.
Villanderer Alm - Blick in Richtung Norden mit Stöffl Hütte und Kassianspitze
Bei Bedarf kann man eine weitere Rast zum Beispiel an der ebenfalls traumhaft gelegenen Hütte Mair in Plun einlegen.

Hütte Mair in Plun: perfekter Rastpunkt mit Panorama in die Dolomiten
Am Rittner Horn vorbei gibt es ein paar zähe Gegenanstiege. In der schwülen Sommerhitze laugt das schon aus.
Gasteiger Sattel: wenn die Luft raus ist, muss man halt schieben
Weiter geht die Fahrt auf dem Hochplateau via Gasteiger Sattel am Ritten vorbei in Richtung Oberbozen. Die Panoramafahrt entschädigt einen für die Mühen der vorangegangenen Anstiege. Die Insellage der Sarntaler Alpen macht diesen überwältigenden Rundum-Balkonblick über einen riesigen Bogen des Alpenraumes möglich. Viel beeindruckender als auf der berühmteren Seiseralm.

Bei guter Sicht immer mit tollem Panorama auf die Dolomiten mit Sella, Schlern und Rosengarten auf der einen Seite (Bild oben), auf der anderen Seite ins Herz der Alpen über die Texelgruppe bis hin zum Ortlergebiet am Stilfser Joch. (Bild unten).

Über Pemmern und Riggermoos suchen und finden wir dann so weit als möglich schöne Waldwege und Trails bis nach Oberbozen.
- Achtung: in Oberbozen dringend Bremsen und Bremsbeläge checken - hinunter nach Bozen gibt es bergab sehr steile Abschnitte. Alternativ dazu gibt es die Abfahrt ab Oberbozen auf empfohlener Radstrecke über Maria Himmelfahrt: siehe separate Karte und GPS-Track: 4-Var1-Oberbozen-MariaHimmelfahrt.gpx
Übersichtskarte zu den Varianten zwischen Oberbozen und Bozen, die mit GPS-Daten hinterlegt sind

Für die Hauptroute hinunter nach Bozen finde ich bei der Erstbefahrung fast schon instinktiv eine interessante Strecke. Sie eröffnet einen Blick auf die geologische Besonderheit der Erdpyramiden. Diese entstehen als Folge der Vergletscherung in den Eiszeiten im lehmigen Schutt der Endmoränen. Da liegt dann eine Steinplatte quer und verhindert dadurch, dass das darunter liegende Erdreich weggespült wird. Nach und nach entstehen so kleine Parks aus sehr spitzen Pyramiden.

Erdpyramiden bei der Abfahrt von Oberbozen
Später verlauft der Weg abschnittsweise weiter als sehr steiler Pfad durch die Weinberge.

Tief unten im Tal fließt die Eisack. Sie mündet bei Bozen in die Etsch.
Bozen erreichen wir nach einer letzten 25%-steilen Abfahrt von St. Magdalena ins Zentrum. Hier ist es drückend heiß. Es gibt viel Trubel bei der Durchfahrt durch das quirlige Bozen. Wer Bozen schon kennt und den Trubel im Stadtzentrum nicht mag, fährt die ruhige Variante (GPS-Track: 4-Var2-Bozen-ruhige-Durchfahrt.gpx) und erfreut sich dabei an den ausgezeichneten Radwegen in Bozen (siehe dazu auch die separate Karte).

Bozen: nach der steilen Abfahrt von Oberbozen ist man in Südtirols Hauptstadt voll im Touristengewimmel. Wem das nicht behagt, für den ist die ruhigere Variante für die Fahrt durch Bozen die richtige Wahl. Dabei passiert man : Mündung der Talfer in die Eisack (Bild unten).

Wir machen im Schatten eine Eispause und beschließen, heute noch weiter bis Kaltern zu radeln. Die paar Höhenmeter fahren sich auf dem gut ausgebauten Radweg kinderleicht. Von Frangart über Eppan bis Kaltern wurde der Radweg auf der alten Bahntrasse angelegt. Das ergibt eine angenehme, gleichmäßige Steigung.

Blick vom Radweg auf der alten Bahntrasse über Frangart ins Etschtal Richtung Meran
Ohne größeres Suchen finden wir in Kaltern eine Unterkunft.

Das Etappenziel in Kaltern erreicht man nach einer entspannten Fahrt auf den bestens ausgeschilderten Radwegen in Südtirol.
Morgen werden wir Südtirol verlassen. Wie? Natürlich über ein Joch - das Grauner Joch.
Einkehrtipps:
- Gasthof Mühlele: Dienstag Ruhetag - Telefon: +39 0472 54515
- Notvariante Latzfons (abseits der Hauptroute auf Stichweg nach ca. 1,5 km zu erreichen): Gasthof Weißes Kreuz: Dorfstraße, 6, 39043 Latzfons, Telefon: +39 0472 545184
- Jochalm Käserei: Sagschmöl, 39043 Latzfons BZ, Telefon: +39 328 8883118
- Stöffl Hütte: Villanderer Alm, Telefon: +39 338 73 19 464
- Mair in Plun: Villanderer Alm, Telefon: +39 335 474625 - mein Tipp
- Feltuner Hütte: Hornweg, 2, 39054 Rittnerhorn, Telefon: +39 0471 352777
- Bozen: diverse Restaurants und Bars
- Frangart: Radstation am Radweg nach Kaltern; Sepp-Kerschbaumer Str. 11 G, 39057 Frangart, Telefon: +39 335 485555
Radshops:
Übernachtungstipps:
- Tourismusverein Kaltern am See - Tel. +39 0471 963169 www.kaltern.com
Weitere Einträge nehme ich gern auf. Anmelden bzw. Kontaktaufnahme über Kontakt oder die Angaben im Impressum.
Hinweise zu anderer Einteilung der Etappen
- auf Stöffl Hütte übernachten, nur bei gutem Wetter, ggf. reservieren
Not- bzw. Schlechtwettervarianten
- mit Taxi-Shuttle nach Latzfons (auf Nebenstraße ca. 1,5 km bis Hauptroute) oder bis Gasserthütte (von hier ca. 1,2 km auf Forstpiste bis Mair in Plun)
Bus & Taxi Niederstätter in Villanders: Telefon Büro +39 0472 843266 mobil +39 335 660 9913 www.niederstaetter.eu - bei Regen ab Oberbozen mit Ritten Seilbahn hinab nach Bozen oder auf der Straße via Wolfsgruben, Unterinn
- Eisack-Radweg und Regionalbahn zwischen Klausen und Bozen und weiter zum Beispiel bis Salurn - am nächsten Tag Taxi-Shuttle nach Graun bzw. Andalo
Taxi in Salurn: Cliec Südtirol srl - Telefon +39 346 8820858

Die Ritten Seilbahn zwischen Bozen und Oberbozen ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol.
